Terror

Attacke aus Syrien

Vier israelische Soldaten wurden am Dienstag an der israelisch-syrischen Grenze verletzt, einer von ihnen lebensgefährlich. Foto: Flash 90

Schreckensnachrichten aus Syrien hört man fast täglich. Seit vier Jahren tobt ein unendlich blutiger Bürgerkrieg im Land, 40 Prozent der Einwohner sind zu Flüchtlingen geworden. Die Zahl der Toten geht in die Hunderttausende. In Israel geht das Leben meist seinen normalen Gang, oft vergessen die Menschen, dass der Krieg praktisch vor der Haustür stattfindet. Bis sie auf grausame Weise erinnert werden. Wie am Dienstag: Vier Soldaten der israelischen Armee (IDF) wurden am Nachmittag durch eine Straßenbombe verletzt, einer von ihnen lebensgefährlich. Am Mittwochmorgen flog die Luftwaffe Vergeltungsangriffe gegen Syrien.

Der IDF-Jeep war während seiner Patrouille offenbar über eine auf der Straße installierte Bombe nahe des Drusendorfes Madjal Schams gefahren. Nach der Detonation wurden die Soldaten zudem aus Syrien beschossen. Israel feuerte unmittelbar danach auf die Stellungen in der Stadt Quneitra und brachte die Verletzten in Sicherheit. Einer der Soldaten befindet sich nach Angaben eines Armeesprechers mit schweren Verletzungen im Kopf- und Brustbereich noch auf der Intensivstation des Haifaer Krankenhauses Rambam.

Reaktion
Die Zeitung Al-Arabiya nannte den Anschlag einen »Entführungsversuch«. Ein ähnlicher Angriff im Dezember hatte zwar das Fahrzeug beschädigt, Menschen waren jedoch nicht zu Schaden gekommen.

Verteidigungsminister Mosche Ya’alon sandte noch am Dienstag eine scharfe Nachricht an den syrischen Präsidenten Baschar al-Assad: »Wir werden keinerlei Störung unserer Souveränität oder Angriffe auf unsere Soldaten sowie Zivilisten dulden und mit aller Macht gegen jeden vorgehen, der uns angreift. Egal, wer es ist oder wo es ist. Jeder, der uns attackiert, unterschreibt sein eigenes Todesurteil.«

Die Luftwaffe Israels beschoss im Anschluss verschiedene Stellungen der syrischen Armee im Nachbarland, wie die IDF mitteilte. Darunter sollen sich eine Trainingseinrichtung, militärische Hauptquartiere und Artillerielager befunden haben. Premierminister Benjamin Netanjahu hatte am selben Abend erklärt, dass die Attacke gegen die Soldaten durch den jüngsten Einfluss von Dschihadisten und Hisbollah-Mitgliedern in Syrien getriggert wurde. »Und das stellt uns eindeutig vor neue Herausforderungen.«

Sicherheit »In den vergangenen Jahren haben wir erfolgreich dafür gesorgt, dass der Frieden gewahrt bleibt – obwohl nebenan ohne Unterlass der Bürgerkrieg tobt«, erklärte Netanjahu weiter. »Und auch jetzt werden wir dafür sorgen, dass Israels Sicherheit gewährleistet ist.«

Tatsächlich hat sich Jerusalem vier Jahre lang bemüht, neutral zu bleiben und den grausamen Konflikt außerhalb der Landesgrenzen zu halten. Das Einzige, was Israel mit Syrien zu tun hat, ist die humanitäre Hilfe für Menschen im Grenzgebiet oder Verletzte, die in den Krankenhäusern des Landes behandelt werden. Aber weder durch Worte noch durch Taten wurde je eine der kämpfenden Seiten unterstützt. Offenbar jedoch gibt es Kräfte jenseits des Zaunes, die Israel um jeden Preis in den Krieg hineinziehen wollen. Aber die Regierung will standhaft bleiben und betont: »Wir werden das nicht zulassen.«

Westjordanland

Qusra: US-Botschafter warnt Siedler vor Enteignung palästinensischer Familien

Der US-Botschafter in Israel, Mike Huckabee, sagt, es gehe nicht nur um einen Verstoß gegen menschengemachtes Recht, sondern auch »gegen Gottes Gesetz«

 21.08.2026

Ben Gurion Airport

Gepäckstreik sorgt für Chaos an Tel Aviver Flughafen

Ein Streik beim Gepäckpersonal bringt den Flughafen bei Tel Aviv zum Stillstand. Lange Schlangen und dichtes Gedränge prägen einen der verkehrsreichsten Tage der Sommerferien

 20.08.2026

Umstrittenes Gesetz

Ben-Gvir baut Galgen für palästinensische Terroristen

Israels rechtsextremer Sicherheitsminister will palästinensische Terroristen hinrichten lassen. Der Ruf nach Sanktionen gegen Itamar Ben-Gvir wird lauter

von Sabine Brandes  20.08.2026

7. Oktober

Totgeglaubt – und endlich unter der Chuppa

Sie überlebte den Todesbunker von Re‘im, er 505 Tage in einem Hamas-Tunnel. Jetzt haben Ziv Abud und Eliya Cohen geheiratet

von Sabine Brandes  20.08.2026

Umfrage

Immer weniger Palästinenser sympathisieren mit der Hamas

Die Hamas hat weiter an Zustimmung bei den Palästinensern verloren. Immer mehr sprechen sich für eine Verhandlungslösung und weniger für Gewalt aus. Das sind Ergebnisse einer aktuellen Umfrage

von Andrea Krogmann  20.08.2026

Khan Younis

Israel wirft Hamas Folter in Klinik vor

Die Terrororganisation soll ein Krankenhaus im Süden des Gazastreifens als Folterzentrale nutzen, um ihre Macht über die Bevölkerung auszubauen

 20.08.2026

Gesundheit

Fühl den Schmerz!

Eine Studie aus Israel zeigt: Wer sich auf eine Entzündung konzentriert, kann die Reaktion des Körpers abschwächen

von Sabine Brandes  20.08.2026

Wahlkampf

Arabischer Dreierpakt für die Knessetwahl

Chadasch, Ta’al und Balad bilden eine neue Union ohne Ra‘am. Laut Umfragen wird die Regierungsbildung ohne arabische Beteiligung schwierig

von Sabine Brandes  20.08.2026

Nahost

Netanjahu: Stabilisierungstruppe hat keinen Zugang zu Gaza erhalten

Israel blockiert vorerst den Einsatz einer internationalen Stabilisierungstruppe in Gaza. Die Regierung verlangt eine Entwaffnung der Hamas in Kombination mit einem Entfernen der Waffen aus Gaza. Zugleich warnen Sicherheitsvertreter vor einer möglichen politisch motivierten Eskalation vor der Wahl

 20.08.2026