Kurzmeldungen

Auf die Schnelle

Spielt in der MLB: Dean Kremer Foto: dpa

Jobs
Mellanox Technologies stellt ein. Und zwar nicht nur Israelis, sondern Palästinenser – sowohl solche mit israelischem Personalausweis als auch andere. Nachdem das Hightech-Unternehmen schon eine Vielzahl junger Programmierer aus dem Westjordanland ins Boot geholt hat, folgen nun Leute aus Gaza. Durch die Zusammenarbeit mit ASAL, einer palästinensischen Softwarefirma, kann Mellanox die arabischen Fachkräfte beschäftigen, ohne dass sie in dem Unternehmen präsent sein müssen. Vier Programmierer aus Gaza sind bereits angestellt, in den nächsten sechs Monaten sollen sechs weitere folgen. »Nach unseren Erfahrungen mit den Leuten aus Ramallah können wir sagen, dass wir das Potenzial für die Kooperation haben und auch unsere Nachbarn erfolgreich machen können«, so der Firmenchef Eyal Waldman. »Das wird die Menschen einander näherbringen.«

Brand
Zypern bekommt Hilfe vom jüdischen Staat. Lokalberichten zufolge sind auf der Insel die größten Waldbrände aller Zeiten ausgebrochen. Sofort ordnete Premierminister Benjamin Netanjahu an, Rettungskräfte und Löschflugzeuge zu senden. Bis zum Wochenende war es der zypriotischen Feuerwehr nicht gelungen, die Flammen einzudämmen. »Vor einigen Jahren, als bei uns das heftige Carmel-Feuer tobte, habe ich den Präsidenten von Zypern angerufen und gebeten, dass sie uns helfen. Sie besitzen nur ein Flugzeug – und das haben sie uns sofort geschickt. Jetzt helfen wir ihnen«, sagte Netanjahu. Zypern, Griechenland und Israel haben ein Abkommen zur Katastrophenhilfe abgeschlossen.

Stadt
Kfar Vradim in Galiläa hat eine neue Partnerstadt. Die liegt in Spanien und trägt den Namen Castrillo Mota de Judios – »Jüdisches Hügellager«. Doch das war nicht immer so. Bis vor einer Weile stand auf dem Schild am Ortseingang, das übrigens auch ein Davidstern ziert: Castrillo Matajudios – was so viel wie »Tötungslager für Juden« heißt. Die unrühmliche Bezeichnung stammte aus der Zeit der Inquisition. Vor einer Weile hatte der Bürgermeister eine Petition initiiert, um den Namen zu ändern. Mit Erfolg. So wurde die Partnerschaft mit der israelischen Gemeinde möglich, die kulturellen und wirtschaftlichen Austausch fördern soll. Juden leben heute nicht mehr in Castrillo Mota de Judios, doch viele Einwohner hätten jüdische Wurzeln, heißt es.

Sport
Als erster Israeli überhaupt hat Dean Kremer einen Vertrag mit der amerikanischen Baseball-Liga MLB unterzeichnet. Der Sohn israelischer Eltern, der in Kalifornien lebt, hatte am 14. Juni seinen ersten Tag bei den Los Angeles Dodgers. Der Pitcher wird seine Spiele zwar zunächst in der Anfängerliga bestreiten müssen, der sogenannten Rookie League, bevor er in die Major League aufsteigen darf, doch das tut seiner Freude keinen Abbruch. Seit drei Jahren ist Kremer Mitglied der israelischen Baseball-Nationalmannschaft und hofft, »dass der Sport in Israel durch mich populärer wird«.

See
Der Salzgehalt des Kinneret steigt. Im letzten, eher trockenen Winter hat der See einen recht geringen Süßwasserzufluss erhalten. Doch das ist nicht der einzige Grund für den ungesunden Zustand. Da Israel mehr und mehr Frischwasser in Entsalzungsanlagen aufbereitet, wird weniger Wasser aus dem See Genezareth abgepumpt. Dadurch finde ein geringerer Wasseraustausch statt, erläutern Umweltexperten, und der Salzgehalt steige. Der nationale Wasserversorger Mekorot kündigte an, auf einer Konferenz im nächsten Monat über Hilfsmaßnahmen zu beraten.

