Ernährung

»Die Restaurants finden uns«

Frau Ben Ari, Sie haben gemeinsam mit Omri Paz das Projekt »Vegan Friendly« ins Leben gerufen. Was verbirgt sich dahinter?
In den vergangenen Jahren haben sich immer mehr Menschen für eine vegane Ernährung entschieden. Das hatte viel mit Gary Yourofsky und dessen Vortrag »The Best Speech You Will Ever Hear« zu tun. Er hat grundlegende Dinge zum veganen Leben gesagt. Nur: Das Problem ist, wenn man komplett auf Tierprodukte verzichten, aber trotzdem auswärts essen möchte, wo geht man dann hin? In Restaurants oder Coffeeshops gab es nicht viele Möglichkeiten. Also haben wir uns Gedanken gemacht, was man tun kann.

Zu welchem Schluss sind Sie gekommen?
Wir haben bei Facebook eine Gruppe gegründet und Veganer in Israel gebeten, dieser Gruppe beizutreten. Der nächste Schritt war, dass wir uns auf den Weg in Restaurants gemacht haben.

Mit welchem Ziel?
Wir wollten ihnen sagen: Es gibt uns auch. Und wenn ihr vegane Gerichte zu eurer Speisekarte hinzufügt, dann werden wir das wiederum auf unserer Seite erwähnen. So sind wir also von Restaurant zu Restaurant gezogen.

Wie haben die Restaurants darauf reagiert?
Das war ganz unterschiedlich. Mittlerweile kennen uns die Restaurants. Sie melden sich bei uns und wollen, dass wir hinkommen und die Speisekarte prüfen. Aber natürlich hatten wir auch negative Erfahrungen und sind auf Leute gestoßen, die dies absolut nicht wollten. Der überwiegende Teil ist aber sehr offen gegenüber der Idee. Inzwischen bekommen auch die Restaurants ein gutes Feedback, und auch Nichtveganer finden die Speisen lecker.

Wie ist denn die Situation für Veganer in Israel?
Wenn man in der Nähe von Tel Aviv lebt, dann ist es schon okay. Heute weiß jeder, was vegan bedeutet. Im vergangenen Jahr war ich in einem Restaurant, und die Leute dort wussten überhaupt nicht, was ein Veganer ist. Aber mittlerweile gibt es so viele, dass es auch weitaus mehr Information gibt.

Ist das ein Trend?
Ich möchte es Veränderung nennen. Immer mehr Leute entscheiden sich für diese Lebensweise. Und in einigen Jahren wird sie auch noch mehr akzeptiert sein. So ist es mit Vegetariern auch gewesen.

Mit Meital Ben Ari sprach Katrin Richter.

www.vegan-friendly.co.il

Nahost

Israel und USA halten gemeinsam Marinemanöver ab

Im Roten Meer trainieren US- und israelische Seestreitkräfte gemeinsam – vor dem Hintergrund wachsender Spannungen mit dem Iran. Beide Seiten sprechen von einer Routineübung

 03.02.2026

Tel Aviv

Geheimes Hamas-Papier: Kontrolle über Gazas Verwaltung soll trotz neuer Struktur erhalten bleiben

Die palästinensische Terrororganisation will ihren Einfluss sichern, ohne bei der neuen Verwaltung Verdacht zu erregen

 03.02.2026

Geiseln

»Wie bitte - es gab keine Dringlichkeit?«

Ehemalige Verschleppte und Angehörige fordern den Rücktritt des Koordinators Gal Hirsch nach Interviews zu Befreiungskundgebungen

von Sabine Brandes  02.02.2026

Gaza

Grenzübergang Rafah teils für Personenverkehr geöffnet

Der Übergang ist das Nadelöhr für all diejenigen, die das Kriegsgebiet verlassen wollen. Jetzt sollen einige Palästinenser nach Prüfung durch Israels Geheimdienst wieder aus- und einreisen können

 02.02.2026

Militärübung

Israelische Armee probt für Angriff des Iran

Nördlich von Gaza trainierten Soldaten die Rettung von Verschütteten aus einem künstlich angelegten Trümmerfeld, das einem zerstörten Wohngebiet nachempfunden ist

 02.02.2026

New York/Tel Aviv/Gaza

Bericht: Bekannter Arzt aus Gaza soll Hamas-Oberst sein

Hussam Abu Safyia ist nicht nicht nur Mediziner und Krankenhaus-Chef, sondern ein ranghohes Hamas-Mitglied

 02.02.2026

Nahost

Israel rechnet diese Woche eher nicht mit US-Schlag gegen Iran

in Jerusalem wird Berichten zufolge eher von einem Zeitfenster von Wochen als von Tagen ausgegangen

 02.02.2026

Gesellschaft

Jüdisch-arabische Allianz als »Wendepunkt«

Bei der Großdemonstration gegen Gewalt und staatliches Versagen gingen am Samstag rund 40.000 Menschen in Tel Aviv auf die Straßen

von Sabine Brandes  01.02.2026

Nahost

Aus dem Leben eines Mossad-Spions im Iran

»Arash« googelte den israelischen Geheimdienst und wurde angeheuert. Kurz vor Beginn des Zwölf-Tage-Krieges wurde er ins Land geschleust

von Sabine Brandes  01.02.2026