Israel

»Eine neue Ära«

Die Platform im Leviathan-Gasfeld Foto: Flash 90

Israels größtes Erdgas-Feld Leviathan im Mittelmeer liefert ab sofort Erdgas nach Ägypten. Der Export habe in der Nacht begonnen, teilte das israelische Unternehmen Delek am Mittwochmorgen mit. »Der Tag heute markiert eine neue Ära im Energiesektor des Nahen Ostens«, sagte Jossi Abu, Geschäftsführer von Delek, laut der Mitteilung.

Das Leviathan-Gasfeld hatte am 31. Dezember seinen Betrieb aufgenommen. In Kürze soll von dort auch Gas nach Jordanien exportiert werden. Es handelt sich um das größte Energieprojekt der Landesgeschichte.

stabilität Abu sagte demnach weiter: »Der Gasexport von Leviathan nach Ägypten wird sowohl zur israelischen als auch zur ägyptischen Wirtschaft beitragen, regionale Stabilität unterstützen und Ägyptens Rolle als regionales Energiezentrum stärken.«

Die Bohranlage mit Plattform liegt zehn Kilometer vor Israels Küste. Der Betrieb hatte wegen Bedenken des Umweltministeriums mit einer Woche Verspätung begonnen. Nach einer Prüfung gab das Ministerium schließlich grünes Licht und teilte mit, es sei keine gesundheitliche Gefährdung der Küstenbewohner zu befürchten. Unter ihnen hatte es Unmut gegen das Projekt gegeben.

Das Erdgasfeld liegt rund 130 Kilometer westlich der Hafenstadt Haifa in etwa 1700 Metern Meerestiefe.

Das Erdgasfeld liegt rund 130 Kilometer westlich der Hafenstadt Haifa in etwa 1700 Metern Meerestiefe. Teilhaber sind neben dem US-Unternehmen Noble Energy die israelischen Unternehmen Delek und Ratio Oil Exploration (1992). Die privat finanzierte Entwicklung des Projekts kostete bislang mehr als 13 Milliarden Schekel (3,4 Milliarden Euro).

Israel verfügt über weitere Erdgasfelder, die Produktion aus dem Tamar-Feld beispielsweise hatte bereits 2013 begonnen. Mit dem Erdgas will sich das Land, das in der Region viele Feinde hat, seine Energieunabhängigkeit sichern. Es soll Israel außerdem den Kohleausstieg ermöglichen und das Land zum Energie-Exporteur machen. Davon erhofft sich der jüdische Staat auch bessere Beziehungen zu seinen Nachbarn. Über eine Pipeline will Israel außerdem von 2025 an Gas nach Europa liefern.  dpa

Interview

»Die vielfältigste Stadt der Welt«

Fleur Hassan-Nahoum über Jerusalem, den Erfolg der Impfaktion und Perspektiven für die Zeit nach der Pandemie

von Michael Thaidigsmann  26.02.2021

Purimfeiern

Hunderte in Israel verstoßen gegen Corona-Regeln

In Jerusalem lösten Beamte eine Party mit rund 250 Teilnehmern in einem Hotel auf

 26.02.2021

Israel

Ab April umfassende Öffnung angepeilt

Bis Ende März soll jedem ab 16 Jahren ein Impfangebot gemacht werden

 25.02.2021

Mittelmeer

170 Kilometer Katastrophe

Vor der israelischen Küste sollen Dutzende Tonnen Rohöl illegal abgelassen worden sein

von Sabine Brandes  25.02.2021

Corona-Pandemie

Zurück in den Alltag

Der grüne Gesundheitspass soll helfen, das öffentliche Leben wiederherzustellen und die Wirtschaft anzukurbeln

von Sabine Brandes  25.02.2021

Jerusalem

Entschädigung für Familien

Leid jemenitischer Kinder anerkannt

von Sabine Brandes  25.02.2021

Nachrichten

Bitte, Freiheit, Entschuldigung

Kurzmeldungen aus Israel

von Sabine Brandes  25.02.2021

Jerusalem/Teheran

Ashkenazi kritisiert Irans Verstöße gegen Atomabkommen

Das Vorgehen des Landes zeige, dass es weiter heimlich an der Entwicklung seiner nuklearen Fähigkeiten arbeiten wolle

 24.02.2021

Jerusalem

Vakzine für die Diplomatie

Netanjahu plant offenbar, Impfstoffe im Gegenzug für »Unterstützung« an andere Staaten zu senden

von Sabine Brandes  24.02.2021