Urlaub

Anders entdecken

Reisen mit Gleichgewicht: Ausflug mit dem Segway-Roller in Tel Aviv Foto: Flash 90

Während sanft die Wellen an die Mole des Hafens von Jaffa schwappen, klirren im Hintergrund die Gläser. Mit eisgekühlten Cocktails genießen die Teilnehmer der Reisegruppe aus Uruguay den Ausklang eines schönen Urlaubstages. Den ganzen Nachmittag waren die zehn unterwegs. Nicht zu Fuß oder per Bus – sondern auf dem Segway. Das rollerähnliche Gefährt ist bei Touristen der neueste Trend. Und nur eine der vielen Möglichkeiten, Israel aus einem anderen Blickwinkel kennenzulernen.

Es muss also nicht immer die klassische Bustour sein. Für Tina Sardash aus Montevideo ist es die zweite Reise durch Israel, dieses Mal aber ist »alles anders«. Sardash ist mit ihrem Mann für drei Wochen hier. »Beim letzten Mal haben wir eine zehntägige Rundreise mit dem Bus gemacht. Das war sehr schön für einen Einstieg, hat uns aber vor allem viel Lust auf mehr gemacht.« Vier Jahre später sind die Sardashs wieder hier und bereit, Land und Leute auf andere Weise kennenzulernen.

Segway
Dazu gehören zunächst die Segway‐Touren durch Tel Aviv und Jerusalem, bei denen die Gäste auf zweirädrigen Rollern stehen und sich per Batterie sanft durch die Städte treiben lassen. »Wir sind begeistert«, sagt Sardash, »haben keine müden Beine und eine Menge gesehen.«

Anbieter gibt es mittlerweile in Tel Aviv und Jerusalem zuhauf, beispielsweise Zuzu, der geführte Touren entlang der Promenade, durch den Hajarkon‐ oder Safaripark anbietet. In Jerusalem düst man sanft entlang der Aussichtspromenade und lässt seinen Blick über die zauberhafte Skyline der Heiligen Stadt schweifen.

Ökoreisen
Die Ökotouristen erobern Israel. Umweltfreundlich urlauben liegt im Trend. Von Obergaliläa bis in die Negevwüste haben alternative Gästehäuser, Campingplätze, Bauernhöfe sowie Rad‐ und Wandertouren Hochkonjunktur. »Viele Reisende mögen es in den Ferien einfach und besonders zugleich. Campingplätze sind neuerdings gut gebucht, auch Kibbuzim und Moschawim mit umweltbewusster Lebensweise«, erklärt Anat Nisim vom Fremdenverkehrsamt in Galiläa. In den vergangenen Jahren sei mit dem Ökotourismus ein ganz neuer Zweig entstanden. »Neben Unterkünften und Reiseveranstaltern gibt es herausragende Weinkellereien, Obst‐ und Gemüsehöfe oder Käsereien, bei denen man nach den Ausflügen im Einklang mit der Natur hervorragend essen und trinken kann.«

Wer reisen und dabei Gutes tun möchte, wendet sich am besten an GoEco, eine einheimische Organisation für »Volontourists«. In verschiedenen Projekten lernen die Gäste nicht nur das Land kennen, sondern retten nebenbei Schildkröten, legen einen Bio‐Gemüsegarten für einen Kibbuz im Negev an oder kümmern sich um vom Aussterben bedrohte Tiere im Biblischen Zoo. Jonathan Gilben, Mitbegründer von GoEco, ist sicher: »Wir geben den Touristen die Möglichkeit, sich wirklich in den Gegenden und Gemeinden, die sie besuchen, einzubringen. Sie tragen damit zum Erhalt des Heiligen Landes bei.«

Fahrrad
Um sich in Israel auf zwei Rädern fortzubewegen, muss man nicht das eigene Fahrrad mitbringen. Mittlerweile sind die grasgrünen Miet‐Velos von Tel‐O‐Fun an vielen Orten zu finden. In Tel Aviv und Jerusalem sind sie aus dem Stadtbild gar nicht mehr wegzudenken. Jeder kann sich einfach per Kreditkarte an einer der Stationen eines mieten und ausprobieren, wie es sich anfühlt, mit dem Wind in den Haaren an der Strandpromenade entlang zu radeln oder sich mit Muskelkraft durch die engen Gassen der Goldenen Stadt zu schlängeln.

Das innovative Projekt, eingeführt vor rund zwei Jahren, ist ein außergewöhnlicher Erfolg. Immer mehr Stationen werden aufgebaut, mittlerweile sind es Dutzende mit Tausenden von Rädern. Von den Einkaufszentren bis zum Hajarkon‐Park, sogar direkt am Strand kann man aufsteigen. Der Kampagne wurde die begehrte Auszeichnung »Green Globe« für ihre außergewöhnliche Umweltfreundlichkeit verliehen.

Doch nicht nur Freizeitradler, auch immer mehr trainierte Velofahrer entdecken das Heilige Land als ideales Reiseziel. Kein Wunder: Es regnet wenig, und die vorbeiziehende Landschaft könnte kaum reizvoller sein. An den Raststätten der Autobahn Nummer 6 gibt es Einstiege auf die Off‐Road‐Route 2x2. Derzeit gibt es einige Hundert Kilometer Mountainbike‐Pfade und 1400 Kilometer Fahrradwege, die den Ansprüchen der Radelfans aber schon lange nicht mehr genügen. Im Bau ist deshalb der 1200 Kilometer lange Treck, der vom Berg Hermon an der syrischen Grenze bis nach Eilat am Roten Meer reichen und Menschen aus aller Welt anlocken soll.

Über den Dächern
Wer keine Höhenangst hat, der sollte unbedingt einen Blick von oben auf Israel werfen. Etwa bei der Dächertour durch Jerusalem. Die berühmtesten Sehenswürdigkeiten wie Westmauer, Felsendom oder Basar in der Altstadt bekommen so eine ganz neue Perspektive.

Steigen Sie den Jerusalemern am besten frühmorgens oder gegen Abend – natürlich, wenn es noch hell ist – aufs Dach. Mittags ist es im Sommer zu heiß. Der zugänglichste Eingang führt über eine schmale Metalltreppe an der Kreuzung zwischen Chabad‐Straße und St. Marks (wenn man die Chabad hinuntergeht, auf der rechten Seite). Fragen Sie am besten danach. Jeder Bewohner der Altstadt kennt die Stelle. Auch auf das Österreichische Hospiz kann man klettern – und sich von der Schönheit Jerusalems bezirzen lassen.

Kochen
Natürlich ist Israel für seine hervorragende und vielfältige Küche bekannt. Hummus, Falafel und andere nahöstliche Köstlichkeiten sind einfach zu verlockend. Essen macht bekanntlich glücklich. Darauf setzt cookinisrael.com. Orly Ziv veranstaltet Kochtouren, angefangen von einigen Stunden auf dem Carmelmarkt bis zu einwöchigen Ausflügen in die kulinarischen Gefilde von drusischer und arabischer Küche in Galiläa oder einer verführerischen Tour, die jedem Gast die hervorragenden einheimischen Weine näherbringt. Die Veranstaltungen von Ziv wurden von Tripadvisor für ihre besondere Qualität ausgezeichnet.

»Es ist ein Geschenk, sich in einem fremden Land so schnell willkommen zu fühlen. Doch das hat unsere Gastgeberin Orly mit ihrer Wärme, Freundlichkeit und ihrem Wissen möglich gemacht«, erzählt Mary Southwel von ihrem Kocherlebnis. »Diese Erfahrung kann ich jedem Israelreisenden nur wärmstens empfehlen.«

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