Vermisst

Der Mann, der die Pferde liebte

Eliyahu Margalit Foto: Sabine Brandes

Vermisst

Der Mann, der die Pferde liebte

Eliyahu Margalit wurde im Kibbuz Nir Oz von Hamas-Terroristen ermordet und verschleppt

von Sophie Albers Ben Chamo  26.06.2025 15:21 Uhr

Der ganze Kibbuz habe in Flammen gestanden, überall seien Terroristen gewesen, und Eliyahu Margalit, den alle nur Churchill nannten, sei in die Ställe geeilt, anstatt bei seiner Frau und seiner Enkelin im Sicherheitsraum zu bleiben. »Dort wurde er von den Barbaren abgeschlachtet, neben den Pferden, die er so sehr liebte. Er konnte sie einfach nicht hungern lassen«, zitierte das Nachrichtenportal »Ynet« Margalits guten Freund Gilad Sharon.

Lesen Sie auch

Margalit war 75 Jahre alt, als er am 7. Oktober 2023 im Kibbuz Nir Oz von Hamas-Terroristen ermordet und verschleppt wurde. Erst zwei Monate später hatte die IDF die Familie offiziell informiert, dass der Mann, der seit 1969 in dem Kibbuz lebte und sich um die Tiere kümmerte, ermordet worden war und dass seine Leiche in Gaza festgehalten werde. Er hinterlässt seine Frau Daphna, die Kinder Noa, Danny und Nili sowie drei Enkelkinder. Auch seine 40-jährige Tochter Nili war entführt worden, konnte jedoch am 30. November 2023 im Rahmen eines Freilassungsabkommens der Hamas-Gefangenschaft entkommen. Die Familie berichtete später, dass die Terroristen auch Margalits geliebte Pferde gestohlen hätten.

Auch Margalits Freund Sivan Klingbail, der ebenfalls aus Nir Oz stammt, erinnerte sich vor allem an die Tierliebe.

Margalit sei »wie eine Negev-Version von Alexis Sorbas gewesen«, fährt Gilad Sharon fort. »Jeder war von dem Mann betört, der die personifizierte Liebe zu Tieren war und das unschuldige Herz eines Kindes in einem erwachsenen Körper trug.« Auch Margalits Freund Sivan Klingbail, der ebenfalls aus Nir Oz stammt, erinnerte sich vor allem an die Tierliebe: Wenn er an ihn denke, sehe er einen Mann, »der immer Arbeitskleidung und Stiefel trug, und der einen Futterwagen mit einem kranken Kalb hinter sich herzieht, um sich sieben Tage die Woche um das Tier kümmern zu können«, zitierte ihn die »Times of Israel«.

Sie wisse nicht, wie es weitergehen soll, schrieb Margalits Frau Daphna, als sich das Wissen um den Tod ihres Mannes erstmals jährte. »Der Ort, an den ich am liebsten zurückkehren würde, ist das Haus, das wir in Nir Oz geteilt haben. Ich habe so viel Schmerz in mir, vermisse dich so sehr und liebe dich unendlich.«

Gesellschaft

Zwischen den Welten – der Tod von Maher Khatar

Warum die militärische Beerdigung des gefallenen drusischen Reservisten aus Majdal Shams ein historischer Moment ist

von Sabine Brandes  12.03.2026

Jerusalem

Begnadigung für Netanjahu: Justizministerium äußert »erhebliche Bedenken«

Das Fehlen eines Schuldeingeständnisses könnte eine Begnadigung verhindern. Und dies ist nur eines von mehreren Problemen

 12.03.2026

Petach Tikva

Streubomben-Opfer: Getöteter Bauarbeiter beigesetzt

»Du hast dich immer um mich gekümmert, du warst immer bei mir. Ich verspreche, dich nicht zu enttäuschen«, sagt einer der Söhne von Amid Mortozov

 12.03.2026

Nahost

Iran und Hisbollah starten koordinierte Angriffe auf Israel – Raketenalarm im ganzen Land

Die Lage im Überblick

 12.03.2026

Kommentar

Chamenei und die VIP-Lounge im Paradies

»VIP?«, fragt ein Engel durch den Türspalt. »Gewiss. Ich bin der Erhabene Führer«, sagt er ungeduldig

von Louis Lewitan  12.03.2026

Krieg

Hisbollah feuert rund 150 Raketen auf Nordisrael

Israel bereitet sich Berichten zufolge auf noch heftigere Angriffe in der Nacht vor

 11.03.2026

Israel

Nachrichten aus Israel: Libanon, Opfer, Kriegsende, Charedim

Meldungen aus Israel

von Sophie Albers Ben Chamo, Sabine Brandes  11.03.2026

Knesset

Umstrittenes Armeegesetz für Ultraorthodoxe auf Eis

Zunächst müsse in Kriegszeiten der Staatshaushalt verabschiedet werden, erklärte der israelische Premier Netanjahu

von Sabine Brandes  11.03.2026

Lanz und Precht

»Irgendwie so bombt man sich das Ganze am Ende zurecht«

In ihrem wöchentlichen Podcast versuchen sich Talkmaster Markus Lanz und Philosoph Richard David Precht an einer Analyse der Hintergründe des Irankriegs – und scheitern gewaltig

von Michael Thaidigsmann  11.03.2026