Kurzmeldungen

Auf die Schnelle

Nur echt mit Rabbinatssiegel Foto: Flash 90

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Auf die Schnelle

Parks – Fahrrad – Koscher

von Sabine Brandes  14.06.2016 11:42 Uhr

Parks
Schawuot ist in Israel nicht nur die Zeit des Käsekuchens, sondern auch die der Ausflüge. Tausende von Besuchern pilgerten zum jüdischen Wochenfest in die zahlreichen Parks zwischen Nord und Süd. Die Strände am Kinneret mussten sogar zeitweilig wegen Überfüllung geschlossen werden, rund 40.000 Menschen genossen hier die sommerlichen Temperaturen. Auch nach Ein Gedi am Toten Meer sowie an die nördlichen Strände Dor und Achziv strömten die Leute. Am Kinneret gab es eine besondere umweltfreundliche Aktion: Angestellte der Stadtverwaltung gaben Mülltüten an die Gäste aus und machten ein unwiderstehliches Angebot: »Wer uns drei gefüllte Tüten zurückbringt, der darf kostenlos parken.«

Fahrrad
Der charedische Jerusalemer Rabbiner Eliezer Mosche Fischer hat ein neues Urteil erlassen: Ab sofort dürfen Mädchen ab fünf Jahren keine Fahrräder mehr benutzen. Es entspreche nicht den Grundsätzen der Sittsamkeit, wenn Mädchen ihren Rock heben, um aufs Rad zu steigen. In seiner Erklärung, die er auf der streng religiösen Kikar-HaShabbat-Webseite veröffentlichte, schreibt der Rabbiner, der in dem Viertel Nachlaot tätig ist, dass »dieses Verhalten ein schweres Vergehen und ein Stolperstein für die Reinheit der Männer« ist.

Video
Die Knesset wird demnächst über einen Gesetzesvorschlag abstimmen, der die Verbreitung von Videos einschränken soll, die Anschläge, Unfälle und Ähnliches zeigen. In der Vergangenheit waren immer wieder Filme aufgetaucht, etwa nach Terroranschlägen, bei denen Privatpersonen das Geschehen mit ihren Handys aufgenommen und dann im Internet gepostet hatten. Der Vorschlag wurde eingereicht, nachdem Angehörige von Opfern auf diese Art erfahren mussten, was ihren Liebsten zugestoßen ist, bevor die Behörden die Familien informieren konnten. Die Strafe für ein vorzeitiges Veröffentlichen solcher Clips soll mindestens 15.000 Schekel (etwa 3500 Euro) betragen. Außerdem soll durch diese Regelung verhindert werden, dass potenzielle Täter inspiriert werden.

Koscher
Restaurants in Israel, die keine entsprechende Bescheinigung des Oberrabbinats haben, dürfen sich nicht als koscher bezeichnen. Das entschied das Oberste Gericht am Wochenanfang. Dies gilt nun sogar dann, wenn die Betreiber nicht explizit das Wort »koscher«, sondern Synonyme verwenden. Sofort nach dem Urteil verteilten Beamte des Rabbinats Warnungen, die rechtliche Schritte ankündigten, sollten die Lokale die entsprechenden Bezeichnungen ihrer Speisen nicht entfernen. In der letzten Zeit hatten sich Restaurantbetreiber zunehmend gegen das Monopol des Rabbinats aufgelehnt und nicht-offizielle Zertifikate von privaten Kaschrut-Überwachern angefordert.

Sparbuch
Obwohl die gängige Meinung lautet, dass Israelis ständig in den Miesen sind, zeigen die Fakten ein anderes Bild. Nach jüngsten Angaben des Finanzministeriums ist die Zahl der Sparer in den letzten Jahren stetig angestiegen. Im Jahr 2015 lagen die Netto-Sparbeträge bei 12,1 Prozent des zur Verfügung stehenden Haushaltseinkommens – die höchsten in den vergangenen 20 Jahren. Damit steht Israel an siebter Stelle der OECD-Nationen und verweist 22 andere Länder auf die hinteren Plätze.

Test
Der Name des schlauesten Studenten Israels steht fest: Mohammed Zeidan aus dem Dorf Kafr Manda in Untergaliläa. Er erreichte als einziger Absolvent des psychometrischen Universitäts-Aufnahmetests in diesem Jahr die volle Punktzahl von 800. Zeidan hat für sein Abschneiden eine simple Erklärung: »Je härter man arbeitet, desto erfolgreicher wird man.« Eigentlich hatte der 19-Jährige vor, am Technion in Haifa Elektroingenieurwesen zu studieren, will es sich jetzt aber vielleicht anders überlegen. »Nach diesem Ergebnis denke ich neu nach. Es ist schließlich eine Gelegenheit, die es nur einmal im Leben gibt.«

Lied
Dieses Lied baut Brücken. Die Hymne von Ehud Manor mit der Musik von Corinne Alal, »Ein li eretz acheret« (Ich habe kein anderes Land) wird heute in sämtlichen Bevölkerungsgruppen geliebt. Dabei hatte Manor es während des Libanonkrieges von 1982 als Protestsong gegen die Regierungspolitik geschrieben. Mittlerweile wird es aber sogar von rechtsgerichteten Gruppen regelmäßig angestimmt. Jetzt gibt es eine Neuaufnahme. Lipa Schmeltzer, ein charedischer Sänger aus New York, sang es auf Jiddisch und Englisch, während die offen lesbisch lebende Corinne Alal die Melodie auf der Gitarre beisteuerte. »Wir hatten beide Tränen in den Augen«, so die Komponistin anschließend. »Wir müssen zuallererst Wege finden, Frieden zwischen allen Juden zu finden«, fügte Schmeltzer hinzu.

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