Kurzmeldungen

Auf die Schnelle

Türkei: Israels Hilfe nicht gefragt Foto: dpa

Geklaut
Ein 31‐jähriger hoher IDF‐Offizier wird verdächtigt, einen Drogenschmuggelring angeführt zu haben. Dabei hat der Mann offensichtlich seine Stellung in der Armee ausgenutzt. Er soll für Lagerräume verantwortlich gewesen sein, in denen konfiszierte Drogen aus dem ägyptisch‐israelischen Grenzgebiet deponiert waren. Hier soll er sich bedient haben. Unter anderem habe er Heroin und Haschisch an Dealer verschachert und dabei Hunderttausende von Schekeln verdient, so die Ermittler. Neun andere stehen ebenfalls unter Verdacht, an den schmutzigen Geschäften beteiligt zu sein. Aufgeflogen ist der Handel durch einen Zufall: In einer Routinekontrolle der Verkehrspolizei wurde ein Drogenkurier gestoppt, der ohne Führerschein fuhr. Das Auto wurde abgeschleppt, später fanden Beamte 15 Kilogramm Haschisch darin.

Gebrannt
Dieses Mal war es nicht der Carmel, der brannte, sondern bewaldete Gebiete in Galiläa. Am vergangenen Wochenende brachen Feuer im Gilon und Achihud Wald aus. Außerdem brannte ein Feld zwischen dem Kibbuz Jisor und dem Moschaw Achihud lichterloh. 25 Teams der Feuerwehr mussten anrücken, um die Flammen unter Kontrolle zu bringen, fünf Löschflugzeuge versprühten Schaum. Dutzende Menschen mussten ihre Häuser verlassen. Außer der Natur nahm jedoch niemand Schaden. Amir Levy von der israelischen Feuerwehr geht von Brandstiftung aus.

Getauscht
Heimisch statt ausländisch. Am Ben‐Gurion‐Flughafen werden Reisegäste künftig statt der altbekannten McDonald’s-Burger die israelische Variante auf den Tabletts tragen. Nach sieben Jahren schließt die US‐amerikanische Kette ihre beiden Lokale, in die die lokale Burger Ranch einzieht. Bei der Ausschreibung hatten die Betreiber der heimischen Fast‐Food‐Restaurants, die Orgad‐Brüder, das Rennen gemacht. Die Brüder traten 2003 in den Hamburger‐Markt ein, als sie die wenig erfolgreiche Kette Burger King aufkauften. Fünf Jahre darauf erwarben sie auch die israelische Burger Ranch. Zur großen Überraschung von Marktkennern schlossen sie zwei Jahre darauf sämtliche Burger King‐Filialen im Land zugunsten der einheimischen Variante. Die Burger von der Ranch gibt es mittlerweile in 110 Filialen im ganzen Land.

Geholfen
Sofort nach dem Erdbeben in der Türkei hat der israelische Staatspräsident Schimon Peres dem einstigen Verbündeten Hilfe angeboten. Israel verfügt über Rettungsteams, die auf die Lokalisierung von Verschütteten spezialisiert sind und schon in der ganzen Welt Menschen geborgen haben. Bei dem Beben der Stärke 7,3 in der Osttürkei unweit der Grenze zum Iran werden mindestens tausend Tote vermutet. Die diplomatischen Beziehungen zwischen den Staaten sind derzeit allerdings auf einem Tiefpunkt. »Ich spreche als Mensch, als Jude und als Israeli, der sich an die Bedeutung der historischen Verbindungen unserer Nationen erinnert«, erklärte Peres, »und ich sende dem türkischen Volk im Namen des ganzen Landes mein tiefstes Beileid«. Anfänglich lehnte die Türkei ausländische Hilfsangebot ab. In der Nacht zum Mittwoch hat die türkische Regierung jedoch um internationale Unterstützung bei der Suche nach Überlebenden, aber vor allem beim Aufbau von Notunterkünften für die betroffene Bevölkerung gebeten. Auch Israel wurde um Hilfe für die Erdbebenopfern angefragt. Unmittelbar nach der offiziellen Bitte begannen israelische Katastrophenhelfer Transporte vorzubereiten, mit denen Decken ins Erdbebengebiet gebracht werden können. Der jüdische Staat wird aber vor allem flexible, beheizbare Notunterkünfte in die Erdbebenregion schicken.

Gestreikt
Vorlesungen ohne Zuhörer. Aus Solidarität mit den Assistenzärzten blieben am Montag alle Studenten der medizinischen Hochschulen im Land dem Unterricht fern. Die Assis verlangen schon seit Monaten höhere Gehälter und bessere Arbeitsbedingungen. Zum Teil müssen sie an israelischen Krankenhäusern 36‐Stunden‐Schichten für einen Hungerlohn schieben. In einer Protestaktion hatten die jungen Ärzte versucht, ihre Jobs kollektiv hinzuschmeißen, das nationale Arbeitsgericht untersagte ihnen dies aber. Das Finanzministerium versucht nun, ein Treffen mit Ärztevertretern herbeizuführen. Das verweigern die Mediziner jedoch mit der Begründung, ihnen werde kein neues Angebot unterbreitet. Jetzt wollen sie ihre Gemeinschaftskündigungen beim Obersten Gerichtshof erzwingen.

Gezahlt
Eine Riesenstrafe muss eine ausländische Schiffsgesellschaft an Israel zahlen. Die Mediterranean (MSC) mit Sitz in Genf hat die größte Geldbuße aufgebrummt bekommen, die jemals für ein Schiff in israelischen Gewässern verlangt wurde. 1,01 Millionen Schekel (etwas mehr als 200.000 Euro) wird die MSC berappen müssen, weil ein Richter sie eindeutig als Verursacher eines großen Ölteppichs ansah. Im Dezember des vergangenen Jahres hatte das Schiff der Gesellschaft, die MSC Perle, im Haifaer Hafen 30 bis 40 Tonnen Rohöl verloren, als sie Wasser hätte ablassen sollen. Die Säuberungsarbeiten dauerten Monate, die Umwelt in der Gegend ist für Jahre belastet.

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