Kurzmeldungen

Auf die Schnelle

Ex-Botschafter Dan Shapiro Foto: Flash 90

Kurzmeldungen

Auf die Schnelle

Strom, Job, Musik

von Sabine Brandes  06.03.2017 20:02 Uhr

Hünengrab
Archäologen vom Tel-Hai-College und der Hebräischen Universität Jerusalem haben einen aufsehenerregenden Fund gemacht. In Obergaliläa identifizierten sie einen gigantischen Dolmen. Diese Steinstrukturen werden auch als Hünengräber bezeichnet. Die Forscher fanden das riesige Artefakt mit einem Durchmesser von 20 Metern inmitten eines Dolmenfeldes. Das Alter schätzen sie auf 4000 Jahre. Auffallend sind die künstlerischen Gravierungen, die an der Decke der Kammer entdeckt wurden, die sich im Dolmen befindet. »Das ist die erste Kunst, die jemals im Nahen Osten in einem Dolmen gefunden wurde«, erklärte Uri Berger von der Antikenbehörde nach dem Fund. Der Archäologe Gonen Sharon hatte die Gravuren zufällig bei einem Besuch des Feldes entdeckt. Sie bestehen aus geraden Linien, die sich in der Mitte der Decke treffen und eine Art Kuppel bilden. Die Muster wurden mit einer neuen dreidimensionalen Scantechnik untersucht.

Strom
Die Regierung hat zugestimmt, den sozial Schwächsten nicht mehr so schnell den Strom abzustellen. Das Programm, das von der Hilfsorganisation Yedid, dem Knessetabgeordneten Eitan Cabel (Arbeitspartei) und den israelischen Elektrizitätswerken auf den Weg gebracht wurde, wird nun in die Tat umgesetzt. Vor allem Holocaust-Überlebenden und Menschen, die ausschließlich von staatlicher Unterstützung leben, soll wesentlich mehr Zeit gegeben werden, um ihre offenen Rechnungen zu begleichen. Zuvor wurde nach einer gewissen Anzahl von Mahnungen allen Schuldnern der Strom abgestellt. Das werde es auch nach wie vor geben, doch viel kontrollierter, so das Stromwerk. Der stellvertretende Leiter von Yedid, Ran Melamed, machte deutlich, dass er die neue Regelung zwar als Fortschritt ansieht, sie aber noch nicht genug sei: »Wir werden weiterhin gegen die Abstellungen protestieren.«

Job
Der ehemalige Botschafter der USA in Israel hat einen neuen Job. Dan Shapiro wird das Institut für Nationale Sicherheit als Gastdozent verstärken. Der Thinktank in Tel Aviv nannte vor allem Shapiros reichhaltigen Erfahrungsschatz während seiner Arbeit als Botschafter und zuvor im nationalen Sicherheitsrat der USA sowie als Berater in auswärtigen Angelegenheiten für den Kongress als Grund für die Einstellung. Shapiro freut sich darauf, »dem professionellen Team beizutreten, das die beste Recherche und politische Analyse in Israel bietet«.

Untersuchung
Die Parlamentarierin Stav Shaffir hat den Generalstaatsanwalt Avichai Mandelblit gebeten, eine Untersuchung einzuleiten. Es geht um den Vorwurf gegen den Abgeordneten Bezalel Smotrich von der nationalreligiösen Partei Jüdisches Haus. Der hatte den umstrittenen Gesetzesvorschlag eingebracht, privates palästinensisches Land rückwirkend zu annektieren, wenn ungenehmigte jüdische Siedlungen darauf gebaut sind. Nach einem Bericht im Fernsehkanal 2 sei auch Smotrichs eigenes Haus in der Siedlung Kedumim wahrscheinlich illegal gebaut worden. Es hieß darin, dass das Land palästinensischen Privatleuten gehören könnte, die nicht entschädigt worden seien. Sollte sich die Berichterstattung als korrekt herausstellen, würde der Abgeordnete von seinem eigenen Vorschlag profitieren. Shaffir bezeichnete das als klaren Interessenskonflikt. »Im Jüdischen Haus glauben sie dass sie den Gesetzgebungsprozess für ihre persönlichen Vorteile ausnutzen und von den Steuerzahlern bezahlen lassen können«, schimpfte sie. »Das ist schändlich!«

