Terror

Alarm in Tel Aviv und Jerusalem

Raketenabwehrsystem »Iron Dome« am Stadtrand von Tel Aviv Foto: Flash 90

Am Dienstagabend heulten auch in Tel Aviv und Jerusalem die Alarmsirenen. Erstmals seit dem Wiederaufflammen des Raketenbeschusses aus dem Gazastreifen wurden Raketen auf die Metropolen abgefeuert. Menschen suchten unter anderem in Treppenhäusern Unterschlupf oder versteckten sich hinter Autos. Viele Raketen wurden durch das Abwehrsystem »Iron Dome« abgefangen. Eine Rakete soll in Jerusalem eingeschlagen sein und Sachschaden an einem Haus verursacht haben.

Der Tel Aviver Stadtflughafen Sde Dov, der vor allem für Inlandsflüge genutzt wird, stellte am Abend vorübergehend seinen Flugbetrieb ein. Auf dem internationalen Ben-Gurion-Flughafen bei Tel Aviv ging der Flugbetrieb zwar ohne Unterbrechung weiter, doch wurden teilweise Flugrouten geändert. Die zehn Kilometer südlich von Tel Aviv gelegene Stadt Rischon LeZion war ebenfalls von dem Raketenalarm betroffen.

Dschihad Für die Raketen auf Tel Aviv haben inzwischen die Al-Quds-Brigaden im Gazastreifen, der bewaffnete Arm der Terrororganisation Islamischer Dschihad, die Verantwortung übernommen. Der Beschuss des Südens ging auch nach dem »Code Red«-Alarm in Tel Aviv und Jerusalem weiter. So wurde zum zweiten Mal im Laufe des Tages eine Rakete auf Aschkelon gerichtet, aber von »Iron Dome« abgefangen. Aus Aschdod wurde gemeldet, dass eine Rakete im Stadtgebiet eingeschlagen, aber keinen größeren Schaden angerichtet hat. Dort und in der Region Shaar Hanegev, die sich zwischen Aschkelon und Beer Sheva erstreckt, war weiterhin laufend Raketenalarm zu hören.

Nach dem wochenlangen Raketenbeschuss vor allem südisraelischer Städte durch die im Gazastreifen regierende Hamas begann Israel gestern eine militärische Offensive unter dem Namen »Operation Protective Edge«. Allein am Montagabend waren etwa 80 Raketen auf Städte im Süden Israels abgefeuert worden, unter anderem Sderot, Aschkelon, Ofakim und Beer Sheva. Der Beschuss von Tel Aviv und Jerusalem stellt nun eine weitere Eskalationsstufe dar. ja

Meinung

Jerusalem ist allen heilig

Regelmäßig knirscht es vor Ostern zwischen Christen und den israelischen Behörden. Unsere Redakteurin wünscht sich nach dem neuesten Vorfall an der Grabeskirche mehr gegenseitiges Verständnis

von Mascha Malburg  31.03.2026

Interview

»In Ägypten blieb mir der Mund offenstehen«

Der Tanach-Gelehrte Rabbiner Joshua Berman hat die erste Haggada aus Sicht des Alten Ägyptens verfasst. Im Interview spricht er über sein Werk und einen Besuch in dem Land, das die Juden einst verließen

von Sabine Brandes  31.03.2026

Jerusalem

Netanjahu zum Iran-Krieg: »Wir sind deutlich über die Hälfte hinaus«

Nach Angaben des Ministerpräsidenten richtet sich die aktuelle Phase der Operation vor allem auf den Umgang mit angereichertem Uran

 31.03.2026

Nahost

Vier Soldaten sterben im Süd-Libanon

Die Lage im Überblick

 31.03.2026

Jerusalem

Todesstrafe für Terroristen: Knesset stimmt zu

Teile der Opposition rechnen damit, dass Israels höchstes Gericht das Gesetz kippen wird

von Sara Lemel  30.03.2026

Meinung

Diaspora-Schmerz

So sehr die Angst und Sorge um Familie und Freunde in Israel auch an einem zehren – haben wir überhaupt das Recht dazu, wo wir doch in Sicherheit sind?

von Sophie Albers Ben Chamo  30.03.2026

Jerusalem

Israels Parlament verabschiedet Rekordhaushalt

Die Zustimmung kam zustande, nachdem sich die ultraorthodoxen Parteien kurzfristig hinter den Haushaltsentwurf gestellt hatten

 30.03.2026

Jerusalem

Nach Kritik: Netanjahu gewährt Kardinal Zugang zur Grabeskirche

Der höchste katholische Vertreter wird an der Messe zum Palmsonntag gehindert. Israel begründet dies mit Sicherheitsbedenken, dennoch hagelt es Kritik. Nun schaltet sich der israelische Ministerpräsident ein

 30.03.2026

Nahost

Raketenangriff aus Iran und Libanon: Einschlag in Raffinerie bei Haifa, mehrere Verletzte

Über dem Bazan-Ölraffineriekomplex steigt dichter Rauch auf. Auch Wohnhäuser wurden getroffen

 30.03.2026 Aktualisiert