Kurzmeldungen

Auf die Schnelle

Noch einsame Wüste: Timna-Tal Foto: Flash 90

geschwiegen
Alles stand in der vergangenen Woche unter dem Einfluss der Geschehnisse im Süden des Landes. Auch die sozialen Proteste im Land. Die israelische Studentenvereinigung, einer der Hauptinitiatoren, sagte die geplanten Demonstrationen ab, darunter die Hauptveranstaltung in Jerusalem. Vorgesehen war, wieder gegen die zu hohen Lebenshaltungskosten auf die Straßen zu gehen. Vorsitzender Itzik Schmueli versicherte, dass die Proteste weitergehen würden. Nach wie vor stehen die Zelte auf dem Tel Aviver Rothschild-Boulevard und in vielen anderen Städten Isaels. In Tel Aviv gingen am Samstag um die 5.000 Menschen auf die Straßen. Unter dem Motto: »Es gibt keine persönliche Sicherheit, bis die sozialen Rechte nicht gesichert sind«, liefen sie vom Habima-Platz bis zum Charles-Clore-Park am Strand. Viele der Demonstranten zeigten dabei ihre Solidarität. Für die Opfer der Terroranschläge auf der Straße 12 legten sie eine Schweigeminute ein. In Kiriat Schmona protestierten etwa 1.000 Menschen.

Geschnitten
Ein Brauch zum Laubhüttenfest ist es, den Lulaw zu schütteln. Er gehört zu den »vier Arten«, die bereits in der Tora erwähnt sind. Seit mehr als 30 Jahren importiert Israel zu Sukkot Hunderttausende dieser geschlossenen Palmblätter vom Nachbarn Ägypten. In El Arisch, einer Stadt im nördlichen Teil des Sinai, wachsen angeblich die schönsten, hier werden sie jedes Jahr rechtzeitig geschnitten. Momentan jedoch ist die Einfuhr gefährdet. Durch das Vakuum, das der Sturz des ehemaligen Präsidenten Hosni Mubarak vor allem auf der Halbinsel hinterlassen hat, herrscht Ungewissheit auf israelischer Seite. Landwirtschaftsministerin Orit Noked schrieb jetzt an ihren ägyptischen Kollegen, um das Thema auf die Tagesordnung zu bringen. »Die landwirtschaftliche Kooperation ist ein hervorragendes Beispiel, die Verbindungen unserer beiden Länder zu vertiefen«, schrieb sie. Viele sind dennoch optimistisch, dass die Lulawim rechtzeitig für das Fest im Oktober ankommen, weil »Geschäft eben Geschäft« sei.

Geflogen
Bislang ist Timna ausschließlich für seine entzückende Natur bekannt. Doch bald schon soll der Wüstenort, etwa zwölf Kilometer nördlich von Eilat, international werden. Das Touristenministerium gab diese Woche bekannt, dass hier 2014 ein Flughafen eröffnet wird. Es wird angenommen, dass sich der Tourismus für Israels Süden dadurch verdreifachen wird, geschätzt wird eine Besucherzahl von anderthalb Millionen Reisenden jährlich, sowohl durch internationale wie nationale Flüge. Der Bau wird die beiden kleinen Flughäfen in Eilat und Ovda ersetzen, die Kosten werden auf 422 Millionen US-Dollar geschätzt. Eine hypermoderne Straßenbahn soll die Gäste direkt nach der Ankunft ins Zentrum von Eilat transportieren. »Der Airport wird die Reisen in eine der schönsten Regionen Israels vereinfachen«, so das Ministerium. Benannt wird er nach Israels Astronauten-Legende Ilan Ramon.

Getrennt
Sieben Jahre lang war er »abgeordnet«, jetzt geht er in den Ruhestand. Kai, ein Labrador-Retriever, verlässt die Knesset. Der loyale Hund arbeitete für den Sicherheitsdienst der Knesset. Obwohl erst sieben Jahre alt, sei er schon zu betagt für diesen anstrengenden Dienst, der unter anderem das Erschnüffeln von Sprengstoff beinhaltet. Jetzt treten seine beiden Kinder Momo und Lilly die Nachfolge an. Kai selbst zieht sich nach einer feierlichen Verabschiedung in der Knesset aufs Altenteil bei einer Familie in Rechowot zurück und darf sich da dann ganz aufs Knochensuchen beschränken.

