Kurzmeldungen

Auf die Schnelle

Belohnt, bestraft, belästigt

von Sabine Brandes  21.08.2012 07:24 Uhr

Ausgesperrt: Badende in Aschdod Foto: Flash 90

Belohnt, bestraft, belästigt

von Sabine Brandes  21.08.2012 07:24 Uhr

Belohnt
Eines weiß seine Zukünftige sicher: Faul ist ihr Liebster nicht. Ein junger Jerusalemer machte sich am Freitagabend auf den Weg – in der Tasche eine Flasche Wasser, ein Hemd zum Wechseln und einen Verlobungsring. Dass seine Angebetete in der Siedlung Ofra wohnte, die 30 Kilometer entfernt ist, hielt ihn nicht von seinem Vorhaben ab, ihr einen Antrag zu machen. Offenbar konnte er nicht mehr bis zum Schabbatausgang warten und lief los. »Ich wollte etwas Besonderes tun, und alles andere war schon so abgedroschen«, erklärte der fromme Mann seine stundenlange Wanderung. Als er bei Sonnenaufgang in Ofra ankam, schlief seine Freundin noch, also ging er zunächst zum Morgengebet in die Synagoge. Um neun Uhr schließlich klopfte er an die Tür, wurde mit einem breiten Lächeln begrüßt und mit einem »Ja« für seine Mühen belohnt.

Bestraft
Angelockt durch das Versprechen auf Millionengewinne sind rund 20.000 Israelis einem Schneeballsystem im Internet zum Opfer gefallen. Sicherheitsbehörden in den USA erklärten, dass das 600-Millionen-Dollar-Ponzi-Spiel bereits kurz vor dem Zusammenbruch stand. Das verbleibende Vermögen wurde eingefroren, um zumindest einige der Investoren zu schützen. Die Seite ZeekRewards.com wurde im Januar 2011 von Paul Burks ins Leben gerufen und versprach den Geldgebern bis zu 50 Prozent Reingewinn anhand eines Systems, das auf Bonuspunkten beruhte. Tatsächlich wurden alle »Gewinne« der früheren Investoren durch das Geld der Neuzugänge gedeckt. Derzeit hält ZeekRewards angeblich noch um die 225 Millionen Dollar Einlagen in verschiedenen Banken.

Belästigt
Strand des Anstoßes: Bewohner der südlichen Hafenstadt Aschdod kämpfen um einen Küstenabschnitt. Nachdem die Stadtverwaltung den Strand geschlossen hatte – höchstwahrscheinlich, um religiöse Badende abzuschirmen –, gingen die Säkularen auf die Barrikaden. Dabei gibt es bereits einen speziellen Abschnitt für jene, die es gern züchtig haben. Die neu abgetrennte Gegend jedoch liegt 200 Meter südlich des religiösen Badestrandes, sodass eine regelrechte »Sicherheitszone« entstanden ist. Schilder warnen alle, dass das Begehen des Strandes für die Öffentlichkeit vom Gericht in Aschdod verboten wurde. Beamte der Stadt fordern reguläre Badegäste regelmäßig auf, nicht zu nah am Zaun zu sitzen, der den Strand der Religiösen abtrennt.

Besucht
Auf Mission: Eine Delegation von Rabbinern und Knessetangehörigen besuchte vor wenigen Tagen die Türkei. Im Gepäck offenbar jede Menge guter Wille, um die angeknackste Beziehung der beiden Staaten zu kitten. Anführer der Gruppe war Vize-Finanzminister Yitzchak Cohen. Unter den Teilnehmern waren auch einige ultraorthodoxe Schas-Mitglieder sowie Rabbiner aus verschiedenen europäischen Staaten. Obwohl das Außenministerium den Trip nicht unterstützte, erhielten die Reisenden das Okay des Premierministers. Die Delegation traf sich mit verschiedenen Abgeordneten des türkischen Parlaments, darunter auch einigen der Partei von Regierungschef Recep Tayyip Erdogan.

Betrauert
Jambar ist tot. Die Giraffe starb am Samstag im Zoo von Kiriat Motzkin in der Nähe von Haifa, nachdem Besucher sie gefüttert hatten. Offenbar hatte sie Plastiktüten geschluckt, die ihren Verdauungsapparat verstopften und zum Tod führten. Obwohl es Gästen nicht gestattet ist, die Tiere zu füttern, hatten einige Zoobesucher das Verbot ignoriert. Der neunjährige Bulle hinterlässt seine Partnerin Olga. Nachdem diese verstanden hatte, dass ihr Gefährte gestorben war, verweigerte sie das Essen und jegliche Kommunikation mit ihren Trainern. In freier Wildbahn können Giraffen bis zu 25 Jahre alt werden.

Bespielt
Fußballnationalteam in Gefahr: Die israelische Elf ist vor einer »Bedrohung ihrer Sicherheit« gewarnt worden, als sie in der vergangenen Woche in Ungarn zu einem Freundschaftsspiel unterwegs war. Trainer Eli Guttman sagte nach seiner Rückkehr, dass es »sehr ernst zu nehmende Indizien für einen Anschlag« gegeben habe. Das Spiel in Budapest verlief ohne Zwischenfälle und endete mit einem Unentschieden (1:1). Vorsichtshalber verließ der Mannschaftsbus das Stadion mit Polizeipatrouille, aber ohne Insassen. Erst später wurden die Spieler in unauffälligen Wagen in das Hotel gefahren.

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