Fussball

»Das mache ich nicht wieder«

Israels Ministerpräsident David Ben Gurion (l.) und der damals stellvertretende Verteidigungsminister Schimon Peres (r.) im Jahr 1962 Foto: Flash 90

Israels erster Ministerpräsident David Ben Gurion war kein wahrer Fußballfan: Das beweisen Aufnahmen eines Gesprächs, das der Gründungsvater Israels 1957 mit Schimon Peres, damals Generaldirektor des Verteidigungsministeriums, und den Generälen Mosche Dayan und Meir Amit führte.

Zur Eröffnung der Fußball-WM an diesem Donnerstag in Moskau hat die israelische Armee die Dokumente veröffentlicht, wie die »Times of Israel« berichtete.

Tormann Nach dem Spiel von Teams der französischen und der israelischen Armee am 9. Mai 1957 bemühte sich Ben Gurion redlich, fachmännische Bemerkungen abzugeben: »Es ist das erste Mal in meinem Leben, dass ich ein Fußballspiel gesehen habe. Das Spiel der Franzosen war schöner, aber unser Tormann war wunderbar. Sie waren gut darin, sich gegenseitig den Ball zuzuspielen, aber ihn ins Tor zu kriegen – das haben sie nicht geschafft. Unser Tormann war unglaublich, er hat sich zweimal auf dem Boden gerollt, um den Ball zu fangen.«

Das Team der israelischen Armee gewann das Spiel mit 3:0. Meir Amit sagte zu Ben Gurion, Grund dafür sei auch dessen Anwesenheit. Der Ministerpräsident reagierte mit der Bemerkung: »Das mache ich nicht wieder.«

Russen Außerdem schlug der Politiker vor, ein ständiges Fußballteam in der israelischen Armee zu gründen, um »die Russen zu schlagen«. General Amit versuchte offenbar, Ben Gurions Erwartungen zu dämpfen: »Die Russen haben ihr Team aus 170 Millionen ausgewählt«, sagte er laut der Gesprächsaufnahme. Doch Ben Gurion konterte: »Wir haben elf Millionen Juden, und wir haben einen Einstein produziert. Einen Einstein haben sie aus 170 Millionen nicht hervorgebracht. Alles hängt vom Kopf ab. Der Geist kontrolliert die Muskeln.«

Am Ende des Gesprächs fragte Mosche Dayan, wie Ben Gurion das Spiel gefallen habe. Die Reaktion des Ministerpräsidenten: »Es war außerordentlich. Ich habe es mir angeschaut, weil die israelische Armee und die französische Armee gespielt haben, ansonsten hätte ich nicht zwei Stunden meines Tages dafür geopfert.«

»Was ist der Unterschied zwischen einem Fußballspiel und ins Kino zu gehen?«, fragte Schimon Peres. »Das mache ich auch nicht«, antwortete David Ben Gurion. ag

Waffenruhe

Israelische Armee bereitet Offensive auf Gaza-Stadt vor

Sollte sich die Hamas nicht freiwillig entwaffnen, will die Armee den Angriff noch im März beginnen

 11.01.2026

Be'eri

Nach dem 7. Oktober

Daniel Neumann hat den Kibbuz Be’eri besucht und fragt sich, wie es nach all dem Hass und Horror weitergehen kann. Er weiß, wenn überhaupt, dann nur in Israel

von Daniel Neumann  10.01.2026

Knesset

In den Startlöchern

Israels Parteien bereiten sich auf die Wahl vor

von Sabine Brandes  10.01.2026

Nachrichten

Wetter, Katargate, Bevölkerung

Kurzmeldungen aus Israel

von Sabine Brandes  10.01.2026

Kommentar

Ärzte mit Grenzen

Die Waffen schweigen weitgehend in Gaza, der Informationskrieg tobt weiter. Ein besonders niederträchtiges Beispiel liefert »Ärzte ohne Grenzen«

von Wolf J. Reuter  10.01.2026 Aktualisiert

Kommentar

Die Proteste im Iran und die blamable Berichterstattung von ARD und ZDF

Die Mullahs sollen weg, der Schah soll kommen: Dafür hat die Linke gerade keine Erklärung parat - und mit ihr auch nicht die links geprägten Redaktionen des Öffentlich-rechtlichen Rundfunks

von Christoph Lemmer  10.01.2026

Gesellschaft

»Habaita« – das Wort des Jahres in Israel

Ein simpler hebräischer Ausdruck aus drei Silben bezeichnet das Gefühl eines ganzen Landes

von Sabine Brandes  10.01.2026

Iran

Netanjahu zu den Protesten im Iran: »Wir stehen an eurer Seite«

Jerusalem beobachtet genau, wie das Regime in Teheran auf die Demonstrationen reagiert

von Sabine Brandes  10.01.2026 Aktualisiert

Belgien

Außerhalb des Völkerrechts

Die belgische Regierung verweigert einer Staatsangehörigen die konsularische Betreuung, weil sie in einer von Brüssel nicht anerkannten israelischen Siedlung lebt

 09.01.2026