Israel

Angehörige der Geiseln schicken Botschaften nach Gaza

In Tel Aviv sind Bilder der Geiseln an einer Wand zu sehen. Foto: picture alliance / ZUMAPRESS.com

Angehörige israelischer Geiseln haben an der Grenze zum Gazastreifen mit Lautsprechern Botschaften in Richtung der bisher von der Terrororganisation Hamas regierten Enklave gerufen. Dutzende Menschen versammelten sich dort am Donnerstag, in der Hoffnung, dass ihre in den Gazastreifen verschleppten Verwandten ihre Stimmen hören konnten.

Auf Videos war zu sehen, wie sie Schilder mit Fotos der Geiseln in die Höhe hielten und emotionale Botschaften riefen: »Verliert nicht die Hoffnung. Wir stellen die Welt auf den Kopf, um euch zurückzuholen,« rief eine Frau sichtlich bewegt. »Wir können nicht glauben, dass es fast 100 Tage sind. Bleibt stark, es ist fast vorbei.« Der Bruder einer anderen Geisel schrie ins Mikrofon: »Wir geben nicht auf und kommen, um dich zu retten.«

Weitere Protestaktionen geplant

Am Sonntag ist der verheerende Großangriff der islamistischen Terrororganisation Hamas auf Israel 100 Tage her. Am 7. Oktober richteten Hamas-Terroristen und andere extremistische Gruppierungen das schlimmste Massaker in Israels Geschichte an. Mehr als 1200 Menschen wurden ermordet und etwa 250 als Geiseln in den Gazastreifen verschleppt.

Israel geht davon aus, dass noch 136 Geiseln dort festgehalten werden. 23 bis 25 von ihnen sind offenbar nicht mehr am Leben.

Die Angehörigen der Geiseln haben für die kommenden Tagen weitere Protestaktionen angekündigt. Für Freitag sind an vier Orten in Israel Märsche geplant, bei denen Angehörige als Zeichen der Solidarität gefesselt auf Wagen befördert werden, wie es in einer Mitteilung hieß. Am Samstagabend findet eine 24-Stunden-Rallye als Hauptevent statt. Musiker, Prominente und Politiker sollen dabei sein. dpa/ja

Wohltätigkeit

Gal Gadot ganz großzügig

Die Hollywood-Schauspielerin spendet Geld vom Genesis-Preis an Organisationen für die Rehabilitation psychisch Kranker

von Sabine Brandes  23.09.2026

Emmanuel Macron spricht vor der UN-Vollversammlung

Vereinte Nationen

Jerusalem nennt Macrons Behauptung zur Hamas »absurd«

Der französische Präsident behauptet vor der Vollversammlung, die Terrororganisation sei im Westjordanland nie aktiv gewesen. Tatsächlich verübt sie dort regelmäßig Anschläge

von Sabine Brandes  23.09.2026

Jerusalem

Israel startet Kampagne gegen Voreingenommenheit der UN

Ein Video zeigt Papageien bei der UNO-Vollversammlung, die »Beschuldigt Israel!« durch den Versammlungssaal schreien

 23.09.2026

Jerusalem

Lucien Lazare gestorben

Der Historiker und Pädagoge schloss sich während der deutschen Besatzung Frankreichs dem Widerstand an. In Israel gehörte er zur Kommission von Yad Vashem

 23.09.2026

Jerusalem

Israel droht mit Räumung Gazas im Falle neuer Entführung

Fast drei Jahre nach dem beispiellosen Hamas-Massaker am 7. Oktober droht Israels Verteidigungsminister mit drastischen Folgen, sollte erneut ein Israeli verschleppt werden

 23.09.2026

Israelische Zeitungen

Wahlergebnisse

»Sieg der Extreme«

Nach dem AfD-Erfolg in Mecklenburg-Vorpommern wächst in Israel die Aufmerksamkeit für Deutschlands politische Verschiebung

von Sabine Brandes  22.09.2026

Debatte

Wehret den Anfängen gilt rechts und links

Ein Offener Brief an Bischof Christian Stäblein vom Evangelischen Arbeitskreis der CDU Berlin/Brandenburg

von Cornelia Seibeld  22.09.2026

Reaktionen

Besorgnis in Israel nach Berlin-Wahl

Der Wahlsieg der Linken sorgt vor allem mit Blick auf Antisemitismus und das jüdische Leben in der deutschen Hauptstadt für Aufmerksamkeit in israelischen Medien

von Sabine Brandes  22.09.2026

Umfrage

Mehrheit sieht keine Chance für friedliche Zwei-Staaten-Lösung

Eine friedliche Koexistenz ist für eine Mehrheit der Israelis und eine noch größere Mehrheit der Palästinenser im Westjordanland und in Ostjerusalem derzeit nicht vorstellbar

 22.09.2026