Vogelkunde

Eulen für den Papst

Schleierhaft: die Schleiereule Foto: Getty Images / istock

Der Vatikan will Eulen. Deshalb reisten jetzt Vogelexperten aus Israel, Jordanien, den palästinensischen Gebieten und der Schweiz zum Papst nach Rom. Franziskus hörte sich Details zum erfolgreichen grenzübergreifenden Projekt »Birds for Peace« an, das Schädlingen mit Schleiereulen zu Leibe rückt. Initiator ist der bekannte Ornithologe Yossi Leshem von der Universität Tel Aviv.

Der war begeistert vom päpstlichen Treffen: »Es war ein außergewöhnliches Erlebnis.« Das Oberhaupt der katholischen Kirche habe die vier Wissenschaftler mit seiner unkomplizierten Art, Intelligenz und besonderem Enthusiasmus für Artenvielfalt bewegt.

pestizide Der Papst, so Leshem weiter, sei sehr am Schutz von Gottes Schöpfung interessiert. Der Einsatz der Schleiereulen macht den Gebrauch von giftigen Pestiziden in der Landwirtschaft überflüssig. Doch das Projekt ist mehr als biologisch und umweltfreundlich, denn es unterstützt zudem eine Kooperation zwischen jüdischen und muslimischen Bauern.

Der Besuch hat das Projekt aus dem Nahen Osten als Modell für die Kooperation in Sachen Umweltschutz vorgestellt, das zudem zum Friedensprozess in der Region beiträgt.

Es war Leshem, der das Projekt 1983 ins Leben rief. Er begann mit 14 Brutkästen für die Eulen. 2002 erweiterte er und begann, die Vögel auch jordanischen und palästinensischen Landwirten zu empfehlen. Sechs Jahre darauf wurde das Projekt zu einer nationalen Initiative in Zusammenarbeit mit der Gesellschaft für den Schutz der Natur in Israel (SPNI) und mehreren israelischen Ministerien.

brutkästen Anschließend schloss sich der Schweizer Experte für Schleiereulen, Alexandre Roulin, der Initiative an. Vor zwei Jahren wurde eine offizielle trilaterale Vereinbarung zwischen Israel, Griechenland und Zypern abgeschlossen. Heute sind in den verschiedenen Ländern bereits rund 4500 Brutkästen aufgestellt.

Der Besuch hat das Projekt aus dem Nahen Osten als Modell für die Kooperation in Sachen Umweltschutz vorgestellt, das zudem zum Friedensprozess in der Region beiträgt. Als Symbol für Hoffnung, Frieden und Naturschutz ließen Leshem und seine Kollegen im Vatikan 50 Friedenstauben in den Himmel steigen.

Die Zusammenkunft habe dann sogar die eingeplanten 30 Minuten überschritten, berichtet der Professor, »weil der Papst so sehr an unseren Aktivitäten interessiert ist«. Im Anschluss überreichten ihm die Gäste Präsente aus ihren Ländern und erbaten seinen Segen für den weiteren Erfolg und die Ausbreitung in die ganze Welt.

Krieg

Israel will Angriffe auf Iran stoppen

Die Entscheidung soll auf Wunsch von US-Präsident Donald Trump gefallen sein. Der Einsatz gegen die Hisbollah im Libanon ist davon aber nicht betroffen

 08.06.2026

Luftfahrt

Austrian Airlines und WizzAir streichen Israel-Flüge

Aufgrund der jüngsten Raketenangriffe machen sich Fluggesellschaften erneut Sorgen. Welche Pläne hat die Lufthansa Group?

von Imanuel Marcus  08.06.2026

Krieg gegen den Iran

Zwischen OP-Saal und Parkgarage

Aus Schutz vor den Angriffen aus dem Iran werden Patienten und Personal in unterirdische Bereiche verlegt. Die psychische Belastung wächst besonders bei Kindern

von Sabine Brandes  08.06.2026

Studie

Iranische Schattenwelt im israelischen Ferienparadies

Wie das Regime in Teheran in Georgien ein Netzwerk aus Ideologie, Geld und Einfluss aufgebaut haben soll

von Sabine Brandes  08.06.2026

Nahost

Iranische Rakete beschädigt Häuser im Westjordanland, Sirenenalarm in ganz Israel

Die Lage am Montag im Überblick

 08.06.2026 Aktualisiert

Daniel Jositsch, Zürcher SP-Ständerat, am letzten Donnerstag, dem Tag seines Austritts aus der Partei

Meinung

Daniel Jositsch und der Preis der Klarheit

Daniel Jositsch verlässt nach seiner Nichtnomination in den Ständerat die SP. Der Fall zeigt, wie eng der Raum für sozialliberale und proisraelische Stimmen in der Linken geworden ist, nicht nur in der Schweiz

von Zsolt Balkanyi-Guery  08.06.2026

Westjordanland

Nach Ausschreitungen in Huwara: Zwei Verdächtige festgenommen

Die Ermittler gehen davon aus, dass Dutzende Siedler an den Vorfällen beteiligt waren. Zuvor hatte es Berichte über Vieh gegeben, das Siedlern gestohlen wurde

 08.06.2026

Ankara/Jerusalem

Türkischer Innenminister fordert »Befreiung« Jerusalems

Mustafa Çiftçi will eine Rückkehr der Stadt unter türkische Kontrolle. Die Reaktion des israelischen Verteidigungsministers Katz: »Jerusalem ist nicht Konstantinopel, und der Staat Israel ist kein zerfallenes Kreuzfahrerreich.«

 08.06.2026

Nahost

Reaktion auf Hisbollah-Angriff: Israel nimmt Hauptquartier der Terroristen ins Visier

Die israelische Armee erklärt, sie habe auch Abschussvorrichtungen für Raketen zerstört

 08.06.2026