Vermisst

Aus der Klinik in den Kampf

Ran Gvili wurde nur 24 Jahre alt. Foto: Sabine Brandes

Vermisst

Aus der Klinik in den Kampf

Der Polizist Ran Gvili wurde für tot erklärt

von Sabine Brandes  01.05.2025 08:54 Uhr

In den frühen Morgenstunden des 7. Oktober 2023 wartete der Polizist Ran Gvili im Krankenhaus auf die geplante Operation einer Verletzung. Doch als er hörte, was in den südlichen Gemeinden Israels passierte, sprang er auf und machte sich sofort auf den Weg, um den Kampf gegen die einfallenden Hamas-Horden zu unterstützen.

Als Mitglied der Yasam-Spezialeinheit im Polizeibezirk Negev kämpfte Gvili in der Gegend von Alumim gegen Terroristen, die mordend und plündernd durch die kleinen Ortschaften zogen. Der letzte WhatsApp-Kontakt mit Freunden fand um 10.50 Uhr statt. Ihm sei zweimal ins Bein geschossen worden, schrieb er. Es war das letzte Mal, dass überhaupt jemand von ihm hörte.

Lesen Sie auch

Zunächst galt Gvili als vermisst. Doch am 30. Januar 2024 erklärten der Oberrabbiner und ein Team aus Rabbinern sowie Gesundheitsexperten auf Grundlage aktueller Erkenntnisse und Geheimdienst­informationen den Tod des 24-Jährigen. Es wird angenommen, dass seine Leiche von der Hamas verschleppt wurde und im Gazastreifen festgehalten wird.
Doch seine Angehörigen wollen die Hoffnung noch nicht aufgeben. Gvilis Familie stammt aus Meitar in der Nähe von Beer Sheva.

»Uns wurde gesagt, dass er getötet wurde, aber irgendwie halten wir an der Hoffnung fest, dass es sich vielleicht um einen Irrtum handelt«, sagte Gvilis Tante Hila Milrad gegenüber israelischen Medien, als sie sich in Paris für die Befreiung der Geiseln engagierte. »Er ist körperlich und geistig sehr stark, vielleicht gibt es also noch eine Chance.«

Während sie vom Leid der Geiseln und den schrecklichen Bedingungen erfahren, die diese ertragen müssen, sei es schwer, »sich Rani in dieser Situation vorzustellen«, so Milrad weiter. »Es ist eine emotionale Achterbahnfahrt. Wir hoffen so sehr, etwas von ihm zu hören, dass jemand ihn in Gaza gesehen und sprechen gehört hat. Vor allem aber hoffen wir, dass alle Geiseln nach Hause zurückkehren. Nicht morgen, sondern heute.«

Diplomatie

Somaliland eröffnet Botschaft in Jerusalem

Es handelt sich bereits um die achte diplomatische Vertretung, die in der israelischen Hauptstadt eröffnet wurde

 16.06.2026

Interview

»Mir wurde immer wieder vorgeworfen, ich sei zu proisraelisch«

Der Schweizer Politiker und Ständerat Daniel Jositsch über seinen wahren Austritt aus der SP, postkoloniale Irrwege und den Antisemitismus innerhalb der Linken

von Nicole Dreyfus  16.06.2026

Nahost

Trotz des Iran-Abkommens: Hisbollah greift israelische Soldaten an

Nach Angaben der israelischen Streitkräfte feuerte die von Iran unterstützte Terrororganisation im Laufe des gestrigen Tages mehrere Geschosse auf IDF-Soldaten im Südlibanon

 16.06.2026

Jerusalem

Netanjahu bezeichnet Iran-Krieg als Erfolg, hält sich über Deal zurück

»Wir wissen nicht, was in dem Abkommen steht«, sagt der israelische Ministerpräsident. Entscheidend sei, dass es von einer glaubwürdigen militärischen Drohkulisse begleitet werde

 16.06.2026

Karlsruhe

Bekennervideo aufgetaucht: Hamas plante konkreten Anschlag in Europa

Seit Herbst letzten Jahres hatte die Bundesanwaltschaft insgesamt neun Anhänger der Hamas festnehmen lassen

 16.06.2026

In eigener Sache

Jüdische Allgemeine depubliziert Texte von Stephan-Andreas Casdorff

Die Prüfung mit spezialisierter Software legt Nahe, dass zwei Kommentare des »Tagesspiegel«-Editor-at-Large in dieser Zeitung von einer KI geschrieben wurden

 15.06.2026

Nahost

Hisbollah: Waffenruhe gilt auch für Libanon

Die geplante 60-tägige Waffenruhe zwischen den USA und Iran gelte auch für den Libanon, behauptet die Terror-Miliz. Doch eine Bestätigung gibt es dafür nicht

 15.06.2026

Uganda

Entebbe-Entführung 1976: Debatten um Linksterror und Antisemitismus

Vor 50 Jahren entführten zwei Deutsche und zwei Palästinenser einen Airbus aus Israel nach Uganda. Dabei sollen sie Geiseln nach antisemitischen Kriterien voneinander getrennt haben. Die Tat befeuerte das Unbehagen vieler Linker mit Gewalt

von Nils Sandrisser  15.06.2026

Reisen

2,4 Millionen Israel-Flugtickets könnten storniert werden

Noch immer nehmen US-Maschinen den größten Teil des Ben-Gurion-Flughafens in Beschlag. Verkehrsministerin Regev warnt vor Schäden in Milliardenhöhe

von Sabine Brandes  15.06.2026