Terror

3000 Raketen in sechs Tagen

In Aschkelon wurde die Yad-Michael-Synagoge schwer beschädigt. Foto: Flash 90

Der Beschuss Israels durch die palästinensische Terrororganisation Hamas im Gazastreifen geht auch am Wochenbeginn weiter – ebenso wie die Angriffe Israels auf das Palästinensergebiet, um die Bürger des jüdischen Staates zu schützen und weitere Attacken der Hamas zu unterbinden.

Am Sonntagabend beginnt für die Israelis das jüdische Fest Schawuot. Dabei zelebriert man auch den Erhalt der Tora am Berg Sinai.

EINSCHLÄGE In Israel sind durch die Kämpfe zwischen der Hamas und Israel bislang acht Menschen durch direkte Raketeneinschläge getötet worden, zwei weitere verletzten sich auf dem Weg in den Bunker tödlich. In Gaza sind nach Angaben des dortigen Gesundheitsministeriums 188 Menschen gestorben, darunter seien 55 Kinder. Überprüft werden können letztere Zahlen nicht.

Heute ging der nahezu dauerhafte Beschuss des israelischen Südens und der beiden großen Hafenstädte Aschkelon und Aschdod weiter. Es hat mehrere direkte Treffer auf Häuser und Sachschäden gegeben, verletzt wurde nach Angaben der Rettungskräfte niemand. In Aschkelon wurde die Yad-Michael-Synagoge schwer beschädigt. Bei einem Attentatsversuch mit einem Auto wurden am Nachmittag in Ost-Jerusalem sieben israelische Beamte verletzt.

»Israel hat die Unterstützung der internationalen Gemeinschaft.«

Premier Benjamin Netanjahu

Die Armee hatte heute neben mehreren Hamas-Strukturen auch das Haus des Hamas-Anführers Yahya Sinwar in Khan Yunis angegriffen, das nach Angaben der IDF als militärisches Hauptquartier gedient hat. Auch das Haus von Sinwars Bruder, verantwortlich für Personal und Logistik, wurde unter Beschuss genommen. Beide Sinwars hätten sich zur Zeit des Angriffes nicht in den Häusern befunden, so die IDF.

KRAFT Premierminister Benjamin Netanjahu erklärte am Vormittag, »dass die Kämpfe mit voller Kraft weitergehen« und fügte hinzu, »es wird noch dauern«. Er dankte Washington erneut für die Unterstützung und hob hervor, Israel habe die Unterstützung der internationalen Gemeinschaft. Zuvor sei das Sicherheitskabinett in Jerusalem zusammengekommen. Dabei habe man sich auf eine Fortführung der Kämpfe statt eines Waffenstillstands verständigt.

Allerdings berichten einige israelische Medien, dass die »diplomatische Unterstützung für die Operation ‚Wächter der Mauern‘ nahezu erschöpft ist«. Immer mehr Länder würden auf eine Feuerpause drängen.

Am Sonntagnachmittag besuchte Präsident Reuven Rivlin Soldatinnen und Soldaten.

Nach Avigdor Lieberman von Israel Beiteinu äußerte jetzt auch der Vorsitzende der Zentrumspartei Jesch Atid, Yair Lapid, Kritik am Vorgehen der Regierung und mutmaßte, dass hinter der jüngsten Auseinandersetzung zwischen Hamas und Jerusalem politische Erwägungen der Regierung in Jerusalem steckten.

Lapid ist derzeit mit der Bildung einer Regierung betraut. Die Gespräche jedoch sind seit Beginn der Militäroperation eingefroren. »Wäre eine Regierung erfolgreich gebildet worden, müsste sich jetzt niemand fragen, warum das Feuer immer dann ausbricht, wenn es für den Premierminister am passendsten ist.«

FEIERTAG Am Sonntagnachmittag besuchte Präsident Reuven Rivlin Soldatinnen und Soldaten, die das Raketen-Abwehrsystem ‚Eiserne Kuppel‘ bedienen, mit der der Großteil der Geschosse aus Gaza abgefangen wird. »Heue sitzen Sie nicht um den festlich gedeckten Tisch mit Ihren Familien, doch ganz Israel denkt an Sie. Sie machen es möglich, dass wir einen froheren und sicheren Feiertag verbringen dürfen. Wir vertrauen und danken Ihnen von ganzem Herzen.«

Der Präsident hatte den Soldaten Käsekuchen mitgebracht. Eine Tradition des Schawuotfestes ist es, Milchspeisen zu essen. »Meine verstorbene Ehefrau Nechama hat den Sicherheitsleuten, die uns schützten, an Schawuot immer ihren berühmten Käsekuchen gebracht«, erzählte Rivlin. »Und ich bin heute hier, um diese Tradition fortzusetzen.«

Statistik

Knapp 111.000 Holocaustüberlebende leben in Israel

Sie sind alt und sie werden weniger: Heute leben noch etwa 111.000 Holocaustüberlebende in Israel. Fast ein Drittel von ihnen ist über 90 Jahre alt, fast zwei Drittel von ihnen sind Frauen

 15.04.2026

Nahost

Iran droht USA mit Angriffen

Die USA blockieren Schiffe mit Ziel iranischer Häfen. Teheran droht mit Konsequenzen für die fragile Waffenruhe

 15.04.2026

Studie

Israelische Forscher sehen Zusammenhang zwischen Corona-Infektion und Lungenkrebs

Das Spike-Protein des Coronavirus könnte nach Angaben der Autoren schädliche Prozesse im Lungengewebe auslösen

 15.04.2026

Streit

Israel wirft Südkoreas Präsidenten vor, Massaker an Juden zu verharmlosen

Lee Jae-Myung zog einen Vergleich zwischen einem angeblichen Vorgehen Israels gegen palästinensische Kinder und dem Holocaust. Das Jerusalemer Außenministerium bezeichnet dies als »inakzeptabel«

 15.04.2026

Meinung

Wie die UN indirekt den Holocaust relativieren

Die kürzlich angenommene Resolution zur Aufarbeitung des transatlantischen Sklavenhandels ist ein Akt des geschichtspolitischen Revisionismus

von Jacques Abramowicz  15.04.2026

Jerusalem

Mossad-Chef: Einsatz gegen Iran erst mit Regime Change beendet

»Unsere Mission ist noch nicht beendet«, sagt David Barnea

 15.04.2026

Diplomatie

Prosor kritisiert israelischen Minister wegen Merz-Schelte

Der israelische Finanzminister Bezalel Smotrich hatte dem Bundeskanzler nach dessen Kritik an der Siedlungspolitik vorgeworfen, Juden vorschreiben zu wollen, wo sie leben sollen

 14.04.2026

Umfrage

Große Mehrheit jüdischer Israelis unterstützt Fortsetzung des Krieges gegen Hisbollah

Befragt wurden Bürger auch zu den Streitkräften und der Regierung von Benjamin Netanjahu

 14.04.2026

Nahost

Historische Verhandlungen zwischen Israel und Libanon

Zum ersten Mal seit mehr als 40 Jahren führen Beirut und Jerusalem direkte Gespräche auf politischer Ebene. Können sie zu einem Durchbruch im aktuellen Konflikt führen?

von Amira Rajab, Cindy Riechau  14.04.2026