Herzen
Die Ärzte der israelischen Organisation Save A Child’s Heart (SACH) ruhen nicht. Derzeit operierten sie im Rahmen ihrer Hilfsaktion das 4000. Kind mit einem Herzfehler. Der vierjährige Sanusey aus Gambia erholt sich gerade von seiner lebensrettenden Operation im Wolfson-Hospital von Holon. Sanusey war auf dem Weg ins Krankenhaus zusammengebrochen und atmete nicht mehr. Es gelang den Ärzten jedoch, ihn zu stabilisieren und seinen angeborenen Herzfehler in einer sofort angesetzten Not-OP zu korrigieren. Mittlerweile ist der kleine Junge im Kinderhaus von SACH auf dem Weg der Besserung.

Panzer
Einer der Erfolge des Russlandbesuchs von Benjamin Netanjahu sei es gewesen, einen Panzer aus dem ersten Libanonkrieg von Moskau nach Israel geholt zu haben. Es soll das Gefährt gewesen sein, in dem die drei noch immer als vermisst geltenden Soldaten Zvi Feldman, Yehuda Katz und Zachary Baumel gefahren sind. Doch Experten erklärten nach der Ankunft: »Dies ist nicht der richtige.« Zwar hätten die Russen einen Panzer zurückgegeben, der tatsächlich im Krieg von 1982 benutzt wurde, doch es fehlten jegliche Anzeichen dafür, dass er getroffen wurde. »Und somit kann es nicht der richtige Panzer sein«, äußerte sich der Militärexperte Michael Mas in der Zeitung Yedioth Aharonoth. »Schade, dass die Medien und Netanjahu auf diese Lüge hereingefallen sind.«

Grausamer Plan

Der Professor, der Massenmörder werden wollte

Der Akademiker plante, Hunderte Araber zu töten und viele Unterstützer zu gewinnen. Die Bar-Ilan-Universität zeigt sich »zutiefst entsetzt«

von Sabine Brandes  06.10.2026

Gaza

Hamas: Sinwars »rechte Hand« überlebt israelischen Angriff

Bei einem israelischen Luftangriff in dem Palästinensergebiet sollen am Wochenende mehrere Menschen getötet worden sein. Israel zielte auf den ranghöchsten Hamas-Führer in dem Küstenstreifen ab – doch der hat wohl überlebt

 06.10.2026

Be’eri

»Ich musste ihre Geschichte erzählen«

Dafna Gerstner hat die Hamas-Massaker überlebt und wagt einen vorsichtigen Blick in die Zukunft

von Geneviève Hesse  06.10.2026

Geiseln

Überlebt

505 Tage war Omer Shem Tov in der Gewalt der Hamas in Gaza. Seine Schilderungen zeigen, wie leicht es sich all jene machen, die bei der Bewertung des Krieges die perfide Taktik der Terroristen ausblenden

von Sabine Brandes  06.10.2026

Interview

»Wir haben Angst, dass Shani und Carolin vergessen werden«

Sonja Bohl-Dencker und Ricarda Louk leben seit dem 7. Oktober mit einer unvorstellbaren Wunde – dem Tod ihrer Töchter, die von Hamas-Terroristen ermordet wurden

von Sophie Albers Ben Chamo  06.10.2026

7. Oktober

»Ich hatte keine Ahnung, wie sehr wir gehasst wurden«

Unsere Autorin ist an der Grenze zu Gaza aufgewachsen und lebt heute in Berlin. Hier beschreibt sie, wie das Hamas-Massaker ihr Leben verändert hat – und was es mit ihr macht, dass sie und ihr Land plötzlich weltweit als genozidal verleumdet werden

von Adi Kaslasy-Way  06.10.2026

Terror

Augenzeuge der Flydubai-Attacke: »Im Cockpit war niemand«

Die Minuten nach der Gewalttat sind dramatisch: ein leeres Cockpit, ein schwer verletzter Pilot, improvisierte Fesseln, geschockte weitere Piloten unter den Passagieren. Ein Augenzeuge berichtet

 06.10.2026

Natur

Die Kraniche sind da!

Im Hula-Tal hat der alljährliche Herbstzug begonnen – Millionen weiterer Zugvögel werden in den kommenden Wochen erwartet

von Sabine Brandes  06.10.2026

Israel

Netanjahu: »Es wird keine Hamas-Herrschaft geben«

Bei dem Gedenken der Opfer des Hamas-Massakers vor drei Jahren droht der Ministerpräsident den an dem Überfall beteiligten Terroristen

 05.10.2026