Vereinte Nationen

»Eine Schande für die UN«

In einer Resolution hat die Vollversammlung am Mittwochabend in New York »den massiven Gebrauch von Gewalt durch Israel gegen palästinensische Zivilisten verurteilt«. Foto: dpa

Die Fokussierung auf Israel ist eine Schande für die UN», «Die Vereinten Nationen sind moralisch», «Wer der Resolution zustimmt, unterstützt die Hamas»: Mit scharfen Worten haben die israelische Regierung und die amerikanische UN-Botschafterin Nikki Haley auf die Verurteilung Israels durch die Vollversammlung der Vereinten Nationen reagiert.

In einer Resolution hatte die Vollversammlung am Mittwochabend in New York «den massiven Gebrauch von Gewalt durch Israel gegen palästinensische Zivilisten verurteilt», wie es in dem Beschluss heißt. Israel müsse die «exzessive, disproportionale und rücksichtslose Gewalt» sofort stoppen.

abstimmung Für die Resolution stimmten insgesamt 120 Staaten, 45 Länder – darunter die Bundesrepublik – enthielten sich, und acht Ländern stimmten dagegen (USA, Israel, Australien, Marshallinseln, Mikronesien, Nauru, Togo und die Salomonen). Eingebracht wurde die Resolution von der Türkei und Algerien. Anfang Juni war im UN-Sicherheitsrat eine ähnliche Resolution durch das Veto der USA gescheitert.

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu verurteilte die Resolution. Anstatt die Aufmerksamkeit einzig und allein auf Israel zu lenken, solle die UN-Vollversammlung sich zur Abwechslung mit den zahllosen, weltweit drängenden Problemen beschäftigen, in denen die internationale Gemeinschaft gefragt sei.

Netanjahu bedankte sich zudem bei den Vereinigten Staaten, «die die Heuchelei der einseitigen UN-Position gegen Israel offenlegen». Der Likud-Politiker betonte: «Die Menschen in Gaza sind nicht unsere Feinde – sondern die Hamas.»

Israels Botschafter bei der UN, Danny Danon, kritisierte die Resolution der UN-Vollversammlung als einseitig und israelfeindlich. «Israel wird an den Pranger gestellt. Doch die Terrororganisation Hamas, die vom Gazastreifen aus unaufhörlich Raketen auf Israel abfeuert, wird nicht ein einziges Mal genannt.» Die Resolution trage dazu bei, die Angriffe der Hamas auf Israel zu legitimieren, so Danon weiter.

verurteilung US-Botschafterin Nikki Haley bezeichnete den Vorstoß der UN als «komplett voreingenommen». Mit Blick auf die vielen arabischen Staaten, die sich an der Abstimmung für die Verurteilung Israels aussprachen, sagte sie: «Für einige ist das Angreifen Israels die bevorzugte politische Aktivität.» Dadurch verfolgten die betreffenden Staaten bei der UN innenpolitische Ziele, erklärte die Diplomatin. Haley scheiterte mit einem von ihr eingebrachten Antrag, mit dem die Vollversammlung die Hamas für die Gewalt an der Grenze zu Israel verurteilen sollte.

Bei gewalttätigen Ausschreitungen durch bewaffnete Palästinenser im Gazastreifen an der Grenze zu Israel wurden seit Beginn der Proteste im Mai mehr als 120 Demonstranten durch israelische Einsatzkräfte getötet. Nach palästinensischer Darstellung handelte es sich bei den Demonstranten um unbewaffnete Zivilisten.

Aufnahmen belegen jedoch eindeutig, dass unter den Demonstranten viele bewaffnete Kämpfer der Terrororganisationen Hamas und Islamischer Dschihad den kilometerlangen Sicherheitszaun zwischen Israel und dem Gazastreifen stürmen wollten. Nach offizieller Auskunft der Hamas waren unter den palästinensischen Toten mindestens 52 Hamas-Kämpfer. ja

Libanon

Hisbollah bezeichnet Hamas-Massaker als »Akt des Widerstandes«

Die Hisbollah hält am dritten Jahrestag an ihrer Rechtfertigung des Angriffs vom 7. Oktober 2023 fest. Seitdem haben die Kämpfe auch im Libanon Tausende Menschen das Leben gekostet

 07.10.2026

Krieg

Israels Armee hat seit Hamas-Massakern 100.000 Ziele angegriffen

Vor drei Jahren ermordeten Hamas-Terroristen rund 1.200 Menschen in Israel. Der Überfall löste den Gaza-Krieg aus. Israel hat seither Zehntausende Ziele in der Region angegriffen

 07.10.2026

Jahrestag der Massaker

Israel gedenkt der Opfer des 7. Oktober

Drei Jahre nach den blutigen Massakern im Süden Israels gedenkt das Land der Opfer. Präsident Herzog findet berührende Worte. Am Abend sollen Zehntausende in Tel Aviv zusammenkommen

 07.10.2026

TV-Tipp

Zwischen Terror und Trauma

Eine Reportage von Jan Philipp Burgard auf WELT TV zeigt Israel und seine Menschen drei Jahre nach dem Hamas-Massaker vom 7. Oktober 2023

von Detlef David Kauschke  07.10.2026

Westjordanland

Schin-Bet-Chef streitet mit Rechtsradikalen

David Zini fordert von Ministerin Orit Strock eine klare Verurteilung jüdischer Siedlergewalt – und droht mit der Rückkehr zur Verwaltungshaft

von Sabine Brandes  06.10.2026

Jahrestag

Israel warnt vor Angriffen auf Juden am 7. Oktober

Am 7. Oktober jährt sich das Massaker von Hamas-Terroristen in Israel. Bei dem Überfall 2023 wurden rund 1.200 Menschen getötet. Israel warnt nun Israelis im Ausland und Juden weltweit vor Angriffen

 06.10.2026

Gedenken

»Berlin steht fest an Israels Seite«

Regierender Bürgermeister Kai Wegner besucht zum Jahrestag des 7. Oktobers den Geiselplatz in Tel Aviv und erhält die Medaille der Stadt

von Sabine Brandes  06.10.2026

Grausamer Plan

Der Professor, der Massenmörder werden wollte

Der Akademiker plante, Hunderte Araber zu töten und viele Unterstützer zu gewinnen. Die Bar-Ilan-Universität zeigt sich »zutiefst entsetzt«

von Sabine Brandes  06.10.2026

Gaza

Hamas: Sinwars »rechte Hand« überlebt israelischen Angriff

Bei einem israelischen Luftangriff in dem Palästinensergebiet sollen am Wochenende mehrere Menschen getötet worden sein. Israel zielte auf den ranghöchsten Hamas-Führer in dem Küstenstreifen ab – doch der hat wohl überlebt

 06.10.2026