Korruption

Ehud Olmert aus Haft entlassen

Ehud Olmert bei seiner Entlassung aus dem Maasiyahu-Gefängnis am Sonntagmorgen Foto: Flash 90

Der ehemalige Premierminister Ehud Olmert ist wieder auf freiem Fuß. Am Sonntagmorgen war er nach 16 Monaten Haft wegen guter Führung aus dem Maasiyahu-Gefängnis entlassen worden. Dort hatte er nach der Verurteilung wegen Korruption im Amt seit Februar 2016 eingesessen. Die Staatsanwaltschaft erklärte, sie werde keinen Einspruch einlegen.

Olmert war eigentlich zu 27 Monaten Haft wegen Bestechlichkeit verurteilt worden. Die Gefängnisverwaltung hatte am Donnerstag entschieden, dass die Dauer um mehr als ein Drittel gekürzt wird. Nach seiner Freilassung reichte er umgehend einen Antrag ein, die Bewährungsauflagen aufzuheben. Dazu gehören Reisen ins Ausland sowie das regelmäßige Vorsprechen bei der Gefängnisverwaltung und Treffen mit Sozialarbeitern.

Das Büro des Präsidenten Reuven Rivlin ließ wissen, dass »die entsprechenden Stellen das Gesuch prüfen«. Es hieß, dass der 71-Jährige nicht direkt darum gebeten habe, die Auflagen zu eliminieren, sondern sie auf die Zeit zu beschränken, die er im Gefängnis verbracht hatte. De facto wären sie damit umgehend beendet.

begnadigung Was aber nicht bedeute, erläuterte Olmerts Anwalt Eli Zohar, dass dies den Zusatz der »moralischen Verwerflichkeit« negiere. Fügen die Richter diesen hinzu, darf der Verurteilte sieben Jahre lang nicht in die Politik zurückkehren. Diese Aufhebung könnte lediglich eine vollständige Begnadigung des Präsidenten bewirken. Ob Olmert diese beantragen will, ist nicht bekannt. Ebenso ist nicht klar, ob der einstige Regierungschef Israels überhaupt Interesse hat, wieder auf dem politischen Parkett aufzutreten.

Er war 2009 von seinem Amt als Ministerpräsident zurückgetreten, als sich seine Regierung inmitten von Friedensverhandlungen mit den Palästinensern befand, die viele damals als »hoffnungsvoll« bezeichneten. Die Korruptionsfälle haben bereits zuvor, während seiner Zeit als Bürgermeister von Jerusalem, stattgefunden.

Angeblich schreibt der Ex-Politiker derzeit an seinen Memoiren, die geheime Informationen beinhalten könnten. Das behaupten verschiedene israelische Medien. Olmert beteuert indes, nichts Falsches getan zu haben. Nur wenige Stunden nach seiner Freilassung wurde er in einem Einkaufszentrum in Tel Aviv gesichtet, wo viele Passanten ihn euphorisch begrüßten.

Debatte

Völkerrecht und Iran-Krieg: Merz spricht von einem Dilemma

Es sei nicht der Moment, »unsere Partner zu belehren«, sagt der Kanzler zu den Angriffen der USA und Israels gegen den Iran. Verurteilungen und Sanktionen hätten gegen Teheran wenig ausgerichtet

 01.03.2026

Zusammenfassung

Israels Armee: Wir greifen Ziele des iranischen Terrorregimes im Herzen von Teheran an

Der Iran hat mittlerweile bestätigt, dass etliche hochrangige Militärs wie Generalstabschef getötet wurden

 01.03.2026

Iran

IDF: Chamenei war der Letzte auf der Terroranführer-Liste des 7. Oktober

Die israelische Armee hat bekannt gegeben, dass mit Chamenei der letzte der für die Massaker des 7. Oktober verantwortlichen Anführer eliminiert sei

 01.03.2026

Israel

Netanjahu kündigt Intensivierung von Angriffen auf Teheran an

In dieser Offensive setze Israel »wie nie zuvor« die gesamte Kraft der Armee ein, sagt der Premier

 01.03.2026

Iran-Krieg

Zwischen Jubel und Ungewissheit

Wie Israelis auf den Tod des iranischen Obersten Führers Ali Chamenei reagieren

von Sabine Brandes  01.03.2026

Luftfahrt

Bericht: Israels Staatsflugzeug zum Berliner Flughafen gebracht

Wegen des Kriegs gegen den Iran: »Flügel Zions« parkt nun am Flughafen BER

 01.03.2026

Israel

Neun Tote bei Einschlag iranischer Rakete in Synagoge in Beit Schemesch

Ein Haus, bei dem es sich um eine Synagoge handeln soll, wurde direkt von einer iranischen Rakete getroffen. Sechs Menschen werden weiterhin vermisst

 01.03.2026 Aktualisiert

Schweiz

Drohung gegen koscheren Supermarkt

In Zürich ist es am Samstagabend zu einem Großaufgebot der Polizei vor jüdischen Einrichtungen gekommen

von Nicole Dreyfus  01.03.2026

Deutschland

Warnung vor Terror-Gefahr in Deutschland wegen Iran-Krieg

Wegen des Krieges in Nahost rechnet der Antisemitismusbeauftragte der Bundesregierung, Felix Klein, mit einer »gesteigerten Bedrohungslage für jüdisches Leben in Deutschland«

 01.03.2026