Coronavirus

427 Fälle in Israel

Arbeiter in Schutzkleidung desinfizieren einen Spielplatz in Bat Yam. Foto: Flash 90

Es fällt den Israelis schwer, sich an die Abriegelung zu gewöhnen. Obwohl die Regierung am Dienstagabend verkündete, dass die Menschen ihre Häuser nur noch für absolut notwendige Tätigkeiten verlassen dürfen, wird aus vielen Städten gemeldet, dass sich dennoch verhältnismäßig viele Leute auf den Straßen aufhalten. Die Zahl der Infizierten ist auf 427 gestiegen.

Alle Bildungseinrichtungen und die meisten Geschäfte sind geschlossen, lediglich Supermärkte, Apotheken und Restaurants, die Take-out anbieten, dürfen geöffnet sein. Ab Mittwoch sind auch terminierte Operationen zunächst abgesagt.

tests Die Zahl der Tests soll dramatisch erhöht werden. Zuvor hatte die Weltgesundheitsorganisation die Nationen der ganzen Welt angemahnt: »Testen, testen, testen«. Täglich sollen mindestens 3000, später sogar 5000 Menschen auf das Virus Covid-19 in Israel getestet werden, versprach Ministerpräsident Benjamin Netanjahu. Die Bestandteile für die Tests werden sowohl importiert als auch in Israel hergestellt.

Israelische Medien berichten, dass es Probleme mit dem Testen gibt und die Drive-Through-Stationen erst später geöffnet werden als geplant.

Israelische Medien berichten indes, dass es Probleme mit dem Testen gibt und die Drive-Through-Stationen erst später geöffnet werden als geplant. Die erste hätte am Mittwoch in Tel Aviv ihren Betrieb aufnehmen sollen. Doch aus Mangel an Kits und Markern ist der Termin auf unbestimmte Zeit verschoben worden.

»Wir machen weiter mit der Kampagne gegen das Coronavirus«, sagte Netanjahu am Morgen. »Wir haben gesehen, was in anderen Ländern geschieht, wenn die Schritte nicht eingeleitet werden. Tausende sind bereits gestorben. Zu meiner Freude haben wir bislang noch niemanden verloren. Doch es wird so nicht weitergehen.«

Familienfeiern Die Bevölkerung müsse verstehen, dass dies keine freien Tage sind. »Die Leute denken, es sind Ferien. Sie spielen miteinander, reichen sich Dinge und fassen einander an. Ich sehe Schlangen, in denen die Menschen nicht die Zwei-Meter-Regel einhalten. Ich sehe Familienfeiern, ich sehe Leute, die auf einem Sofa sitzen, ja, fast aufeinander. Ich sehe es im Fernsehen und kann nicht glauben, was ich sehe. Aber ich verstehe, dass es hier ein Problem der Verinnerlichung gibt.«

Dies sei kein Kinderspiel, machte Netanjahu klar. »Es geht um Leben und Tod. Ich bitte Sie, wachen Sie auf und machen Sie Ihr Haus zu einer Schutzburg!«

Am Dienstagabend hatte Kanal 12 Bilder von einer charedischen Hochzeit in Beit Schemesch gezeigt, bei der mindestens 200 Gäste miteinander auf engstem Raum tanzten und feierten.

Am Dienstagabend hatte Kanal 12 Bilder von einer charedischen Hochzeit in Beit Schemesch gezeigt, bei der mindestens 200 Gäste miteinander auf engstem Raum tanzten und feierten, ein eindeutiger Bruch der Regulation, die besagt, dass nicht mehr als zehn Menschen in geschlossenen Räumen zusammenkommen dürfen. Drei der Initiatoren wurden verhaftet und werden von der Polizei verhört.

Untersuchungen Währendessen ist der erste Brecher der Quarantäne angezeigt worden. Ein Sprecher der Polizei gab an, dass der Mann verdächtigt wird, mindestens dreimal das Haus verlassen zu haben, obwohl er sich in Heimisolierung hätte befinden müssen. Die Polizei fordert, dass er in Haft genommen wird – ohne Bewährung.

Nach Angaben des Sprechers sind bereits 86 Untersuchungen gegen vermeintliche Quarantänebrecher eröffnet worden, die in Anzeigen resultieren könnten. Zudem liegen gegen zwölf Israelis Anzeigen wegen der Verbreitung von falschen Informationen vor.

Der stellvertretende Generaldirektor im Gesundheitsministerium, Itamar Grotto, warnt derweil vor zu viel Zuversicht: »Es könnte sein, dass das Wetter einen Einfluss hat, wir wissen es nicht. Oder, dass es einen plötzlichen Abfall bei den Zahlen der Infizierten gibt oder ein fantastisches Medikament, dass die Patienten heilt.« Doch tatsächlich müsse man realistisch sein: »Wir schauen die Lage an und sagen: Okay, dies wird einige Woche oder Monate dauern.«

EXKLUSIV

»Es geht nicht mehr«: Andreas Büttner tritt aus Linkspartei aus

Nach einem Beschluss der Linken in Niedersachsen war für Brandenburgs Antisemitismusbeauftragten das Maß voll: Er tritt aus der Partei aus

von Michael Thaidigsmann  15.03.2026

Tourismus

Profitieren israelische Fluggesellschaften von der Krise?

Wie schon während des Krieges in Gaza wird der Fluglinie El Al vorgeworfen, die Situation auszunutzen. Die Kritik: »überhöhte und unfaire« Preise

von Imanuel Marcus  15.03.2026

Medien

Kanal 13 geht an milliardenschweren Regierungsgegner

Gruppe von Hightech-Unternehmern um Wiz-Mitbegründer Assaf Rappaport will sich für redaktionelle Unabhängigkeit einsetzen

von Sabine Brandes  15.03.2026

Prognose

Israel stellt sich auf weitere drei Wochen Iran-Krieg ein

Militärsprecher Defrin zufolge setze man auf eine langfristige Schwächung der iranischen Führung – ohne festen Zeitplan

 15.03.2026 Aktualisiert

Großraum Tel Aviv

Einschläge durch iranischen Raketenangriff

Videos zeigen brennende Fahrzeuge und Krater. Es gibt Verletzte

 15.03.2026

Teheran

Teheran droht Netanjahu mit Tod

Die iranischen Revolutionsgarden haben eine Erklärung veröffentlicht, dass man Israels Premier verfolgen wird, solange er lebt

von Sabine Brandes  15.03.2026

Medizin

Kaiserschnitt im Parkhaus

Aufgrund der Raketenangriffe aus dem Iran haben israelische Krankenhäuser sämtliche Patienten in unterirdische Bereiche verlegt – und das innerhalb weniger Stunden

von Sabine Brandes  15.03.2026

Wetter

Sandsturm zieht über Israel und Gazastreifen

Die Luftverschmutzung im ganzen Land ist aufgrund von Feinstaubpartikeln hoch bis sehr hoch

 14.03.2026

Israel

Armee meldet 400 Angriffswellen gegen Iran in zwei Wochen

Besonders Raketenanlagen und Verteidigungssysteme standen im Fokus

 14.03.2026