Reisen

(Fast) freie Startbahn für den Sommer

Heben ab: die Militärmaschinen aus den USA Foto: Flash90

Der Sommer ist gerettet – zumindest was Reisen von und nach Israel angeht. Die Regierung in Jerusalem hat mit dem US-Militär eine Vereinbarung getroffen, um die Entfernung der am Flughafen Ben Gurion geparkten amerikanischen Flugzeuge zu beschleunigen. Das berichten verschiedene israelische Medien am Wochenbeginn. Damit sei die verbleibende Gefahr für über 200.000 Flugtickets im Juli und August gebannt, teilte das Verkehrsministerium mit.

Laut Ministerium folgt dieser Schritt einem Durchbruch der Verhandlungen vor etwa einer Woche, der die Annullierung von mehr als 2,4 Millionen Flugtickets verhinderte. Es heißt, Israel habe Washington zugesichert, dass die amerikanischen Flugzeuge im Falle einer Eskalation der Sicherheitslage innerhalb von etwa 72 Stunden zum Flughafen Ben Gurion zurückkehren könnten.

75 US-Tank- und Frachtflugzeuge waren monatelang geparkt

Die Krise am Airport war durch Dutzende von US-Militärflugzeugen entstanden, die dort zur Betankung und zum Transport geparkt waren. Eine Flotte von rund 75 US-amerikanischen Tank- und Frachtflugzeugen war monatelang im Rahmen der US-amerikanischen Militäraufrüstung in der Region vor dem Krieg zwischen den USA und Israel gegen den Iran stationiert, der am 28. Februar ausbrach und zur Schließung des israelischen Luftraums führte.

Sie nahmen nach Angaben der Flughafenbehörde bis zu 70 Prozent der Kapazität des Flughafens, sowohl Parkplätze als auch Abflug- und Landeslots, in Anspruch. Für die zivile Luftfahrt stand kaum mehr ein Drittel zur Verfügung. In den vergangenen Wochen hatten daher auch zunehmend israelische Fluggesellschaften ihre Flugpläne einschränken müssen.

Die Behörde hatte in den vergangenen Wochen immer wieder gewarnt, dass Fluggesellschaften ohne die Verlegung der amerikanischen Flugzeuge ihre Flüge während der Sommersaison und der jüdischen Feiertage stark reduzieren müssten.

Sharon Kedmi: »Falls nicht weitere US-Flugzeuge abgezogen werden, muss man sich auf massive Flugausfälle einstellen.«

Zunächst schätzten die Behörden, dass mehr als 2,4 Millionen Flugtickets annulliert werden könnten. Die jüngste Vereinbarung soll die verbleibende Gefahr für mehr als 200.000 Flugtickets im Juli und August beseitigen.

In einem weiteren dringenden Schreiben an Verkehrsministerin Miri Regev Anfang dieser Woche warnte die Leiterin der israelischen Flughafenbehörde, Sharon Kedmi, dass israelische Fluggesellschaften sich auf massive Flugausfälle ab dem 1. Juli bis einschließlich August einstellen müssten, falls nicht weitere US-Flugzeuge abgezogen würden.

Auf israelisches Ersuchen hin wurden laut lokalen Luftfahrtbehörden in den vergangenen Tagen bereits rund 20 US-amerikanische Tankflugzeuge abgezogen. Regev hatte gefordert, dass etwa 30 US-amerikanische Flugzeuge auf Flughäfen außerhalb Israels oder auf Stützpunkte der israelischen Luftwaffe verlegt werden.

Derzeit passieren täglich mehr als 65.000 Passagiere den Flughafen Ben Gurion. Mit Beginn der Sommerferien am 1. Juli muss die Kapazität für zivile Flüge erhöht werden, da mit einem Anstieg des täglichen Passagieraufkommens auf 70.000 bis 100.000 im August gerechnet wird.

Nach der teilweisen Verlegung der US-amerikanischen Flugzeuge stehen am Flughafen Ben Gurion derzeit wieder 65 der 99 für zivile Passagierflugzeuge vorgesehenen Parkplätze zur Verfügung. Laut Flughafenbehörde werden im Juli mindestens 80 Parkplätze für den Flugbetrieb benötigt, während im August alle 99 zivilen Parkplätze benötigt werden, um das erwartete Passagieraufkommen zu bewältigen.

Wizz Air kehrte Ende Mai nach drei Monaten zurück

Als Reaktion auf die Krise teilte das Verkehrsministerium mit, dass Beamte unter der Leitung von Regev intensive Gespräche über den Abzug von mindestens 15 weiteren US-amerikanischen Tankflugzeugen vom Flughafengelände führen würden.

Seit der Verkündung des Waffenstillstands Anfang April und der Wiedereröffnung des Flughafens Ben Gurion für den regulären zivilen Flugverkehr haben nur wenige ausländische Fluggesellschaften die Flüge nach Tel Aviv wieder aufgenommen. Wizz Air kehrte Ende Mai nach einer dreimonatigen Unterbrechung zurück. Die Fluggesellschaften der Lufthansa Group nahmen ihre Flüge im Juni schrittweise wieder auf, weitere Fluggesellschaften der Gruppe sollen am 1. Juli den Betrieb wieder aufnehmen.

Unterdessen blieben mehrere große internationale Fluggesellschaften vorsichtig: US-amerikanische Fluggesellschaften, darunter Delta, haben ihre Wiederaufnahme bis September verschoben, und British Airways sogar bis Oktober.

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