Kurzmeldungen

Auf die Schnelle

Letztes Geleit: Hunderte bei der Beerdigung von Rabbi Elazar Abuhatzeira Foto: Flash 90

Gegrüsst
Für Hunderte von Millionen Menschen hat am Montag der Ramadan begonnen, darunter auch für die etwa anderthalb Millionen israelischen Muslime. Der Monat ist geprägt von Gebeten, Wohltätigkeit und dem täglichen Fasten bis Sonnenuntergang. Auf diese spirituelle Weise wird dem Erhalt des Koran gedacht. Besonders schwer ist das Einhalten des Trinkverbots in der israelischen Sommerhitze. Premierminister Benjamin Netanjahu grüßte die Moslems in aller Welt und im eigenen Land und wünschte »einen frohen Ramadan«. Gleichzeitig lud er seinen Amtskollegen Mahmud Abbas ein, mit ihm zusammenzusitzen und »ohne Vorbedingungen zu verhandeln. Hier und Jetzt«.

Gerockt
Israel ist eine Reise wert. In diesem Sommer werden zudem Freunde der Rock- und Jazzmusik auf ihre Kosten kommen. Verschiedene Musikfestivals im ganzen Land laden zum Hören und Tanzen ein. Hoch im Norden gibt es beim Moon Nights Festival was auf die Ohren. Vom 11. bis 30. August rocken Balkan Beat Box, Yehudit Ravitz und Ehud Banai auf dem Golan. Mit dabei ist außerdem der altbekannte Schalom Hanoch. Beim gleichnamigen Fest in der Wüste sorgen Berry Sakharoff, Carolina, Schlomi Schaban und der Sänger des Jahres, Avraham Tal, für den richtigen Rhythmus (11. und 12. August). Beim Goldstar Festival wird nicht nur das Bier in Strömen fließen. Auch Musik kommt am 10. und 11. August in Haifa mit den Giraffes, Hadag Nachash und anderen nicht zu kurz. Am 17. und 18. August spielen dieselben Bands in Aschdod. Das Jazzfestival am Roten Meer ist schon legendär: Zum 25. Mal wird es dabei vom 21. bis 24. August an den Stränden Eilats musikalisch. Mit dabei unter anderem: Yoni Rechter, Tuba Skinny und Lizz Wright.

Getötet
Die jüdische Welt trauert um einen der berühmtesten Kabbalisten, Rabbi Elazar Abuhatzeira. Der Rabbiner – auch Baba Elazar genannt – ist am vergangenen Donnerstag in seiner Jeschiwa in Beer Sheva erstochen worden. Mutmaßlicher Täter ist ein Mann namens Ascher Dahan aus der ultraorthodoxen Stadt Elad, der Abuhatzeira regelmäßig aufsuchte und um Rat fragte. Obwohl der Rabbiner sofort ins Krankenhaus eingeliefert wurde, erlag er seinen schweren Verletzungen. Das Motiv liegt noch im Dunkeln, der 42-Jährige gibt lediglich an, die Ratschläge zur Rettung seiner Ehe hätten nicht gefruchtet. Der Getötete war der Enkel des berühmten Baba Sali, von dem seine Anhänger sagten, er könne durch seine Gebete Wunder bewirken. Abuhatzeira hatte auch Tausende von Getreuen. Viele kamen, um seinen persönlichen Segen zu erhalten. Der 70-Jährige empfing täglich bis zu 500 Menschen. Er soll Hilfe in Belangen des täglichen Lebens, Ehe- und Geschäftsangelegenheiten sowie Antworten auf Fragen zur Halacha gegeben haben. Viele meinen, er hätte eine besondere Aura gehabt, der man sich nicht entziehen konnte. Nach seinem Tod versammelten sich Hunderte Anhänger vor seinem Haus und beklagten den großen Verlust. Abuhatzeira wurde am Sonntag auf dem Jerusalemer Ölberg neben seinem Vater beigesetzt.

