Gazastreifen

Armee: Auch andere Journalisten waren Terroristen

Anas al-Sharif wurde in einem Zelt für Journalisten nahe des Al-Shifa-Krankenhauses in Gaza-Stadt getötet Foto: picture alliance / Anadolu

Die israelische Armee (IDF) hat mitgeteilt, dass bei dem Luftangriff, bei dem am 10. August 2025 der bekannten Al-Jazeera-Korrespondent Anas al-Sharif getötet wurde, auch mehrere andere Mitglieder von Terrorgruppen getötet wurden, die sich ebenfalls als Journalisten ausgegeben haben sollen.

Laut Al-Jazeera starben durch den Angriff der Korrespondent Mohammed Qreiqeh, die Kameraleute Ibrahim Zaher und Mohammed Noufal, sowie die Freiberufler Moamen Aliwa und Mohammad al-Khaldi. Die IDF erklärte, sie habe zuvor »viele Maßnahmen« ergriffen, um zivile Opfer zu minimieren, darunter den Einsatz präziser Munition, Luftüberwachung und zusätzliche nachrichtendienstliche Informationen.

Die Armee betonte, Sharif sei ein aktiver Hamas-Terrorist gewesen, der ein Raketen-Abschussteam geleitet habe und als Mitglied einer Hamas-Zelle operierte, die in Al-Jazeera integriert gewesen sei. Die IDF veröffentlichte Dokumente – darunter Gehaltslisten, Telefonverzeichnisse und Personalränge – die belegen sollen, dass Sharif seit dem 3. Dezember 2013 Mitglied der Hamas gewesen sei; er sei als Kommandeur einer Raketeneinheit geführt worden und habe eine Position bei der Elite-Einheit Nukhba im Ost-Jabalia-Bataillon innegehabt.

Ein Armee-Sprecher erklärte, die im Oktober 2024 veröffentlichten Informationen seien eine »kleine, deklassifizierte Auswahl« dessen, was an Geheimdienstmaterial über Sharif vorliege.

Der Angriff wurde international scharf kritisiert. So forderte das Auswärtige Amt Aufklärung von der israelischen Armee - auch nachdem die IDF bereits Dokumente veröffentlicht hatte. Anja Osterhaus von »Reporter ohne Grenzen« bezeichnete den Angriff als Kriegsverbrechen: »Diese Tötung ist nicht nur ein Kriegsverbrechen, sie markiert auch einen weiteren Höhepunkt in der systematischen Einschüchterung und Gewalt gegen palästinensische Medienschaffende.« ja

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