Archäologie

Archäologen: Prähistorischer Mensch aß nicht nur Fleisch

Gescher Benot Jakob liegt am Ufer des antiken Hula-Sees, in dessen Sedimentschichten zahlreiche archäologische Funde konserviert wurden. Foto: picture alliance / dpa

Auf dem Speisezettel prähistorischer Menschen stand eine Vielfalt von Pflanzen. Zu diesem Schluss kamen Archäologen der Universitäten Bar-Ilan und Haifa nach der Untersuchung von prähistorischen Werkzeugen, die an der archäologischen Stätte Gescher Benot Jakob (»Brücke der Töchter Jakobs«) im nördlichen Jordantal gefunden wurden. Das Ergebnis der Untersuchung wurde in der jüngsten Ausgabe der Fachzeitschrift »PNAS« veröffentlicht, wie die Zeitung »Haaretz« (Montagabend) berichtete.

In der Studie untersuchten die Forscher mehrere rund 780.000 Jahre alte Basaltwerkzeuge und fanden Überreste von verschiedenen Pflanzen, darunter Eicheln, Gräserkörner, Wasserkastanien, Seerosenwurzeln und Hülsenfruchtsamen. Die Pflanzen unterscheiden sich laut den Forschern in Bezug auf ihre ökologischen Nischen, die Saisonalität sowie die Sammel- und Verarbeitungsmethoden.

Wurzeln, Knollen, Nüsse

Der Fund gibt laut den Archäologen Aufschluss über die wichtige Bedeutung pflanzlicher Lebensmittel in der Evolutionsgeschichte des Menschen, die bisher in der Forschung auch wegen fehlender archäologischer Belege kaum beachtet worden sei. Die Studie zeige, dass sich der prähistorische Mensch entgegen weitverbreiteter Meinung nicht ausschließlich von tierischen Eiweißen ernährt habe, sondern kohlenhydratreiche Pflanzen wie Wurzeln, Knollen und Nüssen zu seinen wichtigen Energiequellen gehörten.

Gleichzeitig belege der Fund erhebliche kognitive Fähigkeiten der Hominiden, »einschließlich ihrer Fähigkeit, Pflanzen aus unterschiedlichen Entfernungen und aus einer Vielzahl von Lebensräumen zu sammeln und sie mit Schlagwerkzeugen mechanisch zu verarbeiten«. Das Sammeln und Verarbeiten der Pflanzen erfordere im Vergleich zu tierischen Nahrungsmitteln oft komplexere Techniken.

Frühere Forschungen an der Stätte hatten unter anderem belegt, dass prähistorische Menschen schon vor 780.000 Jahren Feuer zum Kochen verwendeten. Gescher Benot Jakob liegt am Ufer des antiken Hula-Sees, in dessen Sedimentschichten zahlreiche archäologische Funde konserviert wurden. Unbekannt ist laut Bericht unterdessen, welche Hominiden dort siedelten. Möglicherweise handelte es sich um Vertreter des Homo erectus oder eine der örtlichen verwandten Arten. kna

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