Geiseln

Erstes Lebenszeichen von Maxim

Es ist das erste Lebenszeichen von Maxim Herkin. Nach fast 550 Tagen hat die Familie des mittlerweile 36-Jährigen endlich Gewissheit bekommen: Maxim ist am Leben. Am Samstagabend veröffentlichte die Hamas ein Propagandavideo von zwei israelischen Männern, die sie gefangen hält: Maxim Herkin und Bar Kupershtein.

Die Veröffentlichung derartiger Videos der Terrororganisation bringt für die Angehörigen der Geiseln zwiespältige Gefühle. Zum einen ist es ein langersehntes Zeichen, dass ihre Liebsten noch am Leben sind, zum anderen die schreckliche Bestätigung der grauenvollen und unmenschlichen Umstände, in denen sie in Gaza gefangen gehalten werden. Die Familie von Herkin möchte nicht, dass die Aufnahmen von Maxim an die Öffentlichkeit weitergegeben werden.

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Herkin, ein 35-jähriger Einwohner von Tirat Carmel, wurde am 7. Oktober von dem Nova-Musikfestival in der Nähe des Kibbuz‘ Re’im entführt. als Hamas-Terroristen die Party attackierten, mehr als 360 Menschen ermordeten und mindestens 40 Geiseln nahmen.

Seit fast eineinhalb Jahren gab es keinerlei Zeichen, dass Herkin noch am Leben ist. Auch veröffentlichte Zeugenaussagen von befreiten Geiseln sowie andere Hamas-Videos enthielten keine Informationen über ihn.

Maxim hat eine vierjährige Tochter

Maxim, der eine vierjährige Tochter hat, wurde in der ukrainischen Region Donezk geboren. Tela Harkin, die Mutter der Geisel, war mit ihren Kindern aus der Ukraine nach Israel ausgewandert, weil sie ein Zuhause suchte und die Sicherheit zu finden hoffte, die sie in ihrer alten Heimat nicht mehr spürte.

Nach der schrecklichen Nachricht, dass ihr Sohn von der Terrororganisation in den Gazastreifen entführt wurde, verlor sie jedoch jegliches Sicherheitsgefühl. »Er war der Anker der Familie – und er fehlt uns«, sagte sie in einem Interview im israelischen Fernsehen. Damals betonte sie auch, dass sie »nichts über meinen Maxim weiß«. Mit dem Video hat die Mutter nun zum ersten Mal in endlos scheinenden eineinhalb Jahren die Bestätigung, dass ihr Sohn noch lebt.

Tal Kupershtein: »Mein Sohn feiert diese Woche seinen zweiten Geburtstag in der Geiselhaft, den 23. Es darf nicht sein letzter sein!«

Tela Harkin besitzt die russische Staatsbürgerschaft, die ihr nach der Entführung ihres Sohnes von der russischen Botschaft überreicht wurde. Im Februar erklärte die israelische Botschafterin in Russland, Simona Halperin, Moskau kümmere sich um seine Freilassung. Ein Sprecher der Hamas erklärte zudem in einem Interview mit einer russischen Nachrichtenagentur, dass die Organisation Priorität auf seine Freilassung lege. Offenbar eine Lüge, denn Maxim Herkin ist noch immer in Gaza.

Auch der 23-jährige Kupershtein aus Holon, der in dem jüngsten Hamas-Video zu sehen ist, wurde von der Nova-Party entführt, wo er als Wachmann arbeitete. Er ist der älteste von fünf Geschwistern. Sein Vater Tal, ein freiwilliger Sanitäter, verletzte sich vor einigen Jahren bei einem Unfall, als er versuchte, ein Mädchen zu retten, und ist seitdem gelähmt. Bar wurde zum hauptsächlichen Unterstützer der Familie.

Tal Kupershtein ist ein beeindruckender Mann, der extra für den Kampf zur Befreiung seines Sohnes wieder sprechen lernte. Regelmäßig ist er im Rollstuhl auf dem Platz der Geiseln und in der Knesset in Jerusalem, um auf das Schicksal von Bar aufmerksam zu machen. Anfang der Woche bat er Premierminister Benjamin Netanjahu, seine Reise nach Ungarn zu verkürzen und sich auf die Rettung der Geiseln zu konzentrieren.

Forderung an Premier Netanjahu, Reise zu verkürzen

»Jeden Tag, den wir warten, ist eine Ewigkeit für die Geiseln. Jeder weitere Tag in Gefangenschaft gefährdet ihr Leben. Ihr Leben droht zu enden, und die Vermissten drohen zu verschwinden«, so Kupershtein und fügte hinzu, die Geiseln bräuchten einen Ministerpräsidenten, »der sich voll und ganz auf die Aufgabe konzentriert, sie endlich nach Hause zu bringen«.

»Mein Sohn feiert diese Woche seinen zweiten Geburtstag in Gefangenschaft«, sagte der Vater unter Tränen und forderte Netanjahu auf, nicht zuzulassen, dass »Bars 23. Geburtstag sein letzter wird«. Er beschrieb, wie er und andere Geiselfamilien sich in den Prioritäten Netanjahus und der Regierung vernachlässigt fühlen, »obwohl es kein dringlicheres Problem gibt als die Situation unserer Lieben und die Notwendigkeit, sie zurückzuholen«.

Er wandte sich auch an seinen Sohn und sagte: »Wenn du uns sehen oder hören kannst: Wir sind bei dir. Wir sind stolz auf dich. Und wir lieben dich. Du bist nicht allein. Deinen nächsten Geburtstag feierst du hier mit uns.«

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