Archäologie

100 Millionen für verborgene Schätze

Die Hufe donnern durch den Sand. In voller Montur rasen die Römer in ihren Streitwagen um die Wette, ihre Pferde vorneweg. Einmal im Jahr wird in Caesarea beim Römer‐Festival die historische Glanzzeit wiederhergestellt. Doch die Ausgrabungen an der nördlichen Küste Israels sind zu jeder Zeit eine Reise wert. Jetzt werden 100 Millionen Schekel (rund 25 Millionen Euro) investiert, um den Großteil der noch verborgenen Schätze an die Oberfläche zu holen.

Die immense Summe wird von der Edmond‐de‐Rothschild‐Stiftung und der Caesarea‐Entwicklungsgesellschaft zur Verfügung gestellt. Das Megaprojekt ist eine Zusammenarbeit der beiden Organisationen mit der Antikenbehörde IAA sowie der Natur‐ und Parkbehörde. Dadurch soll Caesarea vor allem für die stetig ansteigende Zahl der Touristen ausgerichtet werden, die bis 2030 bei drei Millionen liegen soll.

Altar Hauptziel ist es, weitere Artefakte aus dem Meer und Boden zu bergen, zu konservieren sowie die gesamte Anlage zugänglicher zu machen. König Herodes der Große hatte die Anlage vor rund 2030 Jahren bauen lassen, samt Palast, Hippodrom, Theater und Hafen. Vor allem geht es bei der Freilegung um öffentliche Gebäude des antiken Caesarea. Doch auch der Altar, den Herodes zu Ehren des Kaisers Augustus und der Göttin Roma anlegen ließ, soll dann zu sehen sein. »Die Aktion hat den Zweck, die verborgenen Schätze und Reichtümer aufzutun und zu konservieren, damit die Öffentlichkeit sich an den Geheimnissen von Caesarea erfreuen kann«, lockt Israel Hasson, Direktor der IAA.

Bislang sind lediglich sechs Prozent der Artefakte aus dem Boden geholt worden, und die Wissenschaftler in Israel sind sicher, dass noch viele atemberaubende Schätze unter den Dünen und Wellen verborgen sind. »Diese Initiative muss das Sprungbrett für ein andauerndes nationales Programm sein, um Caesarea in seinem ganzen Glanz zu zeigen«, meint Hasson.

Denn Caesarea ist seit seiner Gründung vor mehr als 2000 Jahren eine pulsierende Hafenstadt gewesen, wie aus historischen Dokumenten hervorgeht. Ihre Bedeutung und architektonischer Reichtum machten sie zu einer der imposantesten Siedlungen des antiken Roms und später des byzantinischen Reichs. Die Ausgrabungen, die eine Fortführung der Arbeiten aus den 90er‐Jahren sind, haben bereits eine Vielzahl an Artefakten aus der Zeit von Herodes bis in die Ära der Kreuzritter zutage gefördert.

Katalysator »Die Stiftung investiert mehr als 100 Millionen Schekel, um die faszinierende Vergangenheit von Caesarea freizulegen. Dieses enorme Projekt hat noch nie dagewesene Bedeutung für die Archäologie und ist zugleich ein Katalysator für den Tourismus und die Wirtschaft, was der gesamten Region zugutekommen wird«, erklärt der Vizevorsitzende der Rothschild‐Stiftung, Guy Swersky.

Der Reichtum an Artefakten, die bereits gefunden wurden, erlaube einen ganz neuen Blick in die Geschichte der Ansiedlung als römische und byzantinische Hauptstadt sowie als rabbinisches Zentrum für Generationen. »Die antike jüdische Stadt der Vergangenheit, die von Rabbi Akiva und den zehn Märtyrern, wird damit vor unseren Augen lebendig.«

Unter den Funden, die unter der Leitung von Peter Gendelman und Mohammed Hater ausgegraben wurden, ist etwa eine Anlage von Gewölben, die an der westlichen Fassadenseite der Tempelplattform stand. Nachdem die Anlage stabilisiert ist, planen die Verantwortlichen, das Besucherzentrum darin zu eröffnen, in dem die Geschichte am authentischen Ort erzählt wird. Auch über einen sehr seltenen Fund freuen sich die Archäologen: das Fundament eines großen Steinaltars, der dem »Ara Pacis«, Augustus’ Friedensaltar in Rom, ähnelt.

Nationalpark Caesarea ist bereits seit Jahren ein Nationalpark, und doch ist es die größte und bedeutendste Konservierungsinitiative aller Zeiten. Es gebe keine andere archäologische Stätte, in die in den vergangenen Jahren so viel Geld investiert wurde, so die Organisatoren. Auch sei es eine sehr komplexe Operation, wie der leitende Konservator Yoram Saad von der Antikenbehörde deutlich macht, bei der es viele Herausforderungen beim Planen sowie der Ausführung gebe, um alles intakt zu bergen.

Dennoch legen die Investoren großen Wert darauf, die Bevölkerung der Gegend einzubinden. Schulklassen und Freiwillige aus Caesarea und den umliegenden Gemeinden suchen und graben mit. Am Ende soll ein innovatives Besucherzentrum samt riesigem archäologischen Park angelegt sein. Das römische Aquädukt, das außerhalb der Anlage am Meer steht, wird durch eine Promenade mit den Stadtmauern verbunden – »damit aus der Vergangenheit«, so die Rothschild‐Stiftung, »eine Zukunft wird«.

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