Jom Haazmaut

Ecksteine der Existenz

Sie sind Olim Chadaschim, Mediziner, Sportler oder Erfinder. Sie kamen als »lone soldiers« ohne Familie nach Israel, sind säkulare und religiöse Menschen, stammen aus allen Bereichen der bunten israelischen Gesellschaft. Eines aber haben sie alle gemeinsam: Die 14 Frauen und Männer trugen mit ihrem außergewöhnlichen Einsatz wesentlich zum Leben und Überleben der Nation bei. Dafür wird ihnen die Ehre zuteil, an diesem Jom Haazmaut – dem 75. Geburtstag des Staates Israel – Fackeln auf dem Herzlberg zu entzünden.

Mit dabei ist einer, den die Israelis als »Helden« bezeichnen: Brigadegeneral Avigdor Kahalani, der im Sechstagekrieg von 1967 und im Jom-Kippur-Krieg 1973 kämpfte. Kahalanis beeindruckende Militärkarriere umfasst Taten der Tapferkeit und vorbildlicher Führung, wofür er mehrfach ausgezeichnet wurde. Im Jom-Kippur-Krieg befehligte er ein Bataillon in der Schlacht im Baka-Tal im Golan, das später als »Tal der Tränen« bezeichnet wurde. Mit nur einer Einheit hielt er damals die gesamte syrische Armee auf, was den Krieg bedeutsam beeinflusste. Präsident Schimon Peres erklärte ihn offiziell zum Helden.

Hingabe »Avigdor Kahalani ist ein Symbol und Beispiel für Hingabe, Führung und Zionismus. Gemeinsam mit ihm werden all die Zehntausende auf der Bühne stehen, die in den Schlachten zu Lande, in der Luft und auf See gekämpft haben. Die Helden des Jom-Kippur-Krieges, denen der Staat Israel sein Leben verdankt«, sagte Verkehrsministerin Miri Regev.

Kahalani ging später in die Politik, war erst bei der Awoda und dann im Likud Minister für Innere Sicherheit. Obwohl er nicht mehr politisch aktiv ist, hat er durchaus eine Meinung. »Die jetzige Zeit ist sehr schwierig für mich. Ich wache im Morgengrauen auf und sorge mich um die Lage der Nation.«

Mit dabei ist einer, den die Israelis als »Helden« bezeichnen: Brigadegeneral Avigdor Kahalani, der im Sechstagekrieg von 1967 und im Jom-Kippur-Krieg 1973 kämpfte.

Gleichfalls ruft der 78-Jährige dazu auf, in den nächsten Tagen die Unstimmigkeiten außen vor zu lassen. »Die Zeremonien von Jom Haschoa, Jom Hasikaron und Jom Haazmaut dürfen nicht durch die gegenwärtige Spaltung der Gesellschaft verletzt werden. Wir stehen vor heiligen Tagen für das Volk Israel. Es sind Eckpfeiler der Existenz des Staates Israel, und es wird gut sein, wenn Politiker die Konflikte beiseitelegen.«

spaltungen Weiter betont er: »Wenn ich am Grab meines Bruders Immanuel stehe, denke ich an ihn und an nichts anderes. Auch meine Frau Dalia, die zu den Gräbern ihrer beiden Brüder geht, denkt nur an sie. Wir befassen uns nicht mit Politik und Spaltungen, wenn wir unsere Toten betrauern.«

Ebenfalls zu den Fackelträgerinnen und -trägern gehört Hatam Hussein, Fachärztin für Innere Medizin und Infektionskrankheiten am Rambam-Krankenhaus in Haifa. Sie war Oberärztin in der Abteilung für Infektionskrankheiten und koordinierte ab 2011 den Bereich Infektionskontrolle. Heute leitet sie die Abteilung für Infektionsprävention und führt bahnbrechende klinische Forschung zu Krankenhausinfektionen und antibiotikaresistenten Bakterien durch.

Wer sich mit israelischem Sport beschäftigt, kennt David Blatt. Nachdem er seine Basketballkarriere an amerikanischen Universitäten begonnen hatte, nahm Blatt an der Makkabiade teil und wanderte daraufhin nach Israel aus. Er wurde Spieler und später Trainer – und verdiente sich als einer der größten Coaches aller Zeiten einen Platz in der israelischen Sportgeschichte.

