Kurzmeldungen

Auf die Schnelle

Tote Meer: Hotels in Ein Bokek sind durch steigenden Wasserpegel gefährdet. Foto: Flash 90

gegründet
Ein israelischer Urgroßvater ist auch im Alter von 96 Jahren nicht zu bremsen: Er studiert nicht nur an der Hochschule, sondern hat auf seine alten Tage auch noch eine Partei gegründet. Dov Perlman sei an der Hochschule Emek Jizrael im Norden des Landes im Fach Computeranwendungen eingeschrieben, berichtete die Zeitung »Israel Hajom«. Seine jungen Kommilitonen könnten eine einflussreiche Interessengruppe bilden, sagte Perlman dem Blatt. »Aber sie sind gleichgültig und haben keine Vision, sie brauchen jemanden, der sie aufweckt und in die richtige Richtung lenkt.« Er habe schon 750 Unterschriften gesammelt und wolle bei den nächsten Parlamentswahlen mit seiner Partei antreten, die sich für die Rechte der Studenten einsetzt, sagte er. Der 1936 aus Polen eingewanderte Mann ist schon seit 67 Jahren verheiratet. Mit seiner Frau Hanija lebt er im Kibbuz Ramat David. Auf die Frage nach dem Geheimnis seiner guten Gesundheit antwortete der weißhaarige Mann: »Ich habe vor acht Jahren mit dem Rauchen aufgehört.«

Verloren
Hunderte von Kindern sind während der Lag-BaOmer-Feierlichkeiten auf dem Berg Meron verloren gegangen. Während die Eltern um die lodernden Lagerfeuer tanzten, blieben viele Kleine allein zurück. Dank der Volontärsorganisation Zaka sind jedoch alle Familien am Ende wieder glücklich zusammengeführt worden. Dabei geholfen hat die Voraussicht der Organisation. Vor Beginn der Feierlichkeiten hatte Zaka 15.000 Erkennungsbänder an Kinder verteilt. Hier waren Namen und Telefonnummern von Mutter oder Vater vermerkt. In Zusammenarbeit mit der Polizei und anderen Hilfsorganisationen betrieb Zaka eine 24-Stunden-Hotline und drei Stellen, in denen die Sprösslinge abgeholt werden konnten. In einem Fall brauchten die Männer zwei Stunden, um die Eltern eines zweijährigen Jungen aufzufinden, der einsam und allein am Eingang gestanden hatte.

gestohlen
Dreister geht es wohl kaum. Während er Touristengruppen durchs Heilige Land führte, bot ein pensionierter Universitätsprofessor aus den USA seinen Gästen ganz besondere Mitbringsel an: Silbermünzen aus der Zeit des Zweiten Tempels, 1.500 Jahre alte Öllampen und andere wertvolle Schätze. Der Ägyptologe hatte offenbar zuvor bei Plünderern archäologischer Stätten eingekauft. Inspekteure der Antiquitätenbehörde hatten den Fremdenführer schon lange in Verdacht. Bei einem Scheinkauf überführten sie ihn schließlich in Jerusalem. Im Hotelzimmer des Amerikaners wurden Hunderte von Altertümern gefunden. Bei einer der Gruppen, die der Mann geleitet hatte, wurden kurz vor der Ausreise am Flughafen verschiedene Artefakte sichergestellt.

gefährdet
Die Hotels am südlichen Abschnitt des Toten Meeres laufen Gefahr, überflutet zu werden. In der vergangenen Woche veröffentlichte ein Team von Umweltexperten eine Lösung. Demzufolge müssten die 20 Millionen Tonnen Salz aus dem Südteil abgebaut und ins nördliche Bassin geschüttet werden. Das Unternehmen Dead Sea Works, das kontinuierlich Mineralien abbaut, pumpt nach wie vor Wasser in das Becken ein, um die Arbeit aufrechterhalten zu können. Dadurch jedoch steigt der Pegel jährlich um etwa 20 Zentimeter. In einer Gemeinschaftsaktion mit dem Landwirtschaftsministerium arbeitete Professor Alon Tal von der Ben-Gurion-Universität die Studie aus. Tal erklärt darin, dass das südliche Tote Meer ohne die zusätzliche Flüssigkeit gänzlich verschwinden würde. Allerdings müssten daher ständig höhere Mauern gebaut werden, um die Hotels zu schützen. Verschiedene Methoden für die Lösung des Problems waren in den vergangenen Monaten erörtert worden: vom Bau einer Lagune bis zur Verlegung der Hotels in höheres Terrain. Laut Tal ist die umweltfreundlichste Methode eindeutig der Abbau des Salzes.

vererbt
54 Prozent der jüdischen Bevölkerung würden im Falle einer lebensbedrohlichen Situation Samen oder Eizellen einfrieren lassen. Das ergab eine repräsentative Umfrage der Organisation New Family in Israel. »Damit«, so New Family, »ist klar, dass sich die Mehrheit einen Fortbestand ihrer Gene nach dem Tod wünscht«. Israel ist das einzige Land, das über eine biologische Testamentenbank verfügt. Im April entschied ein Gericht, dass dieser letzte Wille des getöteten Soldaten einer Kampfeinheit, Baruch Posniansky, vollstreckt werden darf. Posnianskys biologisches Testament wird das erste sein, das weltweit umgesetzt wird.

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