Streit

Das Ende von Schas?

Ein Bild aus glücklicheren Tagen: Eli Yishai (l.) und Aryeh Deri Foto: Flash90

In Israel kommen und gehen neue Parteien so schnell, dass Wähler oft kopfschüttelnd vor neuen Plakaten stehen. Und in die lächelnden Gesichter der Kandidaten schauen, von denen sie noch nie etwas gehört haben. Vor den geplanten Neuwahlen im März ist die politische Landschaft sogar noch dynamischer als zuvor. Neueste Nachrichten aus Jerusalem: Die Spitze an der ultraorthodoxen Partei Schas geht getrennte Wege.

Seit dem Tod ihres religiösen Oberhauptes Rabbiner Ovadia Yosef im Oktober des vergangenen Jahres tobte ein Machtkampf in den obersten Reihen der Sefardenpartei zwischen dem Vorsitzenden Ariye Deri und seinem Vorgänger, Ex-Innenminister Eli Yishai. Am Donnerstag trafen sich beide zu einem letzten Versuch, die Gräben zwischen ihnen zu überbrücken.

Parlamentswahlen
Offenbar vergeblich. Dabei hatten sich beide erst in der vergangenen Woche aufgerafft, ihre langjährigen Differenzen ad acta zu legen und wollten medienwirksam einen Neuanfang starten. Natürlich im Hinblick auf ihre Chancen bei den aufkommenden Parlamentswahlen.

Doch der Waffenstillstand zwischen den Rivalen währte nicht lange. Nach Berichten in verschiedenen israelischen Tageszeitungen wolle Yishai die Partei in der nächsten Zeit auf jeden Fall verlassen.

Er strecke bereits die Fühler aus und suche Verbündete für eine neue Partei als Konkurrenz zu seiner alten. Angeblich stehe er bereits in direkten Verhandlungen mit dem Minister für Wohnungsbau, Uri Ariel (Beit Hajehudi) und wartet auf dessen Zusage, seine Partei zu verlassen. Auf dem Programm stehe eine ultrarechte-ultraorthodoxe Vereinigung, heißt es.

Ein Vertrauter von Yishai sagte vor dem Beginn des Schabats im Armeeradio, dass die Differenzen an der Schas-Spitze nicht mehr zu reparieren seien. Eli Yishai habe sich wirklich darum bemüht, eine Lösung zu finden. Doch am Ende habe er bemerkt, dass Deri ihn nur benutze. »Die Übereinkunft der letzten Woche war für die Kameras. Doch man schließt keinen Frieden für die Kameras. Man schließt ihn Zuhause.«

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