Kurzmeldungen

Auf die Schnelle

Zettelwirtschaft an der Kotel Foto: Flash 90

Computer
Chinesen kommen als Bauarbeiter nach Israel, Israelis gehen nach China, um die Menschen dort in Computeranwendungen zu unterrichten. Matrix, eine führende IT-Firma, eröffnet jetzt ein großes Trainingszentrum in Nanjing. Dort sind mehr als 500 Computerfirmen mit insgesamt 400.000 Angestellten untergebracht. »In den vergangenen Jahren haben wir eine dramatische Änderung auf dem lokalen Markt der Kommunikationsdienste gesehen«, so Matrix-Chef Zvi Schalog. »Es geht jetzt in dem Land hauptsächlich um Software und IT. Auch die Regierung ist sehr an den Diensten interessiert.« Der Umsatz in diesem Bereich summierte sich im Jahr 2013 in China auf mehr als 300 Milliarden Dollar. Und davon wollen die Israelis ein Stück abbekommen.

Mikwe
Wer mit Waze unterwegs ist, verfährt sich nie. Viele Israelis können sich das Leben ohne die erfolgreiche Navigations-App kaum mehr vorstellen. Jetzt sollen auch religiöse Nutzer angelockt werden. Neuerdings kann man per Waze nämlich auch die nächste Mikwe lokalisieren. In Zusammenarbeit mit dem Religionsministerium werden Standorte der Ritualbäder inklusive Telefonnummern, Öffnungszeiten und Zugängen für Behinderte angezeigt. Gibt man das Wort »Mikwe« bei Waze ein, wird automatisch die nächste mit der akkuraten Wegbeschreibung auf dem Bildschirm angezeigt.

Köchin
Im vergangenen Jahr brach die Kochshow »Masterchef« alle Quotenrekorde, als der Ex-Kölner Tom Franz den Titel holte. Auch dieses Jahr lugten die Israelis wieder in die medialen Kochtöpfe. Am Ende der vierten Staffel stand Nof Atamna-Ismaeel als Siegerin da. Die Frau aus Baqa-al-Gariye kocht arabisch mit modernem Dreh. Atamna-Ismaeel hat einen Doktortitel in Mikrobiologie, ist verheiratet und Mutter von drei Kindern. Mit der Siegprämie will die 32-Jährige eine jüdisch-arabische Kochschule eröffnen. Dass sie unter 14 Kandidaten ausgewählt wurde, bezeichnete sie als »aufregendsten Moment in meinem Leben«.

Waisen
Es war ein Riesenfest. 113 Waisenkinder feierten ihre Barmizwa mit ihren Angehörigen vor der Klagemauer. Die Zedaka-Organisation von Chabad, Kolel Chabad, veranstaltete das Event. Der Vorsitzende Rabbiner Scholom Duchman erklärte, der Vater sei die führende Person bei einer Barmizwa. Da dieser jedoch bei Waisen nicht mehr lebe, sei es den Jungs oft unangenehm, ohne diese Leitfigur in die Synagoge zu gehen. Bei diesem kollektiven Ereignis säßen »alle im gleichen Boot«. Die Feierlichkeiten begannen vor der Kotel und endeten im Messezentrum. Jeder Junge erhielt Gebetsriemen, Kippa, ein weißes Hemd und wurde zur Tora aufgerufen. Kolel Chabad will mit der Aktion das schwere Trauma der Kinder über den Verlust der Eltern lindern.

Zettel
An Pessach ist das ganze Land im Putzwahn. Nicht nur in Küchen und Kellern wird geschrubbt, auch Straßen und Gärten werden aufgeräumt. Und sogar die Kotel in Jerusalem wird vor den Feiertagen aufgehübscht. Zweimal im Jahr, vor Pessach und Rosch Haschana, werden die Hunderttausende von Zettelchen aus den Ritzen der alten Steine geholt. Es ist Tradition, dass die Gläubigen dort Notizen mit Wünschen verstecken. Am Wochenanfang benutzten Angestellte der Stadt lange Stöcke, um das Papier zu entfernen. Aus Respekt für die Wünsche werden die Zettel jedoch nicht einfach in den Papierkorb geworfen, sondern zeremoniell begraben.

Radio
Von wegen nur noch iPhone und iPad. Eine Umfrage der Behörde für Fernsehen und Radio veröffentlichte jetzt Zahlen, die erstaunen. Demnach hören mehr als 70 Prozent der jungen Israelis täglich Radio. Beliebtester Sender bei ihnen ist mit rund 56 Prozent Galgalatz, wo hauptsächlich aktuelle Hits laufen, gleich gefolgt vom Armeeradio Galei Zahal (30 Prozent). Zwei Drittel der jungen Zuhörer hören am liebsten Musik, ein Drittel Nachrichten und 19 Prozent Comedy-Shows. Doch nicht alles, was über den Äther kommt, wird gemocht. 62 Prozent sind von »Flüchen und Obszönitäten« im Radio genervt.

Fluchtroute
Diese App macht es möglich, nie wieder jemandem über den Weg zu laufen, den man partout nicht treffen möchte. »Jeder hat irgend jemanden, den er lieber nicht mehr sehen will«, sagt Udi Dagan, Chef der Firma Split. Wer sich auf Facebook oder anderen sozialen Netzwerken im Internet anmeldet, kann mit der App Leute auswählen, die er meiden möchte. Split ist eine kostenlose Anwendung für iOS und Android. Wenn jemand aus der »schwarzen Liste« in der Nähe ist, sendet das Telefon eine Warnung und schlägt sogar eine Fluchtroute vor. Die Angaben werden von den Menschen selbst ins Internet gestellt, etwa durch Standortangaben von Instagram oder Facebook. Zu viel des Spionierens? Dagan betont, dass seine Firma lediglich Daten nutzt, die ohnehin öffentlich sind.

Essay

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