Kurzmeldungen

Auf die Schnelle

Verfassen Der Bericht des staatlichen Prüfers zeigt es schwarz auf weiß: Premierminister Benjamin Netanjahu, Innenminister Eli Yishai, Sicherheitsminister Yitzhak Aharonovitch und Finanzminister Yuval Steinitz tragen die Verantwortung für das verheerende Feuer auf dem Carmel im Dezember 2010. Ein erster Entwurf des 1.000 Seiten dicken Schreibens von Prüfer Micha Lindenstrauss ging am Sonntag an alle Beteiligten. Die haben nun einen Monat Zeit, sich dazu zu äußern. Erst danach will Lindenstrauss entscheiden, ob die Minister »nur ministerielle« oder gar »persönliche Verantwortung« an dem Unglück tragen. Bei einem der schlimmsten Waldbrände in Israels Geschichte waren 44 Menschen ums Leben gekommen und mindestens 5.000 Hektar Wald verbrannt.

Verwehren Besser gegen Hacker‐Angriffe gewappnet zu sein, lautet das Motto. Das Kabinett hat daher der Bildung eines nationalen Cyber‐Direktoriums zugestimmt. Es unterliegt direkt den Weisungen des Premierministers Benjamin Netanjahu. Die Einrichtung soll Entwicklungen in diesem Bereich koordinieren und zwischen verschiedenen Stellen vermitteln. Hauptaufgaben sollen die Cyber‐Sicherheit und die Abwehr eventueller Angriffe sein. Das Direktorium wurde nach verschiedenen Attacken überall auf der Welt, darunter auf die Stromverwaltung in Brasilien und das Bankensystem in Estland, gegründet. Doch auch Israel selbst hat bereits unter Angriffen gelitten: 2008 war die Website der Bank of Israel Ziel von Hackern, nach der Gaza‐Flottille waren verschiedene Systeme von Cyber‐Terroristen ins Visier genommen worden, darunter die der Stadtverwaltung Tel Aviv‐Jaffa.

Verlieben Sie haben vor, ihr Beschert im Heiligen Land zu finden. 83 junge Juden aus verschiedenen europäischen Staaten sind durch eine Aktion der Jewish Agency nach Israel gekommen, um hier einen potenziellen Lebenspartner zu finden. Passend zu Tu be Aw, dem Tag der Liebe, landeten die Männer und Frauen aus Schweden, Großbritannien, der Schweiz, Australien und Frankreich auf dem Ben‐Gurion‐Airport. Der größte Teil, etwa 80 Prozent, sind französische Juden. Das Programm »Garin Tzabar« will Singles aus Europa und Israel zusammenbringen. »Ich habe gehört, es gibt hier viele gut aussehende Menschen – und alle sind jüdisch«, freute sich ein Teilnehmer. Bei Partys und gemeinsamen Ausflügen sollen sich die Leute kennenlernen. Und wer weiß, vielleicht endet das ein oder andere Treffen schon bald unter der Chuppa.

Vereinbaren Der Sinai ist schon eine Weile nicht mehr sicher. Beduinische Banden und Al‐Qaida‐Gruppierungen treiben ihr Unwesen auf der Halbinsel, der Terrorismus hat Hochkonjunktur und bedroht damit eine der wichtigsten Touristengegenden Ägptens. Nach dem Fall des Mubarak‐Regimes herrscht dort Anarchie. Am Freitag marschierten Truppen der ägyptischen Armee, begleitet von Panzern, in das Wüstengebiet am Roten Meer ein. Jerusalem hatte zuvor seine Zustimmung zu der Operation gegeben, die darauf abzielt, die Kontrolle der Beduinen im nördlichen Sinai und den Waffenschmuggel in Richtung Gazastreifen zu beenden. Es ist das zweite Mal in wenigen Monaten, dass Israel eine militärische Aktion der Ägypter im Sinai gutheißt.

Verhandeln Einer der Eigentümer des Basketballclubs Maccabi Tel Aviv, David Federman, hat im Armeeradio eine sportliche Bombe platzen lassen: Omri Casspi, israelischer Star in der NBA und Teammitglied der Cleveland Cavaliers, kommt eventuell zurück in die Heimat. Federman sagte, dass der Großteil des Vertrages bereits verhandelt sei und der 23‐jährige Spieler die Saison 2011/2012 wahrscheinlich in Europa spielen werde. »Wenn Europa, dann Maccabi Tel Aviv«. Grund für Casspis Rückkehr zu den Wurzeln sind die Dispute in der amerikanischen Liga, die eventuell zum kompletten Ausfall der nächsten Saison führen könnten. Der Top‐Spieler ist eigentlich bei den Cavaliers unter Vertrag, es würde ihm aber erlaubt, bei einem europäischen Verein zu unterzeichnen, bis der Streit in der NBA beigelegt ist. Angeblich boten ihm die Tel Aviver 40.000 US‐Dollar pro Monat.

Versichern Während europäische und asiatische Märkte erzittern, ist die israelische Wirtschaft nach wie vor ein Fels in der Brandung. Doch wollen auch die heimischen Banken vorbereitet sein, sollten die Finanzen rutschen. Am Sonntag diskutierte das Wirtschaftskomitee der Knesset, inwiefern Israel einen Einbruch der Märkte überstehen könnte. Der Vorsitzende Carmel Schama‐Hacohen ist überzeugt, die Zentralität der Wirtschaft könnte nach einem Sturz einiger Tycoone einen Domino‐Effekt heraufbeschwören. Dennoch herrsche Vertrauen in das Finanzsystem, meint der Vorsitzende der Aufsicht, David Zaken: »Die Portfolios sind stabil, es gibt keine Gefahr für die Banken«, versichert er.

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