Kurzmeldungen

Auf die Schnelle

Zu Rosch Haschana: Obst für Arme Foto: Flash 90

Verschlossen
Nach der Schließung der iranischen Botschaft in Kanada hat die israelische Regierung das Land überschwänglich gelobt. Der kanadische Außenminister John Baird hatte erklärt, dass Teheran die größte Bedrohung der weltweiten Sicherheit sei, und die iranischen Diplomaten ausgewiesen. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu gratulierte seinem Kollegen Stephen Harper zu dem Schritt, der »Führungskraft und Mut« beweise. Kanada habe eine moralische Entscheidung der höchsten Art getroffen. Staatspräsident Schimon Peres pflichtete ihm bei: »Wieder einmal hat Kanada bewiesen, dass Moral vor Pragmatismus kommen muss. Das Land zeigt eine Politik, die Prinzipien und Werte vermittelt.« Das sei ein Beispiel für alle Staaten der Welt.

Vertrieben
Sie soll das Bewusstsein schärfen. Die neue Kampagne des israelischen Außenministeriums »Ich bin ein Flüchtling« will die wenig bekannte Geschichte der jüdischen Flüchtlinge aus arabischen Staaten in die Öffentlichkeit bringen. Die internationale Aktion wird in drei Sprachen veröffentlicht: Hebräisch, Arabisch und Englisch. Juden, die viele Generationen in arabischen Staaten gelebt hatten, wurden nach der Gründung Israels in ihren Heimatländern verfolgt und schließlich vertrieben. Zwischen 1948 und 1952 wurden so 856.000 Juden zu Flüchtlingen. Informationen und Augenzeugenberichte sind im Internet, etwa auf Facebook, zu finden.

Verstorben
Die neue Sterbestatistik ist da. 2010 sind etwas mehr Frauen (50,2 Prozent) als Männer gestorben. Fast 80 Prozent waren bei ihrem Tod bereits über 65 Jahre alt, 34 Prozent sogar über 85. 1,6 Prozent waren Babys vor ihrem ersten Geburtstag – damit liegt deren Sterberate bei 2,4 Prozent. Die häufigste Todesursache sind noch immer Krankheiten. Etwas weniger als die Hälfte aller Israelis sterben an Krebs oder Herzproblemen. Komplikationen bei Diabetes sind dritthäufigste Todesursache bei Frauen, bei Männern stehen sie auf Platz vier. Unfälle, Selbstmorde und Tötungen stehen bei den männlichen Israelis an dritter Stelle, bei Frauen auf Nummer acht. Übrigens sterben mehr Juden (26,8 Prozent) als Araber (20,5 Prozent) an Krebs, arabische Israelis jedoch zweimal so häufig an Unfällen und Tötungen.

Versammelt
Gesund für wenig Geld: Für nur einen Dollar kann ein Mensch eine Woche lang mit Vitaminen versorgt werden. Denn mit dieser Summe werden 25 Stück Obst und Gemüse von den Feldern »gerettet«. Darauf macht die Hilfsorganisation Leket zu Rosch Haschana aufmerksam. »Mit Ihrer Hilfe versorgt Leket Zehntausende von Bedürftigen in Israel«, verkündet die Website. Leket sammelt seit Jahren übrig gebliebenes Obst und Gemüse von den Feldern und aus den Obstgärten und verteilt sie an hungrige Menschen. Mit der Hilfe von 40.000 Freiwilligen pflückt die Organisation jährlich rund 21 Millionen Pfund.

Verspätet
Nicht in die Betten, sondern in die Bars. Frauen sollen künftig beim Feiern über ihre Fortpflanzungsmöglichkeiten aufgeklärt werden. Die Fruchtbarkeitsvereinigung Israels will Vorträge über das Kinderkriegen ins Tel Aviver Nachtleben bringen. Auch Israelis heiraten immer älter und bekommen demzufolge später Nachwuchs. Die Vereinigung will Frauen zwischen 25 und 35 ansprechen und ihnen erklären, dass das Warten einen Preis hat: die Abnahme der Fruchtbarkeit. »Wir können sie schlecht in den Büros anrufen«, so die Initiatorin der Aktion, »denn es ist nur selten im Sinne des Arbeitgebers, dass die Angestellten schwanger werden.« Doch man müsse auf die Frauen zugehen, denn viele sind sich der Gefahren schlicht nicht bewusst.

Verständigt
Das Kabinett hat entschieden. Der Status der Hochschule in der jüdischen Stadt Ariel im Westjordanland lautet jetzt offiziell »Universität«. Die Bildungseinrichtung ist in der israelischen Öffentlichkeit, vor allem bei vielen Akademikern, umstritten, da sie sich auf besetztem palästinensischen Gebiet befindet. Regierungschef Benjamin Netanjahu jedoch war deutlich in seiner Begründung: »Es ist wichtig, dass es in Israel eine weitere Universität gibt und dass sich diese in Ariel befindet.« Israel verfügt über sieben Universitäten, innerhalb der vergangenen 40 Jahre ist keine neue (außer Ariel) hinzugekommen.

Verweigert
Leere Bänke: Rund 300 Kinder der Hajovel-Schule in Eilat sind zum Wochenbeginn nicht zum Unterricht gekommen. Die Eltern der Schüler protestieren damit gegen das Urteil des Obersten Gerichts, Migrantenkinder auf öffentliche Schulen zu schicken. 30 afrikanische Mädchen und Jungs sollen seit dieser Woche an vier Bildungseinrichtungen der Stadt am Roten Meer studieren. Doch obwohl die Kinder in besondere Klassen eingeteilt werden, um Bildungslücken zu überbrücken, sagen die israelischen Eltern »Nein!«. Die afrikanischen Flüchtlinge würden das Niveau der Schule zu sehr senken, argumentieren die Mütter und Väter.

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