Musik
Musik verbindet bekanntermaßen. Das findet auch der israelische Rockstar Aviv Geffen und lud jetzt einen iranischen Künstler nach Israel ein. Der Dissident Shahin Najafi, der aus dem Iran flüchtete, nachdem er unter anderem wegen Blasphemie in seiner Heimat zum Tode verurteilt wurde, und heute in Deutschland lebt, besuchte Geffen fünf Tage lang. Die hebräisch-persische Musik-Fusion vor rund 6000 Zuschauern brachte den Saal zum Kochen. »Ich denke, es ist eine großartige Sache, der Welt zu zeigen, dass wir einfach zusammen auf der Bühne stehen und uns respektieren«, sagte Geffen beim Konzert. Der bloße Kontakt mit Israelis ist für Iraner tabu und kann strikt bestraft werden. »Ich freue mich, dieses Tabu zu brechen«, so der 36-jährige Najafi. »Das ist, was Kunst leistet – sie überwindet Unterschiede und Differenzen.« Er hatte auch eine Botschaft an die Politiker parat: »Hört auf, die Menschen voneinander zu trennen, bevor es zu spät ist!«

Modschtaba Chamenei

Wo ist der neue Ayatollah?

Der »Oberste Führer« des Iran ist seit seiner Wahl nicht öffentlich aufgetreten. Ist er noch am Leben?

von Sabine Brandes  07.04.2026

Teheran

Landesweite Angriffe auf Verkehrsinfrastruktur im Iran

Mehrere Autobahnen und Eisenbahnbrücken wurden angegriffen. Israels Premierminister Netanjahu bestätigt die Angriffe und sagt, dass die Ziele von den Revolutionsgarden genutzt würden

 07.04.2026 Aktualisiert

Teheran

Iran meldet Angriff auf Eisenbahnbrücke

Israels Militär droht mit Angriffen auf das iranische Schienennetz. Nur wenige Stunden später meldet der Iran die Bombardierung einer Eisenbahnbrücke

 07.04.2026

Haifa

Vier Opfer eines iranischen Angriffs als Mitglieder einer Familie identifiziert

Die Eheleute Wladimir Gershovitz und Lena Ostrovsky Gershovitz, deren Sohn Dimitri sowie dessen Frau Lucille-Jane sind am Sonntag bei einem Raketeneinschlag in Haifa getötet worden. Die Anteilnahme im Land ist groß

 07.04.2026

Israel

Zeit, Zionist zu sein!

Fünf Gründe, den jüdischen Staat zu lieben – mit all seinen Stärken und Schwächen

von Daniel Neumann  07.04.2026

Iran-Krieg

Medien: USA greifen Dutzende Ziele auf Ölinsel Charg an

Bereits Mitte März hat das US-Militär die Insel Charg im Persischen Golf bombardiert. Nun berichten US-Medien über neue Angriffe

 07.04.2026 Aktualisiert

Türkei

Schüsse vor Israels Konsulat in Istanbul – Ein Angreifer tot

Vor dem israelischen Konsulat in Istanbul sind Schüsse gefallen. Einer von drei Angreifern wird nach offiziellen Angaben getötet. Was steckt dahinter?

 07.04.2026 Aktualisiert

Teheran

Bericht: Synagoge in Teheran bei israelischem Angriff beschädigt

Ein Luftangriff hat laut iranischen Angaben eine Synagoge in Teheran schwer beschädigt. Was bisher bekannt ist

 07.04.2026

Jerusalem

Nach Rassismus-Skandal: Netanjahu entlässt seinen Kabinettschef

Zvi Agmon soll sephardische Abgeordnete rassistisch beleidigt haben. Seinen Posten als Kabinettschef muss er nun räumen

 07.04.2026