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Eurovision, Femizide, Oman

Fraglich: Noa Kirels Auftritt beim ESC Foto: Flash90

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Eurovision, Femizide, Oman

Kurzmeldungen aus Israel

von Sabine Brandes  15.01.2023 11:20 Uhr

Eurovision
Der Generaldirektor der Europäischen Rundfunkunion, Noel Curran, schrieb in der vergangenen Woche einen Brief an Premier Benjamin Netanjahu, in dem er seine Besorgnis über die mögliche Schließung der Nachrichtenabteilung des öffentlich-rechtlichen Senders Kan zum Ausdruck brachte. Der neue Kommunikationsminister Shlomo Karhi hat sich für die Schließung von Kan News ausgesprochen. Die Sängerin Noa Kirel wurde ausgewählt, Israel beim Eurovision Song Contest 2023 zu vertreten. Ohne eine News-Abteilung werde das Unternehmen seine öffentlich-rechtlichen Verpflichtungen aber nicht erfüllen können, und dadurch wäre die Teilnahme an Großveranstaltungen wie dem Eurovision Song Contest nicht gewährleistet, so Curran.

Femizide
Die Hebräische Universität (HU) in Jerusalem hat Zahlen zu Femiziden herausgegeben: »2022 wurden in Israel 24 Frauen ermordet, weil sie Frauen waren«, so der Bericht. Im Jahr davor waren es 16 Opfer. Die Hälfte der getöteten Frauen stammte aus der arabischen Gemeinschaft, die 21 Prozent der Bevölkerung ausmacht. Zwölf Mörder gestanden die Tat, in den anderen Fällen ist die Identität des Täters noch ungeklärt. In 58 Prozent der Fälle war der Verdächtige oder Mörder der Partner oder Ex-Partner und in den meisten Fällen Familienmitglied. Professor Shalva Weil von der HU sagte dazu: »Nach einem Rückgang 2021 gibt es einen deutlichen Anstieg der Femizide in Israel. Wir müssen die Gewalt stoppen und den beängstigenden Trend aufhalten.«

Angriff
Die israelische Polizei hat Ermittlungen wegen eines Angriffs auf Ayman Odeh, den Vorsitzenden der linken Chadasch-Partei, am Samstagabend in Tel Aviv eingeleitet. Die Ermittler nahmen einen 42-jährigen Einwohner von Givat Brenner fest. Odeh hatte eine Rede im Rahmen eines Protests gegen die neue Regierung gehalten. Anschließend wurde er von dem Verdächtigen geschlagen. Ein Journalist postete ein Video auf Twitter, in dem ein Mann zugibt, Odeh geschlagen zu haben, und behauptet, er habe etwas gegen die Anwesenheit von Politikern bei der Demonstration. Auch Odeh twitterte über den Vorfall: »Das sind die Knospen des düsteren Regierungsergebnisses, gegen das wir heute Abend
protestierten.«

Oman
Das Parlament von Oman hat dafür plädiert, alle Beziehungen und Interaktionen mit Israel, »der zionistischen Einheit«, zu kriminalisieren. Jegliche wirtschaftliche, sportliche oder kulturelle Beziehung sowie der Handel seien »in irgendeiner Weise oder mit irgendwelchen Mitteln abzubrechen«. Noch vor wenigen Jahren wurde erwartet, dass auch der Oman nach Marokko, dem Sudan, Bahrain und den Vereinigten Arabischen Emiraten die Normalisierungsvereinbarungen der Abraham-Abkommen mit Israel unterzeichnen würde. Das Sultanat an der Arabischen Halbinsel war Israel lange Zeit näher als andere Staaten der Region. Oman hat nie an einem Krieg gegen den jüdischen Staat teilgenommen und in den frühen 2000er-Jahren inoffizielle bilaterale Handelsbeziehungen aufgebaut.

Verpackung
Einwohner von Tel Aviv können sich ihr Essen jetzt in wiederverwendbaren, zu 100 Prozent recycelbaren Pfandschalen liefern lassen. Möglich macht es OPA, was auf Hebräisch so viel wie »wow« bedeutet. Die Firma wurde von Ran Doron und Dar Hasson gegründet, die vorher bei dem Essenslieferanten Wolt beschäftigt waren. Doron sagte, ihre Arbeit habe sie mit massiven Abfallmengen durch Einwegbehältnisse konfrontiert, in Tel Aviv allein sieben Millionen pro Monat. OPA will seine Dienste nun auf die Vororte Herzliya, Ramat Gan und Givatayim ausweiten. Das Unternehmen berät sich mit Rabbinern, um sicherzustellen, dass die Schalen und die Art und Weise, wie sie gewaschen werden, in koscheren Einrichtungen verwendet werden können.

Schekel
Im Dezember 2022 schnitt die Währung Israels, der Schekel, nach dem argentinischen Peso und dem russischen Rubel am schlechtesten weltweit ab. In diesem Monat schwächte sich der Schekel gegenüber dem Dollar um drei Prozent und gegenüber dem Euro um sechs Prozent ab. Experten meinen, dass neben einigen anderen Einflüssen die Besorgnis ausländischer Investoren über mögliche Maßnahmen der neuen rechten Regierung in Jerusalem ein Grund sei. Die Finanzorganisation Meitav merkte auch an, dass eine Schwäche in anderen israelischen Anlagekanälen zu spüren sei, etwa der Tel Aviv Stock Exchange (TASE).

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