Kurzmeldungen

Auf die Schnelle

Freut sich auf Israel: Alicia Keys Foto: cc

Abgegeben
Zwei Familien, eine jüdisch, die andere arabisch, sind im Rambam‐Krankenhaus von Haifa zu ganz besonderen Freunden geworden. Der Araber Mohammed Eckert und der Jude David Ben‐Yair lagen in ein und demselben Zimmer, beide benötigten dringend eine Niere. Doch keines ihrer eigenen Familienmitglieder kam als Spender infrage. Also suchten die Ärzte in der Datenbank des Hospitals nach Spendern. So stießen sie auf die Zimmernachbarn. In einer sogenannten »Über‐Kreuz‐Spende« gab Eckerts Frau Rascha ihre Niere an Ben‐Yair (57) und dessen Sohn Schmuel seine wiederum an den 34‐jährigen Eckert. »Die vier zögerten nicht eine Sekunde«, so der behandelnde Arzt Rawi Ramadan. »Es ging ihnen nicht darum, für wen sie spenden und von wem sie erhalten, sondern nur darum, Leben zu retten.«

Abgekauft
Noch immer fehlen rund 42 Prozent der Gasmasken für Israels Bevölkerung. Und das, obwohl die Lage in Syrien alles andere als stabil ist. Die Regierung überlegt nun fieberhaft, wo sie 260 Millionen Euro herbekommt, um alle Israelis mit den »ABC‐Kits« zu versorgen. Zwar erklärte die Regierung, dass die Entscheidung, die Verteilung der Gasmasken zu beschleunigen, »nichts mit Syrien zu tun hat«, sondern einem Plan aus dem Jahr 2012 entstamme, der besagt, jeder Israeli solle ein Sicherheitspaket zu Hause haben. Damals wurde das Vorhaben wegen Geldmangel nicht realisiert. Einige Vorschläge zur Finanzierung beinhalten nun Sammlungen in verschiedenen Ministerien oder auch, dass die Leute sich ihre Masken selbst kaufen müssen.

Abgeschmiert
Nach verschiedenen »Preisschild‐Attacken« auf arabische Dörfer und christliche Einrichtungen in Israel hat Ministerpräsident Benjamin Netanjahu scharf diese Vorfälle verurteilt. In der vergangenen Woche sollen rechte Extremisten mehrere Autos in dem palästinensischen Dorf Zavidat angezündet und Wände und Häuser mit rassistischen Parolen beschmiert haben. Mitglieder von »Tag Meir«, einer Dachgesellschaft aus 40 israelischen Organisationen, die sich gegen Gewalt gegenüber Palästinensern einsetzen, besuchten Zavidat im Anschluss gemeinsam mit einem Vertreter der israelischen Armee und sprachen mit den Bewohnern. Auch die Dormitio‐Abtei in Jerusalem war Vandalismus ausgesetzt. Fahrzeugreifen wurden zerschlitzt, Wände mit Hetzsprüchen wie »Christen sind Affen«, »Preisschild‐Attacke« sowie »Jesus war ein Affe« verunstaltet.

Abgelehnt
Alicia Keys hat abgelehnt. Allerdings nicht, ein Konzert in Israel zu geben, sondern die Aufforderung der BDS‐Bewegung, ihren geplanten Auftritt abzusagen. BDS steht für »Boykott, Deinvestition und Sanktionen«. Der Soul‐ und Pop‐Superstar wurde in einem Brief aufgefordert, sich über die politische Lage schlau zu machen und dann von ihrem Besuch in Tel Aviv Abstand zu nehmen. Allen voran hatte die Bestseller‐Autorin Alice Walker (Die Farbe Lila) Keys bedrängt, ihre Entscheidung zu revidieren. Die Sängerin wies das mit der Begründung von sich, dass Musik die internationale Sprache der Liebe und des Friedens sei. »Ich freue mich auf meinen ersten Besuch in Israel«, schrieb sie. Keine Frage, dass Alicia Keys mit dieser Aussage eine Menge neuer Fans im Heiligen Land gewinnen wird.

Abgestimmt
Die Anerkennung anderer religiöser Strömungen im Judentum scheint immer mehr zuzunehmen. Jetzt erklärte das Religionsministerium, es habe vor, die Institution der »staatlichen Nachbarschafts‐Rabbis« abzuschaffen, die bislang ausschließlich der Orthodoxie angehören. Stattdessen sollen Zuschüsse an Gemeinden gegeben werden, die damit den Rabbiner ihrer eigenen Wahl anstellen – nichtorthodoxe inklusive. Der Plan war nach einer Petition vor dem Obersten Gerichtshof ausgearbeitet worden. Verschiedene Gemeinden hatten darauf geklagt, dass auch ihre nichtorthodoxen Rabbiner vom Staat bezahlt werden müssen.

Abgeschoben
Die Tageszeitung Haaretz hat Anfang der Woche berichtet, dass Israel ein Abkommen mit einem noch unbenannten Drittstaat in Afrika unterzeichnet habe, der einen Großteil der Flüchtlinge aus Eritrea aufnehmen will, nachdem sie eine landwirtschaftliche Ausbildung erhalten haben. Angeblich stehen weitere Vereinbarungen mit Ländern auf der Agenda, die auch die Sudanesen aufnehmen wollen, die illegal nach Israel eingewandert waren. Staatsanwalt Jochi Gnessin erklärte zudem, dass der jüdische Staat wahrscheinlich nahezu 100 Prozent der eritreischen Asylbewerbungen ablehnen werde. Derzeit können illegale Einwanderer bis zu drei Jahre ohne Verhandlung im Gefängnis behalten werden.

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