Khan al-Ahmar

Abriss von Beduinendorf verschoben

Beduinensiedlung Khan al-Ahmar im Westjordanland Foto: dpa

Der umstrittene Abriss des Beduinendorfes Khan al-Ahmar ist verschoben worden. Das hat das israelische Sicherheitskabinett am Sonntagabend beschlossen. Premierminister Benjamin Netanjahu schlug laut Medienberichten vor, weiter mit den Bewohnern zu diskutieren, bis alle Verhandlungsmöglichkeiten ausgeschöpft sind.

Am Samstag hatte Netanjahu selbst bekannt gegeben, dass der Abriss »auf unbefristete Zeit verschoben wird«. Doch kurz darauf hatte er auf Druck einiger Minister – vor allem der Rechtsaußen-Politiker der Siedlerpartei Jüdisches Haus – betont, dass das Dorf dem Erdboden gleichgemacht werde.

kabinett »Khan al-Ahmar wird evakuiert. Das ist die Entscheidung des Gerichts, unsere Politik, und es wird geschehen«, erklärte Netanjahu. Er sei allerdings sicher, dass es schnell und mit Übereinstimmung der Bewohner des Dorfes vonstattengehen werde. Das Kabinett werde den Zeitplan für Gespräche vorgeben.

Angeblich wolle man auf diese Weise einen freiwilligen Auszug herbeiführen. Netanjahu führte aus, dass man über einen Plan rede, der die Umsiedlung einige Hundert Meter entfernt vorsieht. Der Anwalt der Dorfbewohner bestätigte, dass der Vorschlag der Regierung nicht wesentlich von dem Kompromiss abweiche, den die Bewohner bereit sind, einzugehen.

Israel ist im Ausland, vor allem in der Europäischen Union, stark kritisiert worden, weil es die illegale Beduinensiedlung im Westjordanland abreißen lassen will. Jerusalem indes argumentierte, dass das Dorf, das aus Zelten, Holzbaracken und Wellblechhütten besteht, in der Nähe einer jüdischen Siedlung »illegal und unsicher in der Nähe der Autobahn Nummer eins errichtet wurde«.

Jerusalem

Wahlsieger ohne Mehrheit

Das endgültige Wahlergebnis liegt vor. Benjamin Netanjahus Likud hat mehr Sitze als alle anderen Parteien. Nützt ihm das etwas?

 30.10.2026

Jerusalem

Eisenkot will Wehrpflichtgesetz und Untersuchung zum 7. Oktober vorantreiben

Der Vorsitzende der zentristischen Partei Yashar erklärt, er arbeite bereits an entsprechenden Gesetzesvorlagen. Ob er wirklich eine Regierung bilden kann, bleibt aber unklar

 30.10.2026

Umfrage

Mehrheit der Oppositionswähler befürwortet Regierungskoalition mit arabischer Partei

Befragt wurden Anhänger von Yashar, B’Yachad, der Demokraten sowie Yisrael Beitenu. Was denken diese Wähler?

 30.10.2026

Natur

Gefährliche Ameise

Die invasive Afrikanische Großkopfameise breitet sich schnell aus und kann Ökosysteme sowie die Landwirtschaft schädigen – jetzt wurde sie in Haifa gefunden

 29.10.2026

Jerusalem

Wahl in Israel: Behörden sehen keine Beweise für Betrug

Den Vorwurf der ausländischen Einflussnahme auf die Knesset-Wahl nimmt die Wahlkommission aber ernst

 29.10.2026

Jerusalem

Lieberman: »Nicht mit Bibi und nicht mit Tibi«

Der Chef von Israel Beiteinu schließt eine Zusammenarbeit mit Netanjahu und den arabischen Parteien aus – und fordert eine rein zionistische Koalition

von Sabine Brandes  29.10.2026

Jerusalem

Israels Wahlkommission fordert Untersuchung möglicher ausländischer Einflussnahme

»Es wurden ernsthafte Verdachtsmomente an mich herangetragen«, sagt der Vorsitzende der Zentralen Wahlkommission, Noam Sohlberg

 29.10.2026

Jerusalem

Herzog will Neuwahlen vermeiden

Angesichts der unklaren Mehrheitsverhältnisse appelliert der israelische Präsident an die politischen Lager, sich bei den anstehenden Koalitionsverhandlungen kompromissbereit zu zeigen

 29.10.2026

Jerusalem

Auszählung der »Sonderstimmen« in Israel hat begonnen

Die Stimmen von Soldaten, medizinischem Personal, Patienten sowie israelischen Diplomaten im Ausland könnten die Sitzverteilung in der Knesset noch verändern

 29.10.2026