Jerusalem

Besuch mit Eklat

US-Vizepräsident Mike Pence an der Kotel Foto: Flash 90

Am Dienstag hat der amerikanische Vizepräsident Mike Pence die Kotel in der Jerusalemer Altstadt besucht. Es sei eine große Ehre, das Heiligtum der Juden aus nächster Nähe zu sehen, sagte er, steckte – der Tradition folgend – einen Zettel mit einem Wunsch in die Mauerspalten und sprach ein kurzes Gebet.

Wie bereits beim Besuch von US-Präsident Donald Trump waren an diesem sensiblen Ort keine politischen Vertreter Israels anwesend. Lediglich der Rabbiner der Klagemauer begleitete ihn. Es handele sich um einen privaten Besuch des US-Politikers, hieß es.

hashtag PenceFence Einen Eklat gab es dennoch: An der Klagemauer waren weibliche Journalisten, die Pence begleiteten, von ihren männlichen Kollegen getrennt worden und in den Frauenbereich hinter eine Abdeckung geleitet worden. Einige der Reporterinnen beklagten daraufhin wütend, dass sie einzig deshalb »ihren Job hinter den Männern erledigen müssen, weil sie Frauen sind, und dass dies für ein modernes Land völlig inakzeptabel ist«.

Schließlich gab es einen Kompromiss, bei dem die Abdeckung entfernt wurde und die Frauen auf Stühlen stehen durften, um den Besuch zu verfolgen. Doch der Unmut vieler blieb. Unter dem Hashtag PenceFence wird der Skandal mittlerweile auf den sozialen Medien im Internet diskutiert.

Frieden Zuvor war Pence mit dem israelischen Präsidenten Reuven Rivlin zusammengekommen. Dieser sagte, dass die US-Anerkennung Jerusalems die deutlichste Verbindlichkeitserklärung der Amerikaner für Israel sei. Er hoffe, dass die Entscheidung dazu beitrage, den Frieden in der Region voranzubringen.

Der Gast erwiderte, er sei sehr bewegt, wie viel Jerusalem für den Frieden bedeute und dass Vertreter der drei Weltreligionen seit Generationen hier in Harmonie gelebt hätten. Gemeinsam mit seiner Frau Karen und Premier Benjamin Netanjahu sowie dessen Frau Sara hatte Pence auch die Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem besucht.

Israel

Feiern zu Lag BaOmer am Berg Meron eingeschränkt

An Lag BaOmer gedenken Juden des Aufstands gegen Rom. Zehntausende pilgern traditionell zum Berg Meron in Nordisrael. Kriegsbedingt dürfen dieses Jahr nur 600 kommen – doch Tausende umgehen die Sperren

 05.05.2026

Tel Aviv

Jonathan Pollard will in die Politik

Der frühere Spion sagt, Israel brauche eine neue politische Richtung und eine entschlossenere Führung

 05.05.2026

Teheran

US-Geheimdienste: Irans Atomprogramm wurde kaum gebremst

Offenbar bleibt das Teheraner Regime weiterhin nur ein Jahr davon entfernt, eine Nuklearwaffe herstellen zu können. Diese Bewertung galt bereits nach den Militärschlägen im Sommer 2025

 05.05.2026

Nahost

Bennett sieht Angriffe auf Emirate als Kriegserklärung Irans

Der israelische Oppositionspolitiker Bennett bewertet die Angriffe des Iran auf die Emirate als Wiederaufnahme des Kriegs. Die Anweisungen des Zivilschutzes in Israel bleiben vorerst unverändert

 04.05.2026

Kommentar

Wenn das kein Antisemitismus ist, was dann?

Ein Mann wollte in Zürich eine Synagoge in Brand stecken. Der Täter gestand die Attacke. Er kam vor Gericht. Nun wurde er freigesprochen

von Nicole Dreyfus  04.05.2026

Wirtschaft

Wenn Stärke teuer wird

Die israelische Währung ist gegenüber dem Dollar so viel wert wie seit 30 Jahren nicht mehr – mit misslichen Folgen für die Start-up- und Hightech-Branche

von Sabine Brandes  04.05.2026

Belu-Simion Fainaru

»Als Künstler spreche ich eine universelle Sprache«

Der israelische Bildhauer über den Rücktritt der Jury und die Politisierung der Kunstbiennale von Venedig

von Ayala Goldmann  04.05.2026

Gesetz

Balanceakt oder Begnadigung?

Die Generalstaatsanwältin signalisiert Gesprächsbereitschaft für eine Einigung im Prozess von Premier Netanjahu

von Sabine Brandes  04.05.2026

Archäologie

Rätsel um antikes Baby-Massengrab

Wissenschaftler der Universität Tel Aviv haben Knochenreste aus der Perserzeit gefunden, die in Tel Aseka bestattet wurden. Etwa 70 Prozent stammen von Kindern unter zwei Jahren

von Sabine Brandes  04.05.2026