Anschlag

Eskalation der Gewalt

Rettungskräfte am Tatort Foto: Flash90

Eine junge israelische Grenzpolizistin ist am Mittwochnachmittag bei einem Anschlag in Jerusalem von drei palästinensischen Terroristen getötet worden. Eine zweite Beamtin wurde dabei mittelschwer verletzt. Der Angriff ereignete sich am Damaskustor vor der historischen Altstadt.

Die Polizistinnen hatten zwei junge Männer auf einer Bank sitzen sehen und sie als verdächtig eingestuft. Als sie sie aufforderten, ihre Ausweispapiere vorzuzeigen, attackierten die Männer sie sofort mit Schusswaffen und Messern.

Die erst 19-jährige Hadar Cohen traf ein Projektil in den Rücken. Außerdem wurde sie von den Terroristen durch mehrere Stiche in den Oberkörper so schwer verwundet, dass sie kurz darauf im Krankenhaus starb. Der Zustand der 20-jährigen Verletzen sei dagegen stabil, geben die behandelnden Ärzte im Krankenhaus an.

verhindert Die Täter wurden von den anderen anwesenden Sicherheitskräften innerhalb von wenigen Minuten erschossen. Nur das schnelle Eingreifen der Grenzpolizisten verhinderte weitere Opfer, meinen Experten. Sicherheitsminister Gilad Erdan erklärte im Anschluss: »Allein dem Einsatz und der Professionalität der Beamten ist es zu verdanken, dass es keinen riesengroßen Anschlag gab.« Erdan rief die Einwohner von Jerusalem auf, ständig in Alarmbereitschaft zu sein.

Nur wenige Stunden danach traf Palästinenserpräsident Mahmud Abbas in seinem Büro in Ramallah mehrere Familien von Terroristen, die nach Anschlägen auf Israelis getötet worden waren. Er versprach ihnen, sich für die Überführung der Leichen ihrer Angehörigen einzusetzen, die von Israel noch nicht freigegeben sind.

bewaffnet Die Terroristen vom Damaskustor waren junge Männer aus Qabatija, einer Stadt im nördlichen Westjordanland. Keiner von ihnen gehörte einer Gruppierung an oder war vorher mit dem Gesetz in Konflikt geraten, heißt es aus Geheimdienstkreisen. Dennoch waren sie mit Messern, lokal gefertigten Gewehren und Rohrbomben bewaffnet. Während die meisten Angriffe bislang spontan und von Einzeltätern ausgeführt wurden, scheint dieser vorher geplant gewesen zu sein, glauben Experten. »Wie wir aus der Bewaffnung ersehen können«, sagte der Jerusalemer Vize-Polizeichef Avschalom Peled, ist das eine Gewalteskalation, wie wir sie noch nicht gesehen haben.»

Staatspräsident Reuven Rivlin nannte die Grenzpolizei «Wächter und Schützer der Mauern von Jerusalem» und dankte ihnen für ihren Einsatz im Namen der gesamten Bevölkerung.

Gesellschaft

Herzog: Gewalt übersteigt Kapazitäten der Polizei

Israels Präsident nennt die Kriminalität in arabischen Gemeinden eine Katastrophe. Die Aufklärungsquote bei Tötungsdelikten liegt bei nur zwölf Prozent

von Sabine Brandes  12.10.2026

Avi Gil (in Uniform), links von Benjamin Netanjahu

Explosives Interview

»Die Geiseln hätten früher zurückkehren können«

Der ehemalige Militärsekretär des Premiers, Avi Gil, erhebt schwere Vorwürfe: Warnungen vor dem 7. Oktober seien ignoriert, Abkommen aus politischen Gründen verhindert und Protokolle manipuliert worden. Netanjahu weist die Anschuldigungen zurück

von Sabine Brandes  11.10.2026

Nahost

IDF: Terrorinfrastruktur in Gaza zerstört

Israelische Armee und Sicherheitsbehörden haben nach eigenen Angaben im Gazastreifen Waffenlager, eine Raketenabschussrampe und eine Kommandozentrale zerstört. Verteidigungsminister Katz droht dem neuen Hamas-Chef

 11.10.2026

Passagiere am Flydubai-Schalter am Ben-Gurion-Flughafen Tel Aviv, 30. September

Vereitelter Terroranschlag

Flydubai-Passagiere wollen auf Hunderte Millionen klagen

Nach dem versuchten Anschlag an Bord des Fluges nach Tel Aviv bereiten Israelis Klagen gegen die Airline und möglicherweise mehrere Staaten vor

von Sabine Brandes  11.10.2026

Gesellschaft

Hamas-Massaker überschattet Israels Wahlkampf

Die meisten Israelis sehen den 7. Oktober als wichtigen Faktor für ihre Wahlentscheidung. Umfragen zeigen, dass weder Netanjahus Lager noch die Opposition die Mehrheit erhält

von Sabine Brandes  11.10.2026

Frachtschiffe vor Anker in der Straße von Hormus bei Bandar Abbas (Iran)

Nahost

Bericht: Iran kann noch immer Raketen und Drohnen produzieren

Teheran soll demnach weiterhin gut ausgestattet mit Raketen sein und schnell nachproduzieren können. Die USA sollen zudem Israel gedrängt haben, Iran erneut anzugreifen – alleine

 11.10.2026

Nahost

Der Lieberman-Plan

Soll das Westjordanland neu verwaltet werden?

von Sabine Brandes  10.10.2026

Kino

Ich habe »Naza« gesehen, und es ist ein übles Stück Propaganda

Es ist erschreckend zu sehen, wie große Teile der Filmwelt sich gerade selbst zu nützlichen Idioten der Hamas degradieren, indem sie ihr von Lügen und Blut getränktes Narrativ übernehmen

von Philipp Peyman Engel  10.10.2026

Essay

Drei Jahre nach dem 7. Oktober: Die Grenzen universitärer Selbstgewissheit

Antisemitismus ist an Universitäten längst kein Ausnahmeproblem mehr. Drei Jahre nach dem 7. Oktober stellt sich deshalb eine unangenehmere Frage: Was haben Universitäten über sich selbst gelernt?

von Frederek Musall  09.10.2026