Kurzmeldungen

Auf die Schnelle

Freier Zugang zum Kinneret Foto: Flash 90

Verbesserung
Die Altstadt von Jerusalem lockt Touristen aus aller Welt an. Jetzt soll es auch für Menschen mit Behinderungen möglich werden, zu den wichtigsten religiösen Stätten zu pilgern. Ein Vier-Millionen-Euro-Projekt der Jerusalemer Entwicklungsgesellschaft (JDA) wird zunächst Zugangsrampen und andere behindertengerechte Einrichtungen im jüdischen Viertel, in der Grabeskirche und der Davidstadt bauen. Seit Neuestem fährt zudem ein kostenloser Shuttle-Bus von Stätte zu Stätte für Besucher der Altstadt. Der Bus ist rollstuhltauglich. Die genannten Schritte sollen nur der Beginn einer ganzen Reihe von Verbesserungen für Altstadtbesucher sein.

Interview

Der Chef des politischen Flügels der Hamas, Khaled Meschal, hat zugegeben, dass seine Organisation für die Ermordung der drei israelischen Teenager im Juni verantwortlich ist. Zwar gab er an, dass die Politebene über den Plan vorher nicht informiert gewesen sei und er erst durch die israelischen Ermittlungen davon erfahren habe, sagte aber auch, dass es sich bei den Mördern um Hamas-Mitglieder gehandelt habe. In einem Interview in Doha, der Hauptstadt Katars, äußerte Meschal sein Verständnis für die Täter. »Wir verstehen, dass die Menschen wegen der Besatzung und Unterdrückung frustriert sind und dann alle möglichen Aktionen starten.« Gleichzeitig bestand der Terroranführer darauf, dass die Hamas nicht so sei wie der »Islamische Staat« (IS) in Syrien und im Irak, den er als »gewalttätige Gruppe« bezeichnete.

Wahlen
Oppositionsführer Isaac Herzog hat am Wochenende gefordert, dass es nach dem Ende der Militäroperation »Protective Edge« Neuwahlen in Israel geben müsse. Der Chef der Arbeitspartei meint, die israelischen Bürger sollten entscheiden, ob sie noch an eine Zweitstaatenlösung glauben und Friedensverhandlungen mit der Palästinensischen Autonomiebehörde unterstützen wollen. »Die Israelis werden nach dem Ende des Konfliktes eine schwere Entscheidung treffen müssen.« Herzog ist der Meinung, dass Regierungschef Benjamin Netanjahu Israel in eine »katastrophale Lage« gebracht hat. »Wir befinden uns wirtschaftlich am Abgrund und diplomatisch in einer Sackgasse«, sagte der Politiker im TV-Interview mit Channel 2.

Zaun
Der Kinneret soll zugänglicher werden. Die für den See zuständige Wasserbehörde hat jetzt einen Zaun abgerissen, den eine Kirchengemeinde vor Jahren am Ufer gebaut hatte. Die Absperrung war zweieinhalb Meter hoch und einen Kilometer lang. Zwar umgab sie ein Gelände, das der russisch-orthodoxen Kirche gehört, doch die Behörde erklärte, dass der Zaun bei einem erhöhten Wasserpegel den Fußweg am Ufer versperren würde. Die Kirchengemeinde hatte geklagt und das damit begründet, dass ohne Begrenzung »unangemessen gekleidete Menschen auf das Privatgelände gelangten«, jedoch vor zwei Instanzen verloren. Der Chef der Wasserbehörde, Mosche Harzion, erläuterte, die Maßnahme sei Teil eines Projekts, mehr Uferfläche für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen und zu verhindern, dass private Organisationen sich Gelände aneignen.

Rettung
Eine jüdische Familie ist von Palästinensern angegriffen – und gerettet – worden. Als die Westbank-Siedler Jedaja und Hadassah Scharchaton mit ihrem Baby Nitzan auf dem Heimweg durch ein arabisches Dorf fuhren, wurde ihr Auto plötzlich mit Steinen beworfen. Einer in Melonengröße traf den 25-jährigen Familienvater ins Gesicht. Er verlor die Kontrolle über den Wagen, fuhr gegen eine Barriere, der Pkw überschlug sich und landete im Graben. Kurz darauf kamen Palästinenser zum Auto und boten ihre Hilfe an. Sie befreiten das Baby und die Frau. Anschließend brachte ein Krankenwagen den Ehemann in kritischem Zustand ins Krankenhaus. Obwohl er Schädelfrakturen und Hirnblutungen erlitt, erkannte er seine Frau und schrieb bereits einen Zettel. Hadassah sagte: »Ich weiß, dass ich zwischen Terroristen und Menschen unterscheiden muss. Und dies waren Menschen.«

Zeitung
Das Time Magazine hat alle Vorwürfe zurückgezogen, dass israelische Soldaten Organe von Palästinensern entnommen und verkauft hätten. Am Sonntag korrigierte die Zeitschrift ein zweiminütiges Video dazu auf ihrer Website und schrieb am Ende des Filmes: »Korrektur: Die ursprüngliche Version dieses Videos zitierte umstrittene Anschuldigungen, die 2009 in einer schwedischen Zeitung gemacht und als Fakten dargestellt worden sind. In dem Zeitungsbericht des ›Aftonbladet‹ stand vor fünf Jahren, einige Mitglieder der israelischen Armee hätten Organe von in der Haft gestorbenen Palästinensern verkauft.« Doch die Vorwürfe erwiesen sich schnell als fabriziert. Sogar der Autor gestand: »Ich habe keine Ahnung, ob das stimmt, was da geschrieben stand – überhaupt keinen Schimmer.«

Bauten
Das Bauministerium will noch mehr Häuser auf einem Hügel in der Nähe des Ramon-Kraters errichten. Dabei hatten sich die Regierungsbeamten eigentlich verpflichtet, die Natur in dieser einzigartigen Wüstengegend zu schützen. Von dem Hügel mit Namen »Har Gamal« aus kann man den riesengroßen Krater überblicken. Zigtausende von Touristen strömen hierher, um den atemberaubenden Blick zu genießen. Minister Uri Ariel hatte der Gesellschaft für den Schutz der Natur in Israel (SPNI) Anfang des Jahres noch versprochen, den Plan einzufrieren. Doch einen Monat später bereits gab das Baukomitee grünes Licht für 73 neue Häuser. Der Grund sei »erhöhter Wohnbedarf« in der Gegend. Die SPNI will gegen den Bau klagen.

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