Annexion

Entscheidung vertagt

Foto: Flash90

Israelische Annexionsschritte im Westjordanland verzögern sich wegen Unstimmigkeiten mit der US-Regierung. Israels Minister für regionale Zusammenarbeit, Ofir Akunis, sagte am Mittwoch dem Armeesender: »Die Ausweitung der Souveränität wird im Juli passieren, aber nicht vor einer Erklärung von US-Präsident Trump.«

Wie ein Mitarbeiter des Büros von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu am Mittwoch bestätigte, werden die Beratungen zu einer Annexion in den kommenden Tagen fortgeführt.

»In der Frage der Souveränität - Ministerpräsident Benjamin Netanjahu setzt die Gespräche mit den Amerikanern fort und hat parallel dazu heute mit dem Chef des Nationalen Sicherheitsrats und der Militär- und Verteidigungsspitze gesprochen, dies im Rahmen einer Reihe von Beratungen zu dem Thema. In den kommenden Tagen wird es weitere Gespräche geben«, sagte der Mitarbeiter des Netanjahu-Büros.

Ursprünglich hatte es geheißen, erste Schritte könnten schon am heutigen Mittwoch in die Wege geleitet werden. Akunis von der rechtskonservativen Regierungspartei Likud sagte dazu: »Von mir aus hätte es heute passieren können, aber es fehlte die volle Zustimmung der US-Regierung.«

ZUSTIMMUNG Auch innerhalb der israelischen Regierungskoalition hatte es zuletzt Unstimmigkeiten über das weitere Vorgehen gegeben. Beobachter befürchten Gewalt und eine Destabilisierung der Region, sollte Israel eine Annexion seiner Siedlungen und des Jordantals im Westjordanland umsetzen.

Als Grundlage für eine Annexion von bis zu 30 Prozent des Westjordanlandes nimmt Israels Regierung den Nahostplan von Trump. Die Palästinenser lehnen ihn ab, terroristische Palästinenserorganisationen drohen Israel mit einem »Tag des Zorns«.

Den Stichtag 1. Juli nennt eine Vereinbarung der neuen Regierungskoalition in Israel. Annexionspläne könnten ab dem Tag Regierung und Parlament zur Billigung vorgelegt werden, hieß es darin. dpa

Diplomatie

Israel soll US-Unterhändler ausspioniert haben

Nach einem Bericht der New York Times sollen israelische Dienste amerikanische Spitzenbeamte ins Visier genommen haben – darunter den Sondergesandten Steve Witkoff

von Sabine Brandes  07.06.2026

Kommentar

Der alte Hass trägt heute Palästinaflaggen

Wie der kulturelle Boykott Israels die Ausgrenzung von Juden normalisiert

von Sarah Maria Sander  07.06.2026

Gesellschaft

Haredi-Attacken werden immer gewalttätiger

Streit um die Wehrpflicht ultraorthodoxer Juden eskaliert weiter: Neue Ausschreitungen in Jerusalem und Beit Schemesch

von Sabine Brandes  07.06.2026

Israel

Ein Toter, sechs Verletzte bei Anschlag

Ein Angreifer schießt an mehreren Orten im Zentrum das Landes auf Zivilisten. Bei dem Täter soll es sich um einen israelischen Araber handeln

von Sabine Brandes  07.06.2026 Aktualisiert

Meinung

Libanon: Zwischen Anschein und Wirklichkeit

Wer den aktuellen Konflikt verstehen will, darf den Zedernstaat nicht als tragisches Opfer Israels lesen

von Jacques Abramowicz  07.06.2026

Griechenland

Mutmaßliches Hamas-Mitglied auf Kreta festgenommen

Der Verdächtige soll Verbindungen zu zwei kürzlich auf Zypern festgenommenen Palästinensern haben

 07.06.2026

Medien

Israelischer Journalist erstmals im libanesischen TV

Ravid sprach über die Kämpfe zwischen Israel und der Hisbollah sowie über Bemühungen um eine dauerhafte Waffenruhe

 07.06.2026

Nachrichten

Hilfe, Liebe, Tempelberg

Kurzmeldungen aus Israel

von Sabine Brandes  07.06.2026

Den Haag

Geheime Haftbefehle

Israelische Minister im Visier des IStGH

von Sabine Brandes  07.06.2026