Gesungen
Sie singen nicht nur »Hallelujah«. Doch so lautet der Name des Wettbewerbs, zu dem jetzt 30 junge Talente aus aller Welt nach Israel gereist sind. Junge Juden mit guter Stimme zwischen 16 und 26 Jahren konnten sich bewerben. Die Organisatoren hoffen, dass durch Hallelujah eine neue musikalische Tradition ins Leben gerufen und die Verbindung zur Diaspora gestärkt wird. Am 25. August wird das große Finale vor 3.000 Zuhörern in Ramat Hascharon stattfinden. Der Gewinner darf anschließend mit einem israelischen Gesangsstar ein Duett aufnehmen. Der – erhoffte – Hit wird dann in den Radiostationen des Landes sowie in jüdischen Sendern der ganzen Welt die Hörer erfreuen. Außerdem sollen die beiden damit gemeinsam durch jüdische Gemeinden auf dem gesamten Globus touren.

Geklärt
Das Drama in der Saftfabrik hat vorläufig ein gutes Ende gefunden. Dank finanzieller Hilfe der Regierung wird Pri Galil doch keine Massenentlassungen vornehmen. Das Ministerium für Industrie und Handel macht Millionen locker, um den Betrieb zu retten. In der letzten Woche hatte die Chefetage mitgeteilt, dass sie wegen finanzieller Schwierigkeiten mindestens 58 Arbeiter entlassen muss, darunter manche, die bereits jahrzehntelang dort beschäftigt sind. Angeblich habe die Regierung nicht die Hilfe geleistet, die sie versprochen hatte, als Pri Galil 2009 verkauft wurde. Gewerkschaftsvorsitzender Ofer Eini sagte, dass es nicht sein kann, dass Arbeiter den Preis bezahlen, wenn sich die Geschäftseigentümer mit der Regierung streiten. Die Firma ist Hauptarbeitgeber in der nördlichen Stadt Hatzor Haglilit.

Krieg

Bibi im Iran - Wenn KI (fast) zur Realität wird

Im Schatten der Raketen und Drohnen werden digitale Schlachten um die Narrative geführt

von Sabine Brandes  22.03.2026

Krieg

Das sagt der Iran zum Trump-Ultimatum

Der US-Präsident hatte das Regime in Teheran aufgefordert, die Blockade der Straße von Hormus innerhalb von 48 Stunden zu beenden

 22.03.2026

Nahost

Israel greift Brücke im Südlibanon an

Was der israelische Verteidigungsminister dazu erklärt und welche Ziele das Militär verfolgt

 22.03.2026

Arad

Netanjahu fordert Länder auf, sich Krieg gegen Iran anzuschließen

Israels Regierungschef Netanjahu fordert mehr internationale Unterstützung im Krieg mit dem Iran. Er spricht von einer Gefahr für die Sicherheit der ganzen Welt

 22.03.2026

Gesellschaft

Der Krieg im Kopf

Wer am meisten leidet: Eine aktuelle Studie zeigt höchste Stresswerte bei arabischen Israelis und Frauen

von Sabine Brandes  22.03.2026

Krieg

Ein Toter bei Raketenangriff auf Nordisrael

Die Rakete soll aus dem Libanon abgefeuert worden sein

 22.03.2026

Nahost

Siedler greifen Dörfer im Westjordanland an

Die Siedler sollen Fahrzeuge und Häuser in der Nähe von Dschenin und Nablus in Brand gesetzt haben. Sieben Palästinenser sollen verletzt worden sein

 22.03.2026

Krieg

Iran feuert erneut Raketen auf Tel Aviv ab - 15 Verletzte

Die Rakete war der israelischen Armee zufolge mit Streumunition bestückt

 22.03.2026 Aktualisiert

Nahost

Führen die USA und Israel noch denselben Kampf?

Donald Trump und Benjamin Netanjahu sind gemeinsam in den Krieg gegen den Iran gezogen. Doch was die Regierungen kommunizieren, ist teilweise sehr unterschiedlich

von Sara Lemel, Cindy Riechau, Anna Ringle  22.03.2026