Israel/Gaza

Angehörige deutscher Geiseln: »Haben Traumatisches durchgemacht«

Shira Havron am 8. November mit Fotos von ihren Angehörigen, die von der Terrororganisation Hamas als Geiseln genommen wurden. Foto: picture alliance/dpa

Nach der Freilassung einer Gruppe deutsch-israelischer Geiseln aus dem Gazastreifen versucht die Familie, wieder ins Leben zu finden. Dies sei für ihre Tante, ihre Cousine und deren zwei Kinder ein langer Prozess, sagte Shira Havron der Deutschen Presse-Agentur am Dienstag am Telefon. »Sie alle haben Traumatisches durchgemacht.«

Über die Bedingungen und die Erlebnisse ihrer Geiselhaft darf Havron eigenen Angaben nach aber nicht sprechen.

Die islamistische Hamas hatte ihre Verwandten am Samstag im Rahmen eines Abkommens mit der israelischen Regierung freigelassen. Die vier haben neben der israelischen auch die deutsche Staatsbürgerschaft.

Bild nicht komplett

Ihrer 67 Jahre alten Tante Shoshan, deren 38 Jahre alten Tochter Adi sowie deren beiden Kindern gehe es nach ihrer Freilassung aus dem Gazastreifen körperlich gut, sagte Havron. »Aber der Mann meiner Cousine wird noch immer dort festgehalten.« Ohne den 38 Jahre alten Tal sei das Bild nicht komplett.

Adi und Tal seien mit ihren zwei Kindern am Tag des Hamas-Massakers bei Adis Verwandten im Kibbuz Beeri zu Besuch gewesen. Palästinensische Terroristen fielen am 7. Oktober in dem Ort ein und ermordeten dabei auch Shoshans Manns, ihre Schwester und deren Mann. »Das Haus meiner Tante ist total runiert«, sagte ihre Nichte. Die Terroristen hätten es in Brand gesteckt.

Nach der Freilassung der beiden Frauen und der zwei Kinder nach sieben Wochen Geiselhaft kamen die vier am Samstagabend zunächst in eine Klinik. Am Montag seien sie von dort entlassen worden. Seitdem wohnen sie Havron zufolge vorübergehend mit Adis Geschwistern in einem Haus in einer Kleinstadt im Norden von Tel Aviv zusammen. Die Unterkunft hätten Angehörigenvertreter der Geiseln ihnen zur Verfügung gestellt. »Die Familie will jetzt erstmal zusammen sein«, sagte sie.

Spielen mit Soldatinnen

Adis und Tals acht Jahre alter Sohn Naveh spiele zurück in Freiheit nun wieder Fußball. »Er freut sich, alle Verwandten zu sehen.« Seine dreijährige Schwester Yahel sei noch dabei, sich einzugewöhnen. »Sie braucht noch etwas Zeit.« Das kleine Mädchen lache aber schon wieder.

Von israelischen Medien verbreitete Aufnahmen nach der Freilassung zeigen, wie die beiden Kinder mit israelischen Soldatinnen spielen. Wie genau es für die Familie jetzt weitergehen soll, wolle sie Schritt für Schritt planen, sagte Havron.

Seit Beginn der Feuerpause sind bis Montagabend 69 der rund 240 im Gazastreifen festgehaltenen Geiseln freigekommen. Unter ihnen waren insgesamt 51 Israelis, von denen zehn auch eine deutsche Staatsbürgerschaft besitzen. Im Gegenzug für die freigelassenen israelischen Geiseln wurden 150 Palästinenser aus Gefängnissen in Israel entlassen. dpa

Photo by Al-Aqsa TV/UPI Photo via Newscom picture alliance

Gaza

Khalil al-Hayya wird neuer Hamas-Führer

Knapp zwei Jahre nach der Tötung ihres Anführers Yahya Sinwar durch die israelische Armee hat die radikalislamistische Hamas mit Khalil al-Hayya offenbar einen neuen Chef

 20.07.2026

Tel Aviv

Zamir warnt Iran vor Angriffen auf Israel

»Wir werden mit großer Stärke gegen jeden vorgehen, der uns schadet«, sagt der Generalstabschef, nachdem Trümmer einer iranischen Rakete auf Israel niedergegangen sind

 20.07.2026

Protest

Minister und Aktivisten demonstrieren für Wiederaufbau von Siedlungen in Gaza

Sicherheitsminister Itamar Ben-Gvir setzt sich seit Jahren für israelische Siedlungen im gesamten Gazastreifen ein. Premier Netanjahu lehnt das ab

 20.07.2026

Berlin

Humboldt-Universität will weiter mit Israel kooperieren

Die Berliner Humboldt-Universität ist gegen einen Boykott israelischer Hochschulen. Das Studierendenparlament hatte zuletzt einen Abbruch der Beziehungen gefordert

 20.07.2026

7. Oktober

»Die Ärzte beschlossen, ihn zu erschießen«

Hanan Yablonka wurde von Hamas-Terroristen in den Gazastreifen entführt und getötet. Nun hat erstmals seine Schwester Avivit Yablonka Abady über Hanans letzte Minuten gesprochen

 20.07.2026

Ben-Gurion-Flughafen

Randale an Bord: Drei Israelis in Lufthansa-Maschine festgenommen

Die Polizei muss Gewalt anwenden, da die Passagiere keine Einsicht zeigen und Beamte angreifen

 20.07.2026

Ulaanbaatar

Angriff auf israelische Touristen in der Mongolei

Während der Attacke riefen die Angreifer »Heil Hitler« und »Verschwindet von hier«

 20.07.2026

Argentinien

Der jüdische Teil von Messi

Während im Internet Gerüchte über Herkunft und Sympathien der Spielerikone kursieren, erzählen die Söhne eines verstorbenen argentinischen Fußballfans eine andere, besonders schöne Geschichte

von Sophie Albers Ben Chamo  19.07.2026 Aktualisiert

Hightech

Zu Besuch im Silicon Wadi

Israels größter Technologiepark will IT-Talente nach Haifa locken. Das ist gar nicht so einfach

von Valentin Suckut  18.07.2026