Kurzmeldungen

Auf die Schnelle

Rabin-Gedenken in Tel Aviv Foto: Flash 90

Zelte
Im Kampf gegen Ebola sind die Israelis ganz vorn dabei. Neben Wissenschaftlern und Hilfsteams schicken sie jetzt aufblasbare Zelte in die am Schlimmsten betroffenen afrikanischen Nationen, um das tödliche Virus einzudämmen. Die sterilen Zelte sind eine Erfindung der Firma SYS Technologies im nördlichen Städtchen Or Akiva. Hersteller Yossi Yonah erklärt, dass seine Strukturen viel schneller aufzubauen seien als andere mobile Einrichtungen. »Sie sind hermetisch abgeriegelt und schützen die Umgebung vor den kranken Patienten.« Da es momentan keine wirkungsvolle Behandlung gegen Ebola gibt, sei Abriegelung die Hauptwaffe gegen eine Ausbreitung, meint der Erfinder. Auch andere afrikanische Länder haben bereits bei SYS Technologies bestellt.

Grenze
Nachdem Freitagnacht ein Geschoss aus dem Gazastreifen auf Israel gefeuert wurde, beschloss Jerusalem, die Grenzübergänge wieder zu schließen. Das Raketenabwehrsystem Iron Dome hatte ein Projektil erkannt. Noch ist nicht bekannt, um welche Art genau es sich gehandelt hat. Schaden wurde nicht angerichtet, gab die Armee an. Die Grenzen Erez und Keren Schalom blieben bis auf Weiteres geschlossen, hieß es von der Koordinationsstelle der Regierung in den Palästinensergebieten. Humanitäre Notfälle würden jedoch weiterhin über Erez abgewickelt. Der Abschuss ist die zweite Verletzung des Waffenstillstands seitens der Hamas. Die Terrororganisation im Gazastreifen nahm anschließend angeblich fünf Männer fest, die für den Abschuss verantwortlich sein sollen.

Demo
Mehrere Zehntausend Menschen versammelten sich am vergangenen Samstagabend auf dem Rabinplatz, um des ehemaligen Ministerpräsidenten Yitzhak Rabin an dessen 19. Todestag zu gedenken. »Wir sind gekommen, um einen der größten Kämpfer für den Frieden zu ehren. Wir sagen, dass sein Vermächtnis weiterlebt und schließlich siegen wird«, so der ehemalige Staatspräsident Schimon Peres auf der Veranstaltung. 1994 hatten Rabin und Peres gemeinsam mit Yassir Arafat den Friedensnobelpreis bekommen. »Ohne Frieden hat Israel keine Zukunft«, sagte Peres und kritisierte, dass es derzeit lediglich eine arabische Initiative gebe. »Und wo ist die israelische?« Yitzhak Rabin wurde in Tel Aviv am 4. November 1995 von einem jüdischen Attentäter ermordet.

Jobs
Die Arbeitslosigkeit in Israel wächst. Jüngste Zahlen des Zentralen Statistikbüros zeigen, dass sie im dritten Quartal von 6,1 auf 6,4 Prozent gestiegen ist. 246.000 Menschen in Israel sind somit derzeit ohne Job. Jerusalem führt die Skala mit 8,5 Prozent an, während im Raum Tel Aviv lediglich sechs Prozent keine Arbeit haben. Experten gehen davon aus, dass die Zahlen wegen der stagnierenden Wirtschaft in der nächsten Zeit noch weiter in die Höhe gehen werden. Positiv ist zu vermelden, dass die Zahl jener, die einen Vollzeitjob gesucht, aber nur eine Teilzeitstelle gefunden haben, um 12,8 Prozentpunkte gesunken ist.

Möbel
Nach der Anerkennung eines Palästinenserstaates durch Schweden hat sich zwischen dem israelischen Außenminister und seiner Kollegin in Stockholm ein verbaler Schlagabtausch entwickelt, bei dem mancher ins Schmunzeln geriet. Avigdor Lieberman nannte die schwedische Entscheidung »unglücklich« und sagte: »Die Schweden müssen verstehen, dass der Konflikt komplizierter ist als eines von ihren IKEA-Möbelpaketen zum Selberbauen.« Seine Kollegin Margot Wallström schoss zurück, dass der Nahostfrieden tatsächlich nicht wesentlich schwieriger sei, als ein Billy-Regal oder einen Hurdal aufzustellen. »Ich schicke ihm gern eines von den flachen Paketen, damit er sehen kann, dass man zum Zusammenbau in erster Linie einen Partner braucht, mit dem man kooperieren muss.« Auch eine Bedienungsanleitung werde benötigt. »Und dann sollte man sich an einem Tisch zusammensetzen.«

Abbruch
Das Spiel zwischen Hapoel und Maccabi Tel Aviv musste am Montagabend abgebrochen werden, weil ein Fan einen der Spieler attackiert hatte. Der Hapoel-Fan stürmte in der 34. Minute auf den Platz und griff den Maccabi-Spieler Eran Zahavi tätlich an. Zahavi, früher bei Hapoel, hatte soeben das Ausgleichstor zum 1:1 geschossen. Weil er sich gegen den Angriff zur Wehr setzte, verwies der Schiedsrichter ihn des Platzes. Daraufhin stürmten auch empörte Maccabi-Fans das Spielfeld, sodass das Derby nach wenigen Minuten schließlich abgebrochen werden musste. Eyal Berkovic, der Manager von Hapoel, verurteilte die Attacke: »Ich sage schon seit Jahren, dass Derbys hier fast wie Kriege sind. Das ist ein schwarzer Tag.«

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