Jom Haazmaut

Barbecue und Hammer

Mit einem Staatsakt auf dem Herzlberg in Jerusalem, bei dem ausgewählte Israelis feierlich Fackeln entzündeten, haben am Mittwochabend die Feiern zum 67. Unabhängigkeitstag in Israel begonnen. Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu sagte: »Wenn wir die Länder in unserer Umgebung sehen, dann sehen wir auch, was Israel mit seiner lebendigen Demokratie und gleichen Rechten für alle Bürger davon unterscheidet.«

Fackeln Die erste Fackel entzündete die israelisch-arabische TV-Journalistin Lucy Aharish. Die Muslima, die in Dimona im Süden Israels aufgewachsen ist, setzt sich trotz Anfeindungen von beiden Seiten für die Koexistenz von Juden und Arabern in Israel ein. Sie widmete ihre Fackel »Misrachim und Aschkenasim, Religiösen und Säkularen, Arabern und Juden«. Weitere Fackeln wurden von Danny Gold, dem Erfinder des Raketenabwehrsystems »Iron Dome«, und dem Sänger und Komponisten Avihu Medina entzündet.

Nach dem hebräischen Kalender wurde der Staat Israel am 5. Ijar 5708, nach dem gregorianischen Kalender am 14. Mai 1948 ausgerufen. An diesem Tag endete das britische Mandat über Palästina.

Am Unabhängigkeitstag unternehmen viele Familien Wanderungen in der Natur oder verbringen den Tag im Freien mit Picknick und Grillen. Balkone, Autos und Schaufester werden mit israelischen Flaggen geschmückt. Die israelische Luftwaffe bestreitet verschiedene Militärparaden am Himmel über Israel. Beliebt am Jom Haazmaut sind aus unerfindlichem Grund auch Plastikhämmer, die bei Partys auf den Straßen auf den Köpfen von Mitfeiernden landen.

Grußwort In seinem Grußwort an die jüdischen Gemeinden in der Diaspora erinnerte Israels Präsident Reuven Rivlin an die Menschen, die ihr Leben bei der Verteidigung des Staates verloren haben. »Wir erinnern uns, dass wir aufgrund ihres Opfers heute frei als Juden in Eretz Israel leben können«, sagte Rivlin.

Israel, so der Präsident, werde ewig in der Schuld seiner Freunde und Unterstützer im Ausland stehen. »Jene, die zur Förderung von Wohltätigkeitsorganisationen und Stiftungen beigetragen haben und es weiterhin tun werden, jene, die in den Israelischen Verteidigungsstreitkräften Freiwilligendienst leisten – sogar in Zeiten des Krieges –, jene, die sich für Israel in den Medien einsetzen – sie sind alle teil unserer israelischen Familie, und sollten Freude und Stolz bei der Begehung der Feierlichkeiten zum Unabhängigkeitstag empfinden.«

Zum Schluss seines Grußwortes betonte Rivlin: »Gemeinsam können wir daran arbeiten, Israels Versprechen einzulösen, ein jüdischer demokratischer Staat zu sein, mit Gleichberechtigung und Freiheit für all seine Bürger. Das ist meine Hoffnung, mein Gebet und meine Mission.«

Bevölkerung Wie das Zentralbüro für Statistik kurz vor Beginn des Unabhängigkeitstages mitteilte, ist Israels Bevölkerung seit dem vergangenen Jahr um zwei Prozent gewachsen. Von den inzwischen 8,35 Millionen israelischen Bürgern sind drei Viertel Juden und 21 Prozent Araber. Damit umfasst die Bevölkerungsstatistik 162.000 Menschen als im Vorjahr. 32.000 Menschen sind seit dem Unabhängigkeitstag 2014 nach Israel eingewandert.

Meinung

Liebe Politiker, habt ihr nur warme Worte im Angebot?

Das CDU-Präsidium hat einen Beschluss zum Schutz jüdischen Lebens gefasst. Er ist gut gemeint, aber nicht wirklich überzeugend

von Michael Thaidigsmann  06.05.2026

Nachrichten

Licht, Erfolg, Reise

Kurzmeldungen aus Israel

von Sabine Brandes  06.05.2026

Wahlkampf

Alte Bekannte, neue Bündnisse

Der Kampf um die Sitze in der nächsten Knesset hat begonnen. Eine drusische Partei sorgt für besonderes Aufsehen – und für überraschende Möglichkeiten

von Sabine Brandes  06.05.2026

Washington D.C.

Demokraten drängen Trump zu Klarheit über Israels Atomprogramm

In einem Schreiben an Außenminister Marco Rubio verlangen mehr als zwei Dutzend Parlamentarier detaillierte Informationen über das Programm

 06.05.2026

Bildung

Israelische Hochschulen unter den weltweit besten Gründer-Schmieden

Zwei Universitäten im jüdischen Staat schaffen es in die Top 10

 06.05.2026

Mount Asahi

Israelin stirbt bei Bergtour in Japan

Auf dem Mount Asahi wurden die sterblichen Überreste von Tevel Shabtai von einem israelischen Rettungsteam gefunden

 06.05.2026

Nahost

Rubio: »Die Operation Gewaltiger Zorn ist abgeschlossen«

»Jetzt widmen wir uns dem Projekt Freiheit«, betont der amerikanische Außenminister

 05.05.2026

Archäologie

Rätsel um antikes Baby-Massengrab

Wissenschaftler der Universität Tel Aviv haben Knochenreste aus der Perserzeit gefunden, die in Tel Aseka bestattet wurden. Etwa 70 Prozent stammen von Kindern unter zwei Jahren

von Sabine Brandes  05.05.2026

Berlin

Deutschland und Israel demonstrieren Einigkeit in Iran-Frage

Die Außenminister Deutschlands und Israels zeigen einen engen Schulterschluss gegen den Iran - reden aber auch kritisch miteinander

von Ulrich Steinkohl  05.05.2026