Oberstleutnant »D.« (der Name darf nicht genannt werden), Kommandant der Duvdevan-Einheit, wurde ehrenhalber zum Kommandeur einer Spezialeinheit ernannt, die mit der Bekämpfung von Terrorismus betraut ist und versucht, Angriffe gegen Israelis zu vereiteln. Nina Avidar, geboren 1933 in Alexandria, arbeitete in den 50er-Jahren in Alija-Jugendlagern für jüdische Kinder aus Nordafrika. »Ich sah diese Kinder mit Funken von Weisheit in ihren Augen, ohne Chance auf eine gute Ausbildung und Selbstverwirklichung«, erzählt sie. »Es hat mir das Herz gebrochen.«

Philanthropie Die junge Nina wandte sich mit einer bahnbrechenden Idee an den jüdischen Philanthropen Edmond Safra: die Einrichtung einer Stiftung, die jungen Menschen, die aus nordafrikanischen Ländern eingewandert waren, helfen sollte, ihr Bildungspotenzial zu verwirklichen. Bis heute ist sie Präsidentin dieser Stiftung, einer der führenden philanthropischen Gruppen des Landes.

Nachdem Ofek Rishon während ihrer Schulzeit von Gleichaltrigen unerbittlich gemobbt wurde, wandte sie ihre negativen Erfahrungen zum Guten: Die 17-Jährige schärft seitdem das Bewusstsein über Mobbing an Schulen mit dem von ihr entwickelten Programm »The Boycott Patrol«.
Professor Avi Rivkind ist einer der Pioniere Israels im Bereich der Traumamedizin am Hadassah Ein Kerem Hospital in Jerusalem. Er war maßgeblich an der medizinischen Versorgung von Terroropfern beteiligt und ist zudem Leiter der Initiative »Young People Drive Differently«, die erklärt, wie wichtig sicheres Fahren ist.

Reut Amichai wird im Namen der vielen Freiwilligen der Organisation »HaShomer HaChadash« die Fackel entzünden. Die Gruppe hilft Bauern und Viehzüchtern, ihren Bestand vor Dieben und Vandalismus zu schützen.

Die Fackelträger haben eines gemeinsam: Sie trugen zum Leben und Überleben der Nation bei.

Die Gründerin des Vereins »Innovation Africa«, Sivan Yaari, bringt israelische Technologie in abgelegene afrikanische Dörfer. Heute versorgt ihre Initiative über eine Million Menschen mit Solarenergie, landwirtschaftlichen Geräten und Wasser­infrastruktur aus dem jüdischen Staat.

Der vielfach ausgezeichnete Schauspieler, Produzent, Drehbuchautor und Regisseur Shalom Asayag unterhält die Menschen mit seinem kulturellen Erbe: Geschichten seiner aus Marokko stammenden Familie.
Sylvan Adams, Philanthrop und Geschäftsmann, wanderte 2015 aus Kanada ein. Er hat zahlreiche Bildungsprojekte und medizinische Initiativen mit seiner Stiftung unterstützt. Neben vielen anderen gemeinnützigen Aktivitäten bietet diese auch Promotionsstipendien an.

Vered Ben-Saadon wurde in den Niederlanden geboren. Nach ihrer Alija gründete sie ihr eigenes Weingut im Westjordanland auf kargem Land. Heute gewinnt der gute Tropfen internationale Auszeichnungen.

Einwanderung Eliyahu Salah wanderte kurz nach der Staatsgründung 1948 aus Kurdistan nach Israel ein. Er kämpfte wie so viele als »lone soldier« in den Kriegen und gründete schließlich den Moschaw Shtula nahe der libanesischen Grenze. Im Laufe der Jahre »adoptierte« er Soldaten, die allein im Land waren, und hieß sie in seinem Haus willkommen. Außerdem schrieb Salah Hunderte von Gedichten über die Geschichte der Juden Kurdistans.

Auch die Pädagogin Jehudit Nagosa, die aus einer äthiopischen Familie stammt, wurde ausgewählt, eine Fackel auf dem Herzlberg zu entzünden. Sie leitet das vormilitärische Ausbildungsprogramm »Opportunity to Change« im Kibbuz Ein Hashlosha. Es richtet sich an Jungen, die etwa aufgrund von Vorstrafen von der Wehrpflicht befreit wurden, aber eine zweite Chance für einen sinnvollen Dienst suchen.

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