Geendet
Morddrohungen waren in seinem Leben an der Tagesordnung, letzte Woche starb er. Mit mehreren Schüssen ist die Unterweltfigur Francois Abutbul an einer Tankstelle niedergestreckt worden. Jede Hilfe kam zu spät, der Mann aus Netanja starb noch am Ort des Verbrechens. Die Polizei geht davon aus, dass es sich um eine Auftragshinrichtung eines anderen Gangsterbosses handelt. Offenbar raste ein Motorradfahrer aus dem Nirgendwo heran, als Abutbul tankte, schoss und verschwand anschließend in der Nacht – das Ende einer kriminellen Karriere. Francois wurde neben seinem Vater Felix begraben, der 2002 in Prag von Rivalen erschossen worden war. Bruder Assi verbüßt derzeit eine 13-jährige Haftstrafe wegen verschiedenster Vergehen, darunter Betrug, Erpressung und Leitung einer kriminellen Organisation. Noch am offenen Grab schwor die Familie des Getöteten Vergeltung. Sabine Brandes

Kommentar

Empathie für alle?

Dunja Hayali hat zu mehr Mitgefühl mit Betroffenen von Kriegen aufgerufen. Zurecht. Was in den deutschen Medien jedoch kaum vorkommt: das Leid der Israelis, die unter dem ständigen Beschuss der Hisbollah stehen

von Jenny Havemann  10.04.2026

Jerusalem

Israeli soll für Iran Anschlag auf Naftali Bennett geplant haben

Ein 22-jähriger Israeli soll für den iranischen Geheimdienst einen Anschlag auf Ex-Premier Naftali Bennett geplant und Sprengstoff hergestellt haben. Die Polizei ermittelt gegen mehrere Verdächtige

 10.04.2026

Beirut

Hisbollah-Chef: Machen weiter »bis zum letzten Atemzug«

Während die libanesische Regierung an Verhandlungen mit Israel arbeitet, zeigt sich die Hisbollah unbeeindruckt: Es sei nicht die Zeit, um Zugeständnisse zu machen, betont ihr Anführer

 10.04.2026

Iran-Krieg

Israel vermeldet insgesamt 31 Kriegstote und 7500 Verletzte

Nach der Waffenruhe zieht Israel eine erste Bilanz des Krieges mit dem Iran – die IDF spricht von einer erfolgreichen Kampagne

 10.04.2026

Iran-Krieg

Hält die Waffenruhe?

In Pakistan wollen die USA und der Iran ab heute über eine dauerhafte Friedenslösung beraten. Doch vorab gibt es bereits Streit über wichtige Punkte

 10.04.2026 Aktualisiert

Iran-Krieg

Europa darf Israel nicht im Stich lassen

Während die USA und Israel der Bedrohung durch das Mullah-Regime militärisch begegneten, standen die Europäer an der Seitenlinie und übten Kritik. Die nun herrschende Feuerpause gibt ihnen Gelegenheit, ihre Haltung zu überdenken

von Rafael Seligmann  10.04.2026

Modschtaba Chamenei

Wo ist der neue Ayatollah?

Der »Oberste Führer« des Iran ist seit seiner Wahl nicht öffentlich aufgetreten. Ist er noch am Leben?

von Sabine Brandes  07.04.2026

Teheran

Landesweite Angriffe auf Verkehrsinfrastruktur im Iran

Mehrere Autobahnen und Eisenbahnbrücken wurden angegriffen. Israels Premierminister Netanjahu bestätigt die Angriffe und sagt, dass die Ziele von den Revolutionsgarden genutzt würden

 07.04.2026 Aktualisiert

Teheran

Iran meldet Angriff auf Eisenbahnbrücke

Israels Militär droht mit Angriffen auf das iranische Schienennetz. Nur wenige Stunden später meldet der Iran die Bombardierung einer Eisenbahnbrücke

 07.04.2026