Staatsbesuch

Bundespräsident Steinmeier besucht zum Abschluss Grab von Ben Gurion

Bundespräsident Steinmeier (l.) und Israels Präsident Rivlin besichtigen in der Negev-Wüste das Zin-Tal im Awdad-Nationalpark an der Grabstätte des Gründers des Staates Israels, David Ben-Gurion und Paula Ben-Gurion. Foto: picture alliance/dpa

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier sieht nach dem Regierungswechsel in Israel neue Bewegung in Politik und Gesellschaft des Landes. »Nach Jahren der politischen Stagnation hier in Israel - vier Wahlen in zwei Jahren, in denen keine stabile Regierung zustande gekommen ist - ist jetzt so etwas wie ein politischer Aufbruch zu spüren.«

Das habe er in allen seinen Gesprächen erlebt, sagte Steinmeier am Freitag zum Abschluss seines dreitägigen Staatsbesuchs in Israel.

Am Freitag besuchte er zusammen mit Israels Staatspräsidenten Reuven Rivlin die Grabstätte des ersten Ministerpräsidenten David Ben Gurion und seiner Frau Paula in der Negev-Wüste. Er sei froh, dass er zu diesem Abschiedsbesuch bei seinem in Kürze aus dem Amt scheidenden Kollegen Rivlin gewesen sei, sagte Steinmeier. »Es hat mich berührt, dass dieser Abschied am Ende am Grab des Staatsgründers Ben Gurion stattgefunden hat.«

Israel wird seit kurzem von einer Acht-Parteien-Koalition regiert. »Selbstverständlich ist das kein einfaches Unterfangen, mit einer Acht-Parteien-Konstellation ein Land zu regieren, das von vielfältigen Schwierigkeiten nach wie vor geprägt ist«, sagte Steinmeier.

»Aber mein Eindruck aus den Gesprächen war, man hat sich verpflichtet untereinander, sich sehr pragmatisch den wichtigsten Tagesaufgaben zu widmen.« Die Regierung sei offenbar auch bemüht, manche Gräben wieder zuzuschütten, die durch die Polarisierung der vergangenen Jahre aufgerissen worden seien.

Steinmeier hatte am Donnerstag auch Gespräche mit dem neuen israelischen Ministerpräsidenten Naftali Bennett und Außenminister Yair Lapid geführt. Mit Rivlins bereits gewähltem Nachfolger Isaac Herzog traf er sich zum Mittagessen.

Gemeinsam mit Rivlin besuchte Steinmeier am Freitag noch das Institut für Wüstenforschung der Ben-Gurion-Universität des Negev. Dort erläuterte ihm unter anderem die aus Deutschland kommende Studentin Verena Sturm ihre Forschungsarbeiten zu Mikroplastik in Flüssen.

Jerusalem

Israel und Honduras vertiefen sicherheitspolitische Kooperation

Der israelische Verteidigungsminister Israel Katz sowie sein honduranischer Amtskollege Enrique Rodríguez Burchard unterzeichneten ein »Memorandum of Understanding«

 16.08.2026

Kairo

Jared Kushner führt Gespräche über Gaza in Ägypten

Der Schwiegersohn von US-Präsident Trump will in Ägypten Fortschritte im seit langem festgefahrenen Friedensplan für den Gazastreifen erzielen

 16.08.2026

Archäologie

1.300 Jahre altes »Industriegebiet« in Israel gefunden

Sorgsame Planung, vielseitige Nutzung: Industrie- und Gewerbegebiete waren offenbar auch schon vor 1.300 Jahren stadtplanerische Vorzeigeobjekte, wie ein Fund in Israel zeigt

 16.08.2026

Großbritannien

Israels Marathon-Team gewinnt Gold bei Leichtathletik-EM

In Birmingham liefern die israelischen Läufer die beste Teamleistung über 42,195 Kilometer. Bester Einzelläufer ist Gashau Ayale, der hinter einem Deutschen und einem Italiener auf Platz drei landet

 16.08.2026

Teheran

Iran richtet Mann wegen angeblicher Israel-Spionage hin

Die iranische Justiz hat ein weiteres Todesurteil vollstreckt. Menschenrechtler werfen den Behörden vor, die Todesstrafe zur Unterdrückung von Kritik einzusetzen

 16.08.2026

Jerusalem/Beirut

Israel meldet Tötung von Hisbollah-Kommandeur im Südlibanon

Bei israelischen Luftangriffen am Samstag soll laut Militärangaben Abu Hassan Alaa getötet worden sein

 16.08.2026

Buenos Aires/Jerusalem

Mali und Liel Yahalomi in Argentinien gefunden

Das Drama um die in Wien verschwundene Mutter und Tochter hatte ganz Israel in Atem gehalten. Nun sind die beiden in Südamerika aufgetaucht – und der Fall erweist sich als viel komplizierter, als bisher gedacht

 16.08.2026

Essay

Politische und moralische Bankrotterklärung

Die Literaturkritikerin Maha El Hissy hat kein Problem damit, die populärste antisemitische Ritualmordlegende unserer Gegenwart zu verbreiten. Trotzdem wurde sie in die Jury des renommierten Deutschen Buchpreises berufen

von Daniel Neumann  15.08.2026

Österreich

Vermisste Israelinnen in Wien: Polizei stellt Suche ein

Europol hat die Ermittlungen im Fall der in Wien vermissten Israelinnen übernommen. Auch der Mossad soll vor Ort sein. Es wird davon ausgegangen, dass Mutter und Tochter nicht mehr in der Stadt sind

 14.08.2026