Studie

Covid-Langzeitfolgen bei Kindern?

Etwa 200.000 Kinder in Israel sind bislang mit Corona infiziert worden. Foto: Flash90

Mehr als zehn Prozent von israelischen Kindern, die mit dem Coronavirus infiziert waren, könnten unter Langzeitfolgen leiden. Eine Studie dazu veröffentlichte das Gesundheitsministerium in Jerusalem am Dienstag.

AUSKUNFT 11,2 Prozent dieser Kinder im Alter von drei bis 18 Jahren könnten demzufolge die Folgen des sogenannten »Long Covid« erleben. 13.864 Eltern wurden für die Untersuchung telefonisch nach dem Befinden ihrer Kinder befragt, 94 Prozent hätten Auskunft gegeben.

1,8 Prozent der unter Zwölfjährigen und 4,6 Prozent der zwölf- bis 18-Jährigen beklagten noch sechs Monate nach der Diagnose Einschränkungen ihrer Gesundheit, heißt es in der Untersuchung. Die Wahrscheinlichkeit der Langzeitfolgen würde sich mit dem Alter erhöhen. Und sogar 3,5 Prozent jener, die keinerlei Symptome hatten, als sie positiv auf Corona getestet worden waren, klagten jetzt über langwierige Beschwerden.

Die Eltern klagen vor allem über ein gestörtes Schlaf- und Konzentrationsvermögen ihrer Kinder.

Die Eltern von 30 Prozent der Betroffenen beschrieben »eine Verschlechterung in neurologischen und kognitiven Fähigkeiten sowie der mentalen Gesundheit«. Dies zeigte sich nach ihren Angaben vor allem durch gestörtes Schlaf- und Konzentrationsvermögen im Vergleich zur Situation der Kinder vor der Corona-Diagnose.

KONTROLLGRUPPE Allerdings, schränkt das Gesundheitsministerium selbst ein: Da es keine Kontrollgruppe zu den Befragten, also keinen Vergleich mit anderen Personen gab, können die Ergebnisse nicht eindeutig dem Coronavirus zugeschrieben werden. Zudem haben lediglich die Eltern und keine behandelnden Ärzte Auskunft gegeben.

Ursache für die Gesundheitsprobleme könnten ebenso die langen Lockdowns, Schulschließungen, mangelnden sozialen Kontakte und auch der Raketenbeschuss während des Gazakrieges vom Mai sein, als Tausende von Raketen von der Hamas auf israelische Zivilisten gefeuert wurden.

ERKENNTNISSE »Gleichwohl sind die Erkenntnisse so verstörend, dass sie weitere Untersuchungen nötig machen, wie sich die Corona-Krise auf die kognitive und mentale Situation der israelischen Kinder auswirkt«, betont das Ministerium. Insgesamt sind bislang mehr als 200.000 israelische Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren positiv auf Corona getestet worden. Rund die Hälfte von ihnen haben keinerlei Symptome erlebt.

Einer Untersuchung der Yale-Universität zufolge betrifft »Long Covid« rund zehn Prozent der 18- bis 49-jährigen Patienten und etwa 20 Prozent der Betroffenen über 70 Jahre.

Jerusalem

Netanjahu weiterhin skeptisch gegenüber Iran-Deal

Ein Abkommen müsse weit über das Atomprogramm hinausgehen und auch Irans regionale Stellvertreterorganisationen einbeziehen, sagt der Ministerpräsident

 13.02.2026

Tel Aviv

Barak bedauert Kontakte zu Epstein und räumt problematische Formulierungen ein

Er habe im Rückblick »gründlicher urteilen« müssen und bedaure bereits das erste Treffen mit dem Investor im Jahr 2003, sagt der frühere Ministerpräsident

 13.02.2026

Öffentlicher Nahverkehr

Jetzt auch am Schabbat: Busverbindung von Tel Aviv zum Flughafen Ben Gurion

Die Linie 711, die bisher zwischen Tel Aviv und der Stadt Shoham unterwegs ist, wird künftig über den Flughafen geführt

 13.02.2026

Israel

Gesetz: Der 7. Oktober soll nicht »Massaker« heißen

Das Büro von Premierminister Netanjahu ließ das Wort für den Titel des Gedenktages streichen. Überlebende und Angehörige außer sich vor Wut

von Sabine Brandes  12.02.2026

Nahost

Israels digitale Front gegen Teheran

Hunderte Cyberattacken wurden in zwölf Monaten abgewehrt. Behörden sprechen von einer »ausgedehnten iranischen Kampagne«

von Sabine Brandes  12.02.2026

Westjordanland

Bericht: Autonomiebehörde zahlt weiterhin »Märtyrer-Renten«

Eigentlich hatte Mahmoud Abbas das Ende der international verurteilten »Pay for Slay«-Praxis verkündet. Laut einem Bericht von Palestinian Media Watch hat er gelogen

 12.02.2026

Gaza

Sicherheitsstillstand

Die Terrororganisation Hamas macht auch in der zweiten Phase des Waffenruhe-Abkommens klar, dass sie einer Entmilitarisierung nicht zustimmen wird

von Sabine Brandes  12.02.2026

Nachrichten

Botschafter, Kontrolle, Künstliche Intelligenz

Kurzmeldungen aus Israel

von Sabine Brandes  12.02.2026

Meinung

Wiesbaden: Wie man dem Antisemitismus und dem Islamismus eine Bühne bietet

Im Haus der Vereine durfte die Jugendgruppe »Salehin« auftreten. Offiziell ging es um eine »kulturelle religiöse Jugendveranstaltung«. Doch tatsächlich wurde dort Propaganda für das Mullah-Regime gemacht

von Daniel Neumann  12.02.2026