Jerusalem

21. Knesset vereidigt

Blick in den Plenarsaal der Knesset Foto: Flash 90

Nach einem aggressiven Wahlkampf ist die Knesset am Dienstag in Feierlaune. Zumindest für diesen einen Tag werden die Differenzen beiseite geschoben, wird Einheit propagiert. Denn die 120 Frauen und Männer der 21. Knesset werden in einer festlichen Zeremonie, zu der auch ihre Familien eingeladen sind, eingeschworen.

Koalition Am 9. April hatte Regierungschef Benjamin Netanjahu die Wahlen in Israel wieder gewonnen und wird zukünftig mit einer Koalition aus rechten, ultrarechten und religiösen Parteien die Geschicke des Landes leiten.

Die neue Knesset ist konservativer als die vorherige. Die Zahl der Frauen ist stark zurückgegangen, die der Religiösen gestiegen. So sitzen 33 religiöse Parlamentarier, davon 17 ultraorthodox, im Parlament, nur 29 Frauen (im Vergleich zu 91 Männern) und zwölf Nichtjuden sind vertreten. Im Jahr 2015 saßen 27 religiöse, 35 weibliche und 17 arabische Abgeordnete in der Knesset.

Journalisten Das zukünftige Parlament setzt sich zudem aus zwölf Journalisten, 15 Politikern, die aus dem Sicherheitsbereich kommen, acht Immigranten und fünf Vertretern der LGBTQ-Community zusammen.

Die neue Knesset ist konservativer als die vorherige.

Präsident Reuven Rivlin wird zur Vereidigung den traditionellen Eid vorgeben: »Ich gelobe, dem Staat Israel treu zu dienen und gewissenhaft meine Pflichten in der Knesset zu erledigen.« Die 120 Parlamentarier antworten daraufhin: »Ich gelobe.« Anschließend wird die Nationalhymne, die Hatikwa, gespielt.

Knessetsprecher In der ersten Plenarsitzung gegen Abend wird ein neuer Knessetsprecher gewählt. Höchstwahrscheinlich wird hier der alte der neue sein: Der amtierende Juli Edelstein (Likud) wird keine Gegenstimmen für seine dritte Amtszeit in Folge erhalten.

»Bringen Sie bitte nur solche Ideen ein, die auch eine Chance haben, angenommen zu werden.«Juli Edelstein

Am Orientierungstag für die 49 neuen Mitglieder der Knesset am Montag erinnerte Edelstein sie bereits daran, wen sie vertreten. Er erläutert, dass in der vorherigen Legislaturperiode 5977 Gesetzesvorschläge eingebracht wurden, von denen lediglich vier Prozent tatsächlich Gesetz wurden.

Im Parlament sitzen 49 neue Abgeordnete.

Steuerzahler 77 Prozent schafften es nicht einmal in eine Abstimmung. »Ich sage nicht, dass Sie keine Gesetze einbringen sollen. Tun Sie es! Doch betrachten Sie bitte das Gesamtbild, ob ein Vorschlag überhaupt machbar ist, und ob er es verdient, die Ressourcen und das Geld der Steuerzahler zu verschwenden«, betonte Edelstein. »Und dann bringen Sie bitte nur solche Ideen ein, die auch eine Chance haben, angenommen zu werden.«

Die 21. Knesset wird ihre Arbeit erst nach dem 71. Unabhängigkeitstag aufnehmen, der in diesem Jahr auf den 9. Mai fällt.

Israel

Herzog setzt sich für Deal in Netanjahu-Prozess ein

US-Präsident Trump drängt darauf, dass der in einem Korruptionsverfahren angeklagte israelische Regierungschef Netanjahu begnadigt wird. Israels Präsident Herzog strebt eine Einigung an.

 28.04.2026

Nahost

Verdrehte Moral

Es ist geradezu atemraubend, mit welcher Inbrunst das Opfer-Täter-Verhältnis hierzulande verkehrt wird, wenn es um Israels Reaktion auf islamistische Terrororganisationen geht

von Jacques Schuster  28.04.2026 Aktualisiert

Israel

Gefängnis fürs Grillen

Mehr Strafen für Verstöße gegen »religiöse Disziplin«

von Sabine Brandes  28.04.2026

Nahost

Sa’ar: Israel hat »keine territorialen Ambitionen im Libanon«

Israels rechtsextremer Finanzminister Smotrich hat kürzlich gefordert, Israels neue Grenze im Norden müsse ein Fluss im Libanon sein. Israels Außenminister widerspricht.

 28.04.2026

Kommentar

Antisemitismus und Israelfeindlichkeit werden die SPD nicht retten

Die Sozialdemokraten sollten sich nicht an Zohran Mamdani oder Pedro Sánchez orientieren, sondern an einer alten Wahrheit von Bill Clinton

von Stefan Laurin  28.04.2026

Diplomatischer Konflikt

Streit um russisches Schiff in Haifa: Ukraine bestellt Israels Botschafter ein

Der ukrainische Außenminister Sybiha beschwert sich über »illegalen Handel mit gestohlenem ukrainischem Getreide«. Sein israelischer Kollege Sa’ar weist dies zurück, kündigt aber eine Prüfung an

 28.04.2026

Jerusalem

Neue Allianz von Lapid und Bennett knapp vor Likud

Trotz des Vorsprungs würde sich an den politischen Machtverhältnissen insgesamt kaum etwas ändern

 28.04.2026

Tel Aviv

Generalstabschef warnt vor Disziplinverlust in der Armee

Eyal Zamir spricht in Zusammenhang mit dem Fehlverhalten einiger Soldaten von einem »offenen Widerspruch zu den Grundsätzen der Streitkräfte«

 28.04.2026

Krieg

IDF greift Hisbollah-Ziele im Libanon an

Die Terror-Miliz hatte zuvor israelische Soldaten angegriffen

 27.04.2026