Tourismus

Doch kein Weltwunder?

Benjamin Netanjahu warb fürs Tote Meer. Foto: Flash 90

Sie haben alles gegeben. SMS im Dauertakt, Aufrufe in Facebook, zahllose Verlinkungen zur Internetabstimmung. Sogar Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und Supermodel Bar Refaeli rührten die Werbetrommel. Und am Ende hat es doch nicht gereicht. Zwar war das Tote Meer unter den 28 Finalisten und später sogar unter den besten 14 – zu den neuen sieben Weltwundern der Natur gehört es aber nicht. Israel, Jordanien und die Palästinensische Autonomiebehörde, die den einzigartigen Salzsee gemeinsam eingereicht hatten, sind enttäuscht.

Am 11.11.11 um 11.11 Uhr wurde von der Stiftung »New 7 Wonders« bekannt gegeben, wofür sich Millionen Menschen weltweit per Mobiltelefon und Abstimmung im Internet entschieden haben. Das Tote Meer gehört nicht dazu. Die neuen sieben Weltwunder der Natur sind (alphabetisch): der Amazonas, die Halong-Bucht im Norden Vietnams, die Iguazú-Wasserfälle in Brasilien und Argentinien, die Insel Jeju in der Koreastraße, die indonesische Insel Komodo, der unterirdische Fluss Puerto Princesa auf den Philippinen und der Tafelberg in Südafrika.

Kampagne Trotz des Ausscheidens betont Tourismusminister Stas Misezhnikov, dass die mehr als zwei Millionen teure Kampagne ein »wahrer Sieg« gewesen sei. Menschen aus aller Herren Länder seien durch die Aktion auf das Tote Meer und Israel aufmerksam gemacht worden. »Es ist sehr erfolgreich für Israels Ansehen im Ausland, die Früchte werden wir in einigen Jahren ernten«, meinte der Minister.

Die Gegend des Toten Meeres, wegen seiner heilsamen Wirkung bei Haut- und Atemwegserkrankungen auch gern als »größtes Spa der Welt« bezeichnet, ist der tiefste Punkt der Erde mit 423 Metern unter dem Meeresspiegel. Der westliche Strand läuft entlang israelischen Gebietes, auf der östlichen Seite liegt Jordanien, etwa 40 Kilometer Küstenlänge gehören zu den palästinensischen Gebieten.

Der schöne Salzsee droht allerdings auszutrocknen, da seit Jahrzehnten massiv Wasser aus dem Jordan, dem einzigen Zufluss, für die Landwirtschaft in der Umgebung abgepumpt wird. Im Vergleich zu den 60er-Jahren ist die Oberfläche um ein Drittel geschrumpft. Umweltverbände in Israel versuchen verzweifelt, das Sinken des Pegels auf der politischen Agenda zu halten. Die Kampagne für die neuen sieben Weltwunder der Natur war gelungene Werbung für die Erhaltung.

Genf

Palästinensischer Außenminister: Keine Regierung mit Hamas-Beteiligung

Die Palästinenser seien für einen Neuanfang bereit, sagt Riad Malki

 28.02.2024

Nachrichten

Aufruf, Anschlag, Geiseln

Kurzmeldungen aus Israel

von Sabine Brandes  28.02.2024

Israel

Geiselfamilien marschieren auf Jerusalem

Marsch begann am Gelände des Supernova-Musik-Festivals im südisraelischen Kibbutz Re’im

 28.02.2024

Gaza

Harte Arbeit an Feuerpause

Die Situation am Mittwochmorgen

 28.02.2024

Tel Aviv

Viele Billig-Flüge nach Israel werden gestrichen oder teurer

Seit ein Teil des Ben-Gurion-Flughafens geschlossen ist, zahlen Reisende und Unternehmen drauf

von Sabine Brandes  27.02.2024

Israel

Kommunalwahl beginnt trotz Gaza-Krieges

In evakuierten Gebieten am Rande des Gazastreifens wird aber erst im November gewählt

 27.02.2024

Gaza

Mehr als 30 Terroristen getötet

In zwei israelischen Ortschaften gab es derweil erneut Raketenalarm

 26.02.2024

Ramallah

Palästinensischer Regierungschef Schtaje reicht Rücktritt ein

Beobachter sehen einen symbolischen Schritt

 26.02.2024

Gaza-Krieg

Israels Armee legt Evakuierungspläne für Süden Gazas vor

Ferner genehmigte das Kriegskabinett laut der Mitteilung einen Plan zur Bereitstellung humanitärer Hilfe

 26.02.2024