Kurzmeldungen

Auf die Schnelle

Jom Kippur: autofreier Tag Foto: Flash 90

GEWANDERT
Nach dem Festmahl zu Rosch Haschana wollen die Kalorien verbrannt werden. Israelis stürmen dafür mit Vorliebe die zahlreichen Naturparks des Landes. Um die 350.000 Frauen, Männer und Kinder wanderten an den zwei Neujahrstagen durch die Naturparks, gab die Parkbehörde an. Besonders beliebt: die ehemalige Herodesstadt Caesarea und der Jarkonpark am Stadtrand von Tel Aviv. An vielen Orten gab es Aktionen, etwa einen Drachenflugwettbewerb in Beit Guvrin bei Jerusalem. In den Wäldern sollen um die 100.000 Menschen auf Achse gewesen sein. Leider hatten sich nicht alle fürs Neue Jahr gute Vorsätze auf die Fahnen geschrieben: Die Ausflügler hinterließen insgesamt mehr als 90 Tonnen Müll.

GEZÄHLT
Im Jahr 5772 liegt die Bevölkerungszahl Israels bei genau 7.797.400, gibt das zentrale Statistikbüro an. Jedes Jahr zu Rosch Haschana wird die Zahl aufs Neue ermittelt. Demzufolge sind 5.874.300 Menschen jüdisch und 1.600.100 arabisch. 323.000 gehören anderen ethnischen Gruppen an. Seit 2010 ist der jüdische Anteil der Bevölkerung um 1,7 Prozent gewachsen, der arabische um 2,5 Prozent. Auch über die Alija‐Aktivität wird genauestens Buch geführt: Im Jahr 2010 wanderten 16.633 Personen aus aller Welt ein, eine Steigerung um 14 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Auch Babygeschrei gab es mehr als früher. Die Krankenhäuser verzeichneten 3,2 Prozent mehr Nachwuchs.

GEROCHEN
Arm ist der, der gerade zu Sukkot eine verstopfte Nase hat. Wer liebt es nicht, den herb‐säuerlichen Duft des Etrogs zu schnuppern, der nur am Laubhüttenfest sein Aroma verströmt. Oder den Geruch des ersten Herbstregens, wenn er auf die Blätter der Sukka tropft. Wissenschaftler des Weizmann‐Instituts haben in einer neuen Studie herausgefunden, wie Riechen tatsächlich funktioniert. Ein Team um Professor Noam Sobel von der neurobiologischen Fakultät untersuchte, inwieweit die Rezeptoren der Nase damit zu tun haben, wie Menschen Gerüche einordnen. Die Experten entdeckten, dass die Reaktion bestimmter Nerven darüber entscheiden, ob der Riecher den Duft als angenehm oder unangenehm empfindet.

GESCHLOSSEN
Jom Kippur wird inoffiziell auch Feiertag der Fahrräder genannt. Weil an diesem höchsten jüdischen Feiertag nichts anderes rollen darf als manuell betriebene Räder, Roller oder Rollschuhe. Und zwar im ganzen Land. Vor allem für die Kinder gibt es nichts Schöneres, als einmal auf den Autobahnen und Schnellstraßen Vorfahrt zu haben. Doch nicht auf alle Drahtesel durfte man aufsteigen. Die grünen Leihräder in Tel Aviv waren tabu. Ein religiöses Mitglied im Stadtrat hatte zuvor beantragt, den Feiertag nicht durch die Öffnung der Leihstationen zu entweihen. Bürgermeister Ron Huldai erklärte daraufhin, dass »Jom Kippur ein besonderer, einzigartiger Tag in Israel ist, an dem die Menschen freiwillig auf ihre Autos verzichten. Weil wir für den Betrieb Menschen beschäftigen und Räder im ganzen Stadtgebiet verteilen müssten, bleiben die Stationen an diesem Tag geschlossen.«

GESAGT
Viele fromme Juden machen gleich am ersten Tag von Rosch Haschana »reinen Tisch«. Mit Brotkrumen in der Hand pilgern sie zu fließenden Gewässern und werfen die »Sünden« des vergangenen Jahres symbolisch ins Wasser. Dabei sprechen sie die Taschlich‐Gebete. Übersetzt bedeutet Taschlich soviel wie wegwerfen. Andere Israelis lassen sich mehr Zeit, um sich ihrer Sünden zu entledigen, und nutzen Sukkot, um diese Tradition mit einem Ausflug zu verbinden. Taschlich kann bis zum letzten Tag von Sukkot gesagt werden. Besonders beliebte Ziele sind das Mittelmeer, der See Genezareth, doch auch die Schiloach‐Quelle der Davidstadt in Jerusalem.

GESCHLAGEN
Dieser Tage werden die Palmen in Israel wieder arg geschunden. Nach den Feiertagen wiegen sich die hohen Bäume nicht selten ohne ihr schmückendes Blättergewand im Wind. Überall im Land wird Material zum Decken der Laubhüttendächer benötigt. Am allerliebsten ist den Israelis dafür das S’chach. Diese bis zu drei Meter langen Palmwedel werden einen Tag vor Beginn der Feierwoche zu Sukkot geschlagen und anschließend für wenige Schekel auf den Straßen verkauft. Die Stadtverwaltungen geben nur bestimmte Bäume für die Ernte frei, junge Palmen dürfen gar nicht beschnitten werden. S’chach-Dieben aber ist der Umweltschutz egal, zu sehr lockt das schnelle Geld. In nächtlichen Aktionen verunstalten sie die Bäume oft bis zum Kahlschlag.

GEÖFFNET
An diesem Tag benötigen sie keine offizielle Einladung. Einmal im Jahr darf das israelische Volk seinen Präsidenten besuchen. Es hat bereits Tradition, dass das Staatsoberhaupt zu Sukkot die Pforten seiner Residenz öffnet und die Bewohner des Landes hereinbittet. Staatspräsident Schimon Peres lädt alle Israelis und auch Touristen am 17. Oktober von 8.30 bis 12 Uhr ein, gemeinsam die Umwelt zu feiern. Besondere Ausstellungen drehen sich um die Themen Landwirtschaft, Wissenschaft und Technologie sowie Soziales. Die Besucher können zudem ihren Präsidenten auf verschiedenen Fotografien mit Oberhäuptern des ganzen Globus bestaunen.

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