Nachrichten

Auszeichnung, Partei, Schin Bet

Nach ihrer Freilassung spricht Amit Soussana in ihrem zerstörten Kibbuz Kfar Aza. Foto: Paulina Patimer

Auszeichnung
Die freigelassene Hamas-Geisel und Überlebende sexueller Übergriffe, Amit Soussana, ist mit dem International Woman of Courage Award 2025 des US-Außenministeriums geehrt worden. Bei der Verleihung in Washington forderte sie ein weltweites Engagement für die sofortige Freilassung der weiterhin in Gaza gefangenen Geiseln. »Es ist mir eine unglaubliche Ehre, heute vor Ihnen zu stehen, aber es ist auch ein zutiefst schmerzhafter Moment«, so Soussana, die als eine von acht Frauen aus aller Welt ausgezeichnet wurde. »Während ich hier stehe, sind meine Freunde weiterhin in der Dunkelheit. Mehr als 540 lange Tage und Nächte. Sie leiden immer noch, warten immer noch, hoffen immer noch. Ihre Stimmen bleiben ungehört. Deshalb muss ich für sie sprechen. Wir müssen weitermachen, bis sie alle frei sind«, sagte Soussana in ihrer Ansprache.

Partei
Der ehemalige Premierminister Naftali Bennett, der sich für die kommende Wahl zur Knesset in Position bringt, hat in der vergangenen Woche die Registrierung einer neuen politischen Partei unter dem vorläufigen Namen »Bennett 2026« bekannt gegeben. Bennett, der die inzwischen aufgelöste rechtsgerichtete Yamina-Partei anführte, ist seit dem Zusammenbruch seiner Patchwork-Koalitionsregierung im Jahr 2022 nicht mehr im Amt. Mit seiner Partei hatte er 2021 Premierminister Benjamin Netanjahu nach zwölf aufeinanderfolgenden Jahren aus dem Amt verdrängt. Die Registrierung von Bennetts neuer Partei wurde vom Vorsitzenden der Nationalen Einheit, Benny Gantz, der 2021 unter Bennett Verteidigungsminister war, und vom Oppositionsführer und ehemaligen Bennett-Verbündeten Yair Lapid begrüßt. Letzterer schrieb auf X: »Israel braucht eine gute Regierung.« Bennett und Lapid waren beide im Rahmen eines Rotationsabkommens Premierminister.

Schin Bet
Israels Oberstes Gericht erlaubt die von der rechtsreligiösen Regierung gewünschte Entlassung des Inlandsgeheimdienstchefs vorerst nicht. Die Richter erließen eine einstweilige Verfügung, wonach Schin-Bet-Chef Ronen Bar im Amt bleiben muss und seine Befugnisse nicht eingeschränkt werden dürfen, bis es eine finale Entscheidung in dem Fall gebe. Die Regierung darf demnach auch keinen Nachfolger für Bar ernennen. Das Gericht bestimmte aber erneut, dass Nachfolgekandidaten befragt werden dürfen. Die Richter regten zudem an, dass die israelische Regierung und die Generalstaatsanwaltschaft einen Kompromiss im Rechtsstreit erreichen sollen, und gab beiden Seiten zunächst bis zum 20. April dafür Zeit. Sollten sie keine Einigung erzielen, wird das Gericht entscheiden.

Videos
Nach fast 550 Tagen hat die Familie des von der Hamas als Geisel nach Gaza verschleppten Maxim Herkin endlich Gewissheit: Der mittlerweile 36-Jährige lebt. Terroristen haben ein Propagandavideo veröffentlicht, in dem Herkin neben der Geisel Bar Kupershtein zu sehen ist. Die Eltern von Matan Angrest, eines am 7. Oktober nach Gaza verschleppten israelischen Soldaten, haben ihrerseits das schockierende Video von dessen Entführung online gestellt, um den Druck auf die Hamas und Israels Regierung für dessen Freilassung zu erhöhen. Es zeigt, wie Dutzende Hamas-Terroristen den damals 20-Jährigen verwundet aus dem Panzer zerren und ihn zusammenschlagen. Sie habe keine andere Wahl gehabt, schrieb Angrests Mutter auf Instagram. Die Welt müsse »die Gewalt sehen, die mein Sohn erlitten hat, und die dringende Notwendigkeit, ihn nach Hause zu holen«.

Israelische Zeitungen

Wahlergebnisse

»Sieg der Extreme«

Nach dem AfD-Erfolg in Mecklenburg-Vorpommern wächst in Israel die Aufmerksamkeit für Deutschlands politische Verschiebung

von Sabine Brandes  22.09.2026

Debatte

Wehret den Anfängen gilt rechts und links

Ein Offener Brief an Bischof Christian Stäblein vom Evangelischen Arbeitskreis der CDU Berlin/Brandenburg

von Cornelia Seibeld  22.09.2026

Reaktionen

Besorgnis in Israel nach Berlin-Wahl

Der Wahlsieg der Linken sorgt vor allem mit Blick auf Antisemitismus und das jüdische Leben in der deutschen Hauptstadt für Aufmerksamkeit in israelischen Medien

von Sabine Brandes  22.09.2026

Umfrage

Mehrheit sieht keine Chance für friedliche Zwei-Staaten-Lösung

Eine friedliche Koexistenz ist für eine Mehrheit der Israelis und eine noch größere Mehrheit der Palästinenser im Westjordanland und in Ostjerusalem derzeit nicht vorstellbar

 22.09.2026

Alei Zahav

Terroranschlag im Westjordanland: Vater rettet seinem Sohn das Leben und stirbt

»Papa, ich möchte dir für 16 gemeinsame Jahre danken. Danke, dass du mir zugerufen hast, als der Terrorist kam«, sagte der 16-Jährige Yoav bei der Beerdigung seines Vaters

 22.09.2026

Meinung

Berlin bekommt, was es verdient!

Ein Kommentar von Chefredakteur Philipp Peyman Engel zum Erdrutschsieg der Linkspartei in der Hauptstadt

von Philipp Peyman Engel  20.09.2026

Jerusalem

Ein toter Israeli bei Terroranschlag im Westjordanland

Kurz vor Beginn von Jom Kippur kommt es zu zwei Terroranschlägen im von Israel besetzten Westjordanland. Ein israelischer Zivilist und einer der angreifenden Palästinenser werden getötet

 20.09.2026

Jerusalem

Präsident Herzog begnadigt verurteilten Ex-Soldaten Elor Asaria

Israels Präsident lässt einen Strafregistereintrag des ehemaligen Soldaten löschen, der 2016 einen am Boden liegenden, palästinensischen Attentäter tötete. Die israelische Armee war laut Berichten dagegen

 20.09.2026

Kommentar

Wo ist mein Berlin, in dem es keinen Hass auf Juden mehr geben sollte?

Unsere Gastautorin Dorothea Schupelius warnt vor der unheiligen Allianz der Linkspartei mit radikalen Muslimen - und vermisst das Berlin, in dem sie aufgewachsen ist

von Dorothea Schupelius  20.09.2026