Kurzmeldungen

Auf die Schnelle

Kriegt die Krise: junge Mutter Foto: Flash 90

Kurzmeldungen

Auf die Schnelle

Schokolade, Frauen, Kampf

von Sabine Brandes  17.11.2014 20:59 Uhr

Zeitung
Der im Volksmund als »Israel-Hayom-Gesetz« bekannte Änderungsvorschlag ist in einer ersten Lesung von der Knesset angenommen worden. Initiator Eitan Cabel von der Arbeitspartei will das Verteilen kostenloser Tageszeitungen verbieten. Genau das ist das Geschäftsmodell von Israel Hayom. Das Gesetz sei dazu da, »den Printjournalismus zu schützen«, erklärte Cabel – doch jeder weiß, dass es in erster Linie dazu dienen soll, den Einfluss des Kasino-Magnaten Sheldon Adelson zu begrenzen. Der superreiche Amerikaner unterstützt mit seiner Zeitung ganz offen die Regierungspolitik und Premier Benjamin Netanjahu persönlich. Adelson will aber auf keinen Fall aufgeben. Zusätzlich zum kostenlosen Leserservice ließ er im ganzen Land riesige Plakate aufhängen, die klarmachen: »Wir lassen uns die Umsonst-Zeitung nicht verbieten.« Geht das Gesetz durch, muss Israel Hayom mindestens die Hälfte des Preises verlangen, den Wettbewerber nehmen.

Schokolade
Schokoladenfans dürfen sich alle zehn Finger lecken. Denn Milka hält jetzt offiziell in Israel Einzug. Mit überdimensionalen Werbeschildern an der Tel Aviver Stadtautobahn Ayalon wirbt die Firma damit, dass man jetzt nicht mehr ins Ausland fliegen muss, um Milka zu naschen. Zwar gab es die Süßigkeit mit der lila Kuh bereits eine Weile in Israel, doch mit der offiziellen Einführung werden Vertrieb und Sortiment erweitert. Seit der Aufspaltung des Kraft-Food-Konzerns im Jahr 2012 produziert der Hersteller Mondelez die Schokolade.

Frauen
Für etwa die Hälfte aller Frauen bedeutet das erste Kind eine mittlere bis schwere Krise. Das fand die Universität Haifa in einer Studie heraus. Die Leiterin der Untersuchung, Yeela Tomsis, sagt: »Die Geburt eines Babys ist generell ein positiver Einschnitt im Leben. Doch der Übergang zum Muttersein geht für viele mit schwierigen Gefühlen einher, die zu extremen emotionalen Symptomen führen können.« Die Frauen würden Stress, Verzweiflung, Hilflosigkeit und Angstzustände empfinden, obwohl die Kinder allesamt gesund geboren wurden. Diese Art von Krise sei bislang wenig erforscht worden, so Tomsis. Eine mittlere bis schwere Krise fand man bei 45 Prozent der neuen Mütter, 23 Prozent durchlitten eine leichte Krise nach der Geburt.

Reise
Die Auswirkungen des Gaza-Kriegs halten noch immer an. Für den Tourismus sogar mit belegten Zahlen. Das Ministerium veröffentlichte jetzt, dass es, auf das ganze Jahr hochgerechnet, einen Rückgang im Tourismusbereich von sieben Prozent gab. Im Oktober sank die Zahl der Urlauber im Vergleich zum selben Monat des Vorjahres um 21 Prozent. Minister Uzi Landau will diesen Trend mit Werbeaktionen durchbrechen. »Diese Woche haben wir die Kampagne ›Genau jetzt: ein warmer Winter im Negev‹ gestartet, mit der wir einheimische Urlauber anlocken wollen.« Weiterhin soll das Budget für Werbung im Ausland aufgestockt werden. »Wir müssen die Marke Israel weiter stärken«, so der Minister.

Menschen
Die Gruppe um Mosche Kaplan ist um einen »Menschen« reicher geworden. Der einstige demokratische Vizepräsident der USA, Joe Lieberman, ist der Organisation »Be a Mensch« beigetreten, die 2011 ins Leben gerufen wurde. Sie will Akzeptanz und Einheit in der israelischen Gesellschaft durch Dialog und Bildungsprogramme stärken. Der jiddische Ausdruck »Mensch« bezeichnet eine Person mit Integrität und Charakter.

Wirtschaft
Immer wieder keimen Proteste wegen hoher Lebenshaltungskosten auf. Vor allem die Nahrungsmittelpreise stehen immer wieder in der Kritik. Bislang hatte sich die Regierung mit eher halbherzigen Maßnahmen aus der Affäre gezogen. Doch vor einigen Tagen versprach der Ministerpräsident, dass »wir die Einfuhrzölle auf Importlebensmittel reduzieren oder ganz abschaffen« müssen. Benjamin Netanjahu ließ zudem anklingen, dass er möglicherweise dem Finanzministerium eine entsprechende Order geben könnte. »Das ist ein Schritt, der zu mehr Wettbewerb und zur sofortigen Reduzierung der Preise führen wird.«

Kampf
Mindestens 40 Menschen wurden bei einem Kampf zwischen Drusen und Arabern in einer Kleinstadt in Galiläa verletzt, einer von ihnen schwer. In der Nacht zum Samstag waren die beiden ethnischen Gruppen in Abu Snan aneinandergeraten, als eine Gruppe arabischer Studenten wegen des Todes von Kheir Hamdan, der einige Tage zuvor von einem israelischen Polizisten erschossen worden war, auf die Straße ging. Dabei sollen sie auch die jüngsten Terroranschläge in Jerusalem bejubelt haben. Das kam bei einigen jungen Drusen gar nicht gut an, denn wenige Tage zuvor war der drusische Grenzpolizist Jedan Assad von einem Araber bei einer Pkw-Attacke getötet worden. Bei dem Kampf in Abu Snan wurden Pistolen gezückt, Messer gewetzt und sogar eine Granate abgefeuert.

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