Likud-Vorsitz

Edelstein fordert Netanjahu heraus

Sind sich offenbar nicht mehr grün: Die Likud-Politiker Benjamin Netanjahu und Yuli Edelstein (rechts) 2013 in der Knesset. Foto: imago stock&people

Schon seit Längerem ist er die Nummer Zwei hinter dem Parteichef. Doch nun hat sich Yuli Edelstein entschlossen, den langjährigen Likud-Vorsitzenden Benjamin Netanjahu herauszufordern.

Am Montagabend gab der in der ukrainischen Stadt Czernowitz geborene Edelstein, der in der Sowjetunion ein Kritiker des Regimes war, in einem TV-Interview offiziell bekannt, dass er gegen Netanjahu antreten wolle, sobald Vorwahlen für die Likud-Führung anstünden. Wann das sein wird, steht aber noch nicht fest.

Externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel anreichert. Wir benötigen Ihre Zustimmung, bevor Sie Inhalte von Sozialen Netzwerken ansehen und mit diesen interagieren können.

Mit dem Betätigen der Schaltfläche erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihnen Inhalte aus Sozialen Netzwerken angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät nötig. Mehr Informationen finden Sie hier.

Edelstein hatte bereits im Juni angedeutet, dass er Netanjahu herausfordern könnte. Jetzt sagte er, er hoffe, dass die Wahl so bald wie möglich anberaumt werde. Sollte der ehemalige Ministerpräsident erneut antreten, werde der Likud wieder eine Niederlage einstecken.

WAHLSCHLAPPEN »Mit Netanjahu werden wir ewig in der Opposition bleiben«, sagte Edelstein im Sender »Channel 13«. Der amtierende Likud-Vorsitzende und langjährige Regierungschef habe in den letzten Jahren bereits viermal versucht, eine Mehrheit zu erzielen, jedoch ohne Erfolg. »Wie können wir mit ihm ein fünftes Mal erfolgreich sein? Mit Netanjahu werden wir niemals an die Macht zurückkehren«, glaubt der Likud-Mann.

Ein Parteisprecher wies dagegen darauf hin, dass erst vor knapp zwei Jahren eine Vorwahl um den Vorsitz stattgefunden habe, bei der Netanjahu sich deutlich gegen Gideon Sa’ar durchgesetzt habe. Sa’ar hat den Likud mittlerweile verlassen und eine eigene Partei gegründet, die Teil der amtierenden Regierung in Israel ist.

SOWJETUNION Edelstein diente in den letzten Jahren als Gesundheitsminister und als Präsident der Knesset. Er glaubt nicht, dass er durch eine Kandidatur gegen den lanjährigen Likud-Anführer Netanjahu etwas zu verlieren hat. Netanjahu werde sein Amt schließlich nicht freiwillig aufgeben.

Bereits 1977 hatte Edelstein - Sohn zweier zum Christentum konvertierter Juden - versucht, die Sowjetunion zu verlassen. Sein Ausreiseantrag wurde aber abgelehnt. 1984 wurde er verhaftet und in ein Arbeitslager deportiert. 1987 wurde Edelstein schließlich freigelassen und durfte nach Israel ausreisen. Er sieht sich politisch als rechts von Netanjahu stehend an. mth

Jerusalem

Netanjahu will Israelis bestrafen, die das Ansehen des Landes beschädigen

Der Ministerpräsident reagiert damit auf die Diskussion um den Dokumentarfilm »Naza«. Über dessen Macher Yuval Abraham und Rachel Szor sagt der Regierungschef: »Ihr Platz ist nicht hier.«

 17.09.2026

New York/Tel Aviv/Rabat

Israel und Marokko wollen Beziehungen weiter aufwerten

Im Zuge der sogenannten Abraham-Abkommen begann Marokko 2020, die Beziehungen zu Israel zu normalisieren. Nun einigen sich die Außenminister beider Länder auf die Umsetzung konkreter Schritte

 17.09.2026

Umfrage

Netanjahus Lager liegt knapp vorn

Mit wie vielen Sitzen könnten der Likud und die ihn unterstützenden Parteien rechnen, wenn die Wahl heute stattfände?

 17.09.2026

Berlin

Berliner Linke nennen Hamas-Massaker »Widerstand«

In einer Sitzung wurde die Forderung nach einer »vollen politischen und materiellen Unterstützung des palästinensischen Widerstands in all seinen Formen« erhoben. Und dies ist nur die Spitze des Eisbergs

 17.09.2026

"Two serious people sit on outdoor metal stairs in casual, tactical clothing, appearing tired or contemplative, with sunlight casting shadows behind them against a plain wall in a rugged environment."

Netflix

Wenn Fiktion auf Realität trifft

Die israelische Erfolgsserie »Fauda« meldet sich mit einer eindrucksvollen neuen Staffel zurück

von Sarah Cohen-Fantl  16.09.2026

Diplomatie

Vance: US-Nahostpolitik darf nicht Israel untergeordnet sein

Der US-Vizepräsident betont strategische Partnerschaft mit Israel, pocht aber auf eine Außenpolitik, die sich an den Interessen der USA orientiert

von Sabine Brandes  16.09.2026

Tel Aviv

Israelischer Diplomat glaubt an neuen Beitritt zu Abraham-Abkommen

Israels Botschafter in den Vereinigten Arabischen Emiraten erklärt, dass in den nächsten vier bis sechs Monaten ein weiteres Land seine Beziehungen zu Israel normalisieren könnte

 16.09.2026

Gaza

Israel tötet mehrere hochrangige Hamas-Kommandeure

Israel geht gegen ranghohe Terroristen vor, darunter auch ein Mitglied des Islamischen Dschihad, das an den Massakern vom 7. Oktober beteiligt war

 16.09.2026

Sicherheit

Warnung ignoriert?

Vor dem 7. Oktober soll Mohammed bin Zayed, der Emir von Abu Dhabi, Netanjahu informiert haben

von Sabine Brandes  15